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Rente nicht generationengerecht? So pessimistisch sehen die Deutschen die geplante Reform

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Rente nicht generationengerecht? So pessimistisch sehen die Deutschen die geplante Reform

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    Eine Umfrage zeigt, wie pessimistisch viele Bürger der geplanten Renten-Reform gegenüber eingestellt sind.
    Eine Umfrage zeigt, wie pessimistisch viele Bürger der geplanten Renten-Reform gegenüber eingestellt sind. Foto: Home-stock, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Der demografische Wandel setzt das deutsche Rentensystem zunehmend unter Druck. Während die Generation der Babyboomer nach und nach in Rente geht, muss die sinkende Zahl an Erwerbsfähigen für immer mehr Rentenbeziehende aufkommen. Aufgrund der angespannten Lage nehmen schon lange die Forderungen nach einer tiefgreifenden Rentenreform zu. Mit dem Rentenpaket 2025 hat die Bundesregierung bereits den ersten Teil einer Reform auf den Weg gebracht, die unter anderem die Stabilisierung des Rentenniveaus und der Mütterrente sicherstellen soll sowie die Aktivrente auf den Weg brachte. Darüber, wie weitere Maßnahmen aussehen könnten, um die Rente in Deutschland dauerhaft zu sichern, wird derzeit immer wieder heftig diskutiert.

    Anfang 2026 hat die Bundesregierung die sogenannte „Alterssicherungskommission“ eingesetzt, die bis Mitte des Jahres weitere Vorschläge für eine umfassende Rentenreform vorlegen soll. Sie widmen sich unter anderem Fragen zum Renteneintritt, zur Rentenentwicklung und den Beitragssätzen. In der Bevölkerung scheint die Hoffnung jedoch gering, dass sich durch die geplanten Reformen tatsächlich etwas ändert. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt wurde. Wie pessimistisch die Befragten auf die Reformpläne blicken und wo sie konkreten Optimierungsbedarf sehen, lesen Sie hier.

    Rente: Wie skeptisch stehen die Deutschen der geplanten Reform gegenüber?

    Seit dem 7. Januar 2026 hat die neue Rentenkommission ihre Arbeit aufgenommen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) befasst sie sich mit der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alterssicherung, um konkrete Reformbedarfe herauszuarbeiten. Die Zielsetzung ist für Bundesministerin Bärbel Bas klar: „Die Kommission wird Vorschläge erarbeiten, wie die Alterssicherung auch in kommenden Jahrzehnten stabil, gerecht und nachhaltig bleibt“, heißt es auf der Webseite des BMAS. Bei vielen Bürgern stößt das Vorhaben jedoch auf Skepsis, wie die Umfrage von YouGov zeigt. Für die Erhebung wurden vom 23. bis 26. Januar 2026 insgesamt 2234 Personen befragt.

    Demnach sind 68 Prozent der Befragten wenig bis gar nicht zuversichtlich, dass die Kommission Reformvorschläge erarbeitet, die die gesetzliche Rentenversicherung langfristig stabilisieren. Für Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer der GDV, verdeutlichen die Umfrageergebnisse vor allem eines: „Diese Skepsis zeigt, wie wichtig es ist, Vertrauen zu schaffen und Reformen zu erklären. Es geht nicht um ein Gegeneinander von gesetzlicher Rente und kapitalgedeckter privater Vorsorge, sondern um ihr vernünftiges Zusammenspiel, wir brauchen alle drei Säulen der Altersvorsorge“, sagt Asmussen.

    Ist die Rente generationengerecht? Diese Generation sehen die Befragten im Vorteil

    Ein deutliches Spannungsfeld ergibt sich auch im Hinblick auf die Fairness des Rentensystems. So zeigt die Umfrage, dass nicht einmal ein Drittel der Befragten die gesetzliche Rente für generationengerecht hält. Demnach haben lediglich 29 Prozent den Eindruck, dass das Rentensystem die Interessen jüngerer und älterer Generationen gleichermaßen berücksichtigt. 38 Prozent sagen hingegen, dass die Interessen älterer Menschen Vorrang haben, während elf Prozent die jüngeren Generationen im Vorteil sehen.

    Laut Asmussen unterstreiche dies die Notwendigkeit einer Reform: „Ein Rentensystem kann nur dauerhaft stabil sein, wenn es als fair wahrgenommen wird. Dass derzeit nur weniger als ein Drittel die gesetzliche Rente als generationengerecht empfindet, ist ein klares Signal für Reformbedarf.“ In der eingesetzten Kommission, die derzeit über mögliche Anpassungen beratschlagt, sieht er eine Chance, „tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den Interessen aller Generationen gerecht werden“.

    Umfrage zur Rente: Welche Lösungsansätze für eine stabile Rente gibt es?

    Aus Sicht der Befragten könnte das deutsche Rentensystem generationengerechter gestaltet werden, indem der Kreis der Beitragszahlerinnen und -zahler erweitert wird – etwa durch den Einbezug von Verbeamteten oder Selbstständigen. Für diesen Ansatz sprachen sich mit 62 Prozent fast zwei Drittel der Befragten aus. 47 Prozent wünschen sich eine stärkere Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. 26 Prozent sind für einen höheren Steuerzuschuss und 25 Prozent sprechen sich für eine Anpassung des Renteneintrittsalters aus.

    Laut Amussen könnten mehr Beitragszahler das System zwar kurzfristig entlasten, würden das demografische Problem in Deutschland auf Dauer jedoch nicht lösen. Als zukunftsfähig sieht er „ein System, das stärker auf Kapitaldeckung setzt. Hier liegt Deutschland mit rund 14 Prozent im OECD-Vergleich weit unter dem Durchschnitt.“ Monika Queisser, Rentenexpertin und Leiterin für Sozialpolitik bei der OECD in Paris, sieht eine kapitalgedeckte Rente hierzulande jedoch kritisch. Da Deutschland keine starke kapitalgedeckte Säule hat, die seit Jahren angespart wird, wie es beispielsweise in den Niederlanden oder der Schweiz der Fall ist, sei es schwierig, diese zum jetzigen Zeitpunkt aufzubauen, wo die Alterung akut wird, erklärte sie im Gespräch mit dem WDR-5-Wirtschaftsmagazin.

    Mehr Potenzial sehe sie hingegen in der Anhebung des Renteneintrittsalters. Weiterhin empfiehlt sie, das deutsche Betriebsrentensystem weiter auszubauen: „Wenn viele Leute zusammen in einem System sind und nicht einzeln sich mit den Finanzdienstleistern auseinandersetzen und verhandeln müssen, ist das günstiger und unkomplizierter.“ Eine ähnliche Sicht teilt auch Asmussen: „Die betriebliche Altersversorgung hat aus unserer Sicht noch längst nicht ihr Potenzial ausgeschöpft. Sie muss breiter aufgestellt werden und insbesondere Beschäftigte in kleineren und mittleren Unternehmen und im Dienstleistungssektor erreichen.“ Sein Vorschlag: Beschäftigten soll arbeitgeberseitig eine Betriebsrente angeboten werden und nur wer ausdrücklich widerspricht, werde nicht in die Betriebsrente einbezogen. Der Umfrage zufolge würden 52 Prozent der berufstätigen Befragten einem solchen Vorschlag zustimmen.

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