Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderungen beeinträchtigt sind, müssen in ihrem Alltag häufig Kosten tragen, die für eine gesunde Person nicht entstehen. Wie die Vereinigte Lohnsteuerhilfe erklärt, zählen dazu beispielsweise das Bezahlen von Medikamenten, die Vergütung der benötigten Betreuung oder die Kosten eines erhöhten Wäschebedarfs. Damit sie die anfallenden Ausgaben auch bewerkstelligen können, erhalten die Betroffenen mitunter steuerliche Erleichterungen. Das sieht Paragraf 33b des Einkommenssteuergesetzes (EStG) vor. Um diese geltend zu machen, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Eine tragende Rolle kommt dabei dem Grad der Behinderung (GdB) zu. Was bei einem GdB 30 gilt und mit welchen Vorteilen Betroffene rechnen können, lesen Sie hier.
GdB 30: Welche steuerlichen Vorteile gibt es?
Wer im Alltag aufgrund eines körperlichen, geistigen oder seelischen Leidens beeinträchtigt ist, bekommt unter Umständen finanzielle Unterstützung vom Staat in Form von Pauschbeträgen oder anderen Vergünstigungen. Um die Nachteilsausgleiche zu erhalten, muss zuvor jedoch der jeweilige Grad der Behinderung ermittelt und offiziell bescheinigt werden. Denn ob ein Anspruch besteht und wie hoch beispielsweise Pauschbeträge ausfallen, hängt laut dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung von der Höhe des jeweiligen GdB ab. Wie das Pflegeportal pflege.de erklärt, gibt dieser an, wie stark ein Mensch durch seine Behinderung an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt ist. Ausgedrückt wird der GdB in Zehnerschritten, die von 20 bis 100 reichen.
Je nach Höhe des Behinderungsgrades gelten pflege.de zufolge verschiedene Steuervorteile, Vergünstigungen und Sonderrechte. Laut dem Familienratgeber der Aktion Mensch ist für Menschen mit Behinderung insbesondere der sogenannte Behindertenpauschbetrag von Bedeutung, welcher ab einem GdB von 20 und höher gilt. Wer diesen Pauschalbetrag in der Einkommensteuererklärung angibt, muss demnach weniger Steuern bezahlen. Seine Höhe richtet sich dabei nach dem jeweiligen GdB. Grundsätzlich gilt: je höher der GdB, desto höher der Pauschbetrag. Im Jahr 2026 erhalten Menschen, die über einen GdB 30 verfügen 620 Euro.
Welche weiteren Vorteile gelten bei einem GdB 30?
Menschen mit einem GdB von mindestens 50 gelten laut pflege.de als schwerbehindert und können damit einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Dadurch erhalten die Betroffenen weitere Leistungen und Unterstützungsangebote. Wie der Familienratgeber auf seiner Webseite informiert, haben jedoch auch Personen mit einem GdB 30, die Möglichkeit, von ähnlichen Vorteilen zu profitieren. Hierfür müssen sie bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung einreichen.
Mit dem Gleichstellungsantrag sollen Nachteile ausgeglichen werden, die für Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt entstehen. Ziel sei es, dass die Betroffenen leichter eine geeignete Arbeitsstelle finden oder diese behalten können. Wird die Gleichstellung bewilligt, erhält eine Person mit einem GdB 30 verschiedene Rechte, die auch für Menschen mit einem GdB 50 oder höher gelten. Zu den Vorteilen der Gleichstellung zählen laut dem Familienratgeber:
- Besonderer Kündigungsschutz,
- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben,
- Lohnkosten-Zuschüsse,
- Anpassung des Arbeitsplatzes, zum Beispiel mit technischen Arbeitshilfen, und
- Betreuung durch Fachdienste.
Ein Anspruch auf Gleichstellung ist möglich, wenn die betroffenen Arbeitnehmer:
- Über einen GdB von 30 oder 40 verfügen,
- in Deutschland wohnen oder arbeiten,
- mindestens 18 Stunden pro Woche arbeiten,
- aufgrund ihrer Behinderung keinen geeigneten Arbeitsplatz finden, oder
- ihr Arbeitsplatz durch die Behinderung gefährdet ist.
Auch wer arbeitslos ist, kann einen Antrag auf Gleichstellung stellen. Nämlich dann, wenn sie gebraucht wird, um eine Arbeit zu bekommen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren