Herrliche Birnen färben derzeit mit zunehmender Reife um auf gelbliche Farbtöne, je nach Sorte, nicht nur in Ribbeck. Der Zuflug an Wespen ist ein zuverlässiger Gradmesser zunehmender Süße. Wo die Schleckermäuler, meist in Stielnähe, sich mit zunächst kleinen Fraßstellen Zugang verschaffen, entsteht schnell Fäulnis, oft noch am Baum hängend. Erstes Fallobst enthält nicht selten Raupen der Obstmade, es sind die gleichen „Würmer“ wie sie auch in Äpfeln vorkommen. Liegen die Früchte ein paar Tage am Boden, verraten sich die Maden zumindest noch durch ihre Kotreste, und leider schaffen auch die Maden Einfallstore für Fäulniserreger.
Am besten hält man die Fläche unter den Bäumen übersichtlich, um gefallene Früchte regelmäßig alle paar Tage aufsammeln zu können. Während man bei Äpfeln mit Faulstellen davon ausgehen kann, dass gesunde Partien auch frei sind von gesundheitsschädlichen Fäulnisprodukten, wenn man Faulstellen großzügig ausschneidet, sollte man angefaulte Birnen entsorgen, in Kompost oder Biotonne. Im weicheren Birnengewebe gelangen die Giftstoffe schneller auch in scheinbar noch gesunde Bereiche.
Birnen schemcken am besten butterweich
Früchte mit Wurmbefall kann man sehr gut schälen und ausschneiden und verwerten. Dabei entfernt man auch leicht gebräunte Druckstellen, die vom Aufschlag am Boden herrühren und noch nicht angefault sind. Verformte Früchte und solche mit „rostigen“ Streifen, die übrigens oft Folgen von Spätfrösten sind, erweisen sich meist auch als „steinreich“, solche Steinzellen schneidet man natürlich auch aus.
Birnen schmecken am besten, wenn sie „butterweich“ sind. Ihr unvergleichliches Aroma lässt Birnenfreunde schnell die zahlreichen Birnenuntugenden verzeihen. Leider ist bei manchen Sorten die beste Zeit nur sehr kurz: Zuerst ist das Fruchtfleisch hart und wenig aromatisch, und nach der vollen Aromaausprägung werden sie schnell matschig, zumeist ausgehend vom Kernhaus.
Kühl und trocken gelagert, reifen die Früchte langsam nach
Eine kleine Weile sollte man dem Fallen der Früchte zusehen. Sobald sich die Früchte bei leichtem Anheben vom Baum ablösen, kommen sie übersichtlich in flache Steigen. Kühl und trocken, fern von Wespen stehen die zunächst noch zu harten Früchte am besten. Man kontrolliert etwa zweimal in der Woche und holt immer wieder die am besten nachgereiften Früchte in die Küche.
Birnen, auch ausgeschnittene, sind hervorragende Mischungspartner für Obstsalate. Aufwerten lässt sich ein solch sommerlicher Nachtisch mit Zitrone, etwas Orangenlikör und ein paar Herbsthimbeeren, Trauben und unbedingt einem Stück Steinobst. Das können Zwetschgen sein, notfalls kauft man sich einen gelben Pfirsich dazu.
Für Birnenquark mischt man feingeschnittene Birnen mit Zitrone, Orangenlikör und etwas Zucker, gibt frischen Quark dazu und garniert mit Schokoraspeln.
Zur Person: Marianne Scheu-Helgert ist gelernte Gärtnerin und ehemalige Leiterin der Bayerischen Gartenakademie.
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