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Schubladen-Schatz: Warum Ihr altes Handy Gold wert ist – und wo Sie es kostenlos loswerden.

Umweltkolumne

Altes Smartphone: Wie man seinen Schubladen-Schatz hebt

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    Alte Smartphones gehören nicht in den Hausmüll: Wertstoffhöfe und viele Händler nehmen sie kostenlos zurück.
    Alte Smartphones gehören nicht in den Hausmüll: Wertstoffhöfe und viele Händler nehmen sie kostenlos zurück. Foto: Marcus Brandt, dpa

    Viele Menschen kennen das: In der Schublade liegen ein, zwei oder sogar mehrere alte Handys. Was harmlos wirkt, ist tatsächlich ein großes Ressourcenproblem. Denn allein in deutschen Haushalten lagern an die 195 Millionen ungenutzte Mobiltelefone. Dabei enthalten Smartphones wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die wiederverwendet werden können. Der Materialwert eines durchschnittlichen Handys beträgt etwa ein Euro an recycelbaren Metallen. Das klingt wenig? Hochgerechnet auf Millionen von Geräten steckt in deutschen Schubladen ein enormer Schatz an wertvollen Rohstoffen.

    Es lohnt sich deshalb, alte Geräte nicht aufzubewahren. Ist das Smartphone noch funktionsfähig, kann es verkauft, verschenkt oder gespendet werden. In dem Fall sollte man schnell handeln, damit die Technik nicht weiter veralten. Ein privater Weiterverkauf über Kleinanzeigen bringt meist mehr Geld als bei Ankaufportalen, auch wenn der Aufwand etwas größer ist. Wichtig ist dabei immer: Vor der Weitergabe müssen alle persönlichen Daten vollständig gelöscht werden, zum Beispiel durch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen und auch die SIM-Karte sollte entfernt werden.

    Was man mit einem kaputten Handy macht

    Auch eine Spende kann sinnvoll sein: Organisationen sammeln gebrauchte Geräte, bereiten sie auf oder lassen sie recyceln. Funktionsfähige Handys werden häufig weiterverkauft und weitergenutzt – etwa in Regionen, in denen neue Geräte kaum erschwinglich sind. Gleichzeitig fließen kleine Erlöse aus der Sammlung in Umwelt- oder Sozialprojekte.

    Ist ein Handy defekt, gehört es keinesfalls in den Hausmüll. Dort gehen wertvolle Metalle verloren und Schadstoffe können die Umwelt belasten. Alte Geräte nehmen Wertstoffhöfe, der Elektrofachhandel oder seit 2022 auch viele Supermärkte, Discounter und Drogerien an, sofern diese Elektrogeräte anbieten.

    Bei Kleingeräten mit einer längsten Kantenlänge unter 25 cm – dazu gehören Handys und Smartphones – gilt die sogenannte „0:1-Regelung": Sie können diese Geräte kostenlos abgeben, ohne ein neues Gerät zu kaufen. Die Händlerinnen und Händler sind gesetzlich verpflichtet, sie zurückzunehmen.

    Wie die Rohstoffe wiederverwendet werden

    Das Recycling von Handys funktioniert nach einem klaren Prinzip: Zunächst werden Geräte sortiert, funktionierende Modelle wiederverwendet und defekte zerlegt. Anschließend gewinnen Spezialbetriebe Metalle und seltene Rohstoffe zurück. Dieses sogenannte „Urban Mining“ reduziert den Bedarf an neu abgebauten Ressourcen und schont Umwelt und Klima.

    Obwohl die EU eine Sammelquote von 65 Prozent vorgibt, werden in Deutschland weniger als ein Drittel der verkauften Geräte eingesammelt. Die Recyclingquote der tatsächlich gesammelten Elektrogeräte liegt bei 87 Prozent. Wenn ein Handy also korrekt abgegeben wird, stehen die Chancen gut, dass seine Rohstoffe tatsächlich wiederverwendet werden können.

    Der bewusste Umgang mit Smartphones hat noch einen Vorteil: Wer sein Gerät länger nutzt oder reparieren lässt, spart Geld und vermeidet die klimaschädlichen Emissionen, die bei der Herstellung neuer Smartphones entstehen. Oft lohnt sich zum Beispiel ein Akkutausch oder eine Displayreparatur mehr als ein Neukauf.

    Zur Person

    Sigrid Goldbrunner ist Referatsleiterin Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Bayern. Ab sofort gibt sie hier alle zwei Wochen praktische Tipps für den Alltag, die die Umwelt belasten und den Geldbeutel schonen.

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