Zu den wohl beliebtesten Fastfood-Gerichten gehört der Döner. Für den schnellen Genuss wird Dönerfleisch vom Drehspieß meist in einer aufgeschnittenen Teigtasche mit Salat, Tomaten, Gurken, Zwiebeln sowie Weiß- und Rotkohl mit würzigen, oft knoblauchhaltigen Soßen serviert. Für das Extra an Schärfe sorgen Chiliflocken oder „Pul Biber“, getrocknete oder geschrotete Chiliflocken, die als Gewürzmischung oft mit Salz und Öl verfeinert sind.
Was alles im Dönerspieß drin sein darf?
Die Fleischspieße sind meist nicht selbstgemacht, sondern kommen von einem der vielen Dönerhersteller. Wie ein solcher Spieß zusammengesetzt sein kann, regeln die „Leitsätze für Fleisch- und Fleischerzeugnisse“: Für ein Original Döner Kebab sind neben dünnen Scheiben von Rind und Kalb auch Lamm- oder Schaffleischscheiben erlaubt. Außerdem darf maximal 60 Prozent Hackfleisch enthalten sein. Bei Hähnchen- oder Putendöner ist die Zugabe von Hackfleisch nicht zulässig, der Hautanteil darf maximal bei 18 Prozent liegen. Weitere Zutaten können Eier, Zwiebeln, Öl, Milch, Joghurt, Gewürze und Salz sein.
Sind beispielsweise Fleisch anderer Tierarten, ein erhöhter Hackfleischanteil, pflanzliches Eiweiß (Soja), Stärke, Paniermehl oder zugelassene Zusatzstoffe wie Phosphate enthalten, muss dies gekennzeichnet sein („Döner mit Paniermehl“, „mit Phosphat“). Ab einem bestimmten Ausmaß der Abweichung von der allgemeinen Verkehrsauffassung darf ein Drehspieß auch nicht mehr als Döner verkauft werden, er muss dann etwa „Hackfleischdrehspieß“ heißen.
Wann darf ein Döner so heißen?
Ein Sonderfall sind vegane/vegetarische Döner. Bei hinreichender Ähnlichkeit in Geschmack, Aussehen und Konsistenz zum Original aus Fleisch dürfen die pflanzlichen Varianten auch als Döner bezeichnet werden. Voraussetzung ist aber, dass die Zutat, die Fleisch ersetzt, gut sichtbar genannt wird, also zum Beispiel „Vegetarischer Döner mit Soja“.
So viel Kalorien stecken in einer Portion
Der Kaloriengehalt eines klassischen Döners fällt je nach verwendeter Fleischsorte, weiteren Zutaten und der Menge unterschiedlich aus, entspricht mit rund 550 bis 750 Kilokalorien aber einer Hauptmahlzeit.
Erfolgsrezept aus Berlin
Einfach mit Papier umhüllt ist der Döner eine schnelle Mahlzeit für unterwegs, die recht wenig Verpackungsabfall erzeugt. Mehr als zwei Drittel der Deutschen lässt sich Umfragen zufolge mindestens einmal pro Monat Döner schmecken. Kein Wunder, dass seit den Anfängen im Berlin der 1970er-Jahre inzwischen bundesweit mehr als 18.000 Dönerläden zu finden sind.
Auch wenn viele hinter Döner ein Original türkischer Küche vermuten, ist er in seiner heutigen hierzulande angebotenen Version eine deutsch-türkische Spezialität, die zuerst in Berlin Kreuzberg genossen werden konnte. Noch heute wird Berlin als Hauptstadt des Döners bezeichnet.
Nomadischer Ursprung der Spezialität
Doch Vorläufer des Döners gehen vermutlich schon auf die Seldschuken zurück, ein Volk das nomadisch von den Produkten ihrer Schafherden wie Fleisch und Milch lebte und in die Region der heutigen Türkei einwanderte. Aus Anatolien sind Berichte aus dem 19. Jahrhundert überliefert, die von Fleisch, das an vertikalen Drehspießen gegart wurde, erzählen. Selbst Fotos davon existieren.
Damals, mit Reis auf dem Teller serviert, war es eher eine seltene Delikatesse, die den Wohlhabenderen vorbehalten war. Auch in anderen Kulturen gibt es ähnlich zubereitete Speisen zum Beispiel das griechische Gyros aus Schweinefleisch oder das arabische Schawarma aus Rindfleisch.
Zur Person
Anja Schwengel-Exner ist Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern. In ihrer Kolumne schreibt sie über das, was bei uns auf den Tisch kommt und wovon wir mehr essen sollten. Warum Wintergewürze zum Beispiel mehr können, als die kalte Jahrezeit aufpeppen, erklärt sie hier. Ballaststoffe sind für eine gesunde Ernährung unverzichtbar, wie sie den Darm in Schwung bringen, lesen Sie hier.
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