Dank Heißluftfritteuse, auch Airfryer genannt, sind Pommes Frites, knusprige Hähnchenstücke oder Fischstäbchen schnell, fettarm und damit gesünder als in der klassischen Fritteuse zubereitet. Das Besondere daran: Im Prinzip frittiert eine Heißluftfritteuse gar nicht, denn Frittieren bedeutet, dass das Gargut schwimmend in heißem Fett ausgebacken wird.
Frittieren ohne Fett: So funktioniert der Airfryer
Airfryer kommen aber mit wenig oder sogar ganz ohne Fett aus. Sie sind im Grunde kleine Umluftöfen, in denen heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit im Garraum verteilt wird. Da letzterer klein ist, ist das Gerät schneller einsatzbereit als ein Backofen.
Damit Lebensmittel nicht austrocknen, wird meist die Zugabe einer kleinen Menge Fett, etwa ein bis zwei Esslöffel je Garvorgang, empfohlen. Kartoffelspalten, Gemüse, Fleisch oder Fisch werden so fettärmer zubereitet, behalten ihr Aroma und werden knusprig. Ebenfalls möglich ist – abhängig vom Modell – das Aufwärmen von Resten oder das Toasten von Brot sowie das (Auf-)Backen von Brötchen oder Muffins. Dennoch sollte eines klar sein: Allein die fettärmere Zubereitung lässt Pommes Frites & Co nicht automatisch zum gesunden Superfood mutieren…
Heißluftfritteusen bieten weitere Vorteile: kaum unangenehme Gerüche oder Fettspritzer in der Küche sowie Zeit- und Energieersparnis. Obendrein ist der Reinigungsaufwand überschaubar. Oft kann man Garkörbe sogar in die Spülmaschine stellen.
Was ist dran am Hype? Vor- und Nachteile von Heißluftfritteusen
Auch für Airfryer gilt: „Vergolden statt verkohlen“ und eher niedrige Gartemperaturen bevorzugen. Bei hohen Temperaturen können sich darin ansonsten Schadstoffe wie Acrylamid oder Transfettsäuren bilden.
Wegen des beschränkten Garraumes lassen sich außerdem meist nur geringere Mengen zubereiten. Daher profitieren eher kleinere Haushalte oder solche ohne Backofen von einem Airfryer. Wer überwiegend große Portionen, Lebensmittel mit feuchtem Teig oder hohem Wassergehalt oder mit Käse überbackene Aufläufe zubereitet, nutzt besser den Backofen.
Sehr kleine und leichte Zutaten wie Kräuter, aber auch loses Backpapier können im Airfryer durch den Garraum wirbeln und wie Fett oder Marinaden auf die Heizstäbe gelangen und verbrennen. Abhilfe leisten Silikonmatten oder -einsätze sowie Deckel für den Garkorb. Alufolie ist dafür ungeeignet. Sie kann mit sauren oder salzigen Lebensmitteln reagieren, sodass Aluminium ins Essen gelangt. Viele Garschubladen sind beschichtet, deshalb nur geeignete Küchenutensilien aus Silikon, Kunststoff oder Holz nutzen, um das Gargut zu wenden oder zu entnehmen.
Was taugen Fertiggerichte für den Airfryer?
Für den Airfryer wird zusätzlich zur Stellfläche eine Steckdose benötigt. Beim Kauf achten Sie darauf, dass das Gerät den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht. Insbesondere sollte das Gehäuse auch bei Betrieb nicht heiß werden. Orientierung bei der Auswahl des passenden Gerätes geben Produkttests wie die der Stiftung Warentest.
Im Handel gibt es inzwischen viele (Fertig-)Produkte, die als „für den Airfryer geeignet“ angepriesen werden. Neben Backmischungen für Kuchen, Cookies und Muffins auch spezielle Pommes Frites, Minipizzen und vieles mehr. In der Regel können jedoch auch nicht eigens für die Heißluftfritteuse hergestellte Produkte mit dem Gerät zubereitet werden. Spezielle und oft teure Panaden, Öle etc. sind meist nicht nötig. Auch eine selbst gemachte Panade, die eigene Würzung oder ein handelsübliches Öl wie Raps- oder Olivenöl eignen sich für die Zubereitung im Airfryer. Füllt man sein übliches Bratöl in eine Sprühflasche, kann man es ebenso gut verwenden. Selbst spezielles Backpulver ist laut Untersuchung der Stiftung Warentest nicht zwingend erforderlich.
Zur Person
Anja Schwengel-Exner ist Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern. In ihrer Kolumne schreibt sie über das, was bei uns auf den Tisch kommt und wovon wir mehr essen sollten. Was zum Beispiel im Döner wirklich drin sein darf, lesen Sie hier. Und wie gesund gefriergetrocknetes Obst ist, erklärt die Expertin hier.
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