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Wann Vanille, Zimt, Sternanis und Nelken gesund sind - und wann nicht

Ernährungskolumne

Wintergewürze: Gut für den Körper und mehr als nur Geschmack

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    Vanille ist beliebt und zählt zu den teuersten Gewürzen der Welt.
    Vanille ist beliebt und zählt zu den teuersten Gewürzen der Welt. Foto: Roland Weihrauch, dpa

    In der kalten Jahreszeit mag’s manch einer deftig-würzig, die meisten sind auch lieblich-süßen Schmankerln nicht abgeneigt. Neben den Hauptzutaten tragen vor allem Gewürze zum Geschmackserlebnis bei. Besonders beliebt sind die klassischen Wintergewürze Vanille, Zimt, Sternanis oder Nelken. Und die sorgen nicht nur für unverwechselbaren Geschmack, sondern zeichnen sich auch durch ihre Wirkungen auf unsere Gesundheit aus:

    Warum Vanille beruhigend und gut für die Gesundheit ist

    Vanille gilt als Königin der Gewürze und zählt zu den teuersten Gewürzen der Welt. Die bekannteste Sorte ist die Bourbonvanille. Mehr als 130 verschiedene Stoffe sind am sahnig-blumigen Aroma beteiligt, darunter Vanillin. Auch wenn in der Küche vorwiegend das Mark verwendet wird (die kleinen schwarzen Pünktchen im Vanillepudding) - Hauptaromaträger ist die aromatische Samenkapsel. Deshalb: ganze Vanilleschoten bevorzugen und auch die äußere Hülle mitverwenden. Vanille schmeckt nicht nur in süßen Speisen, sie verfeinert auch Herzhaftes wie Pfannengemüse oder Soßen. Tierversuche zur gesundheitlichen Wirkung von Vanille zeigen positive Effekte auf Darmkrebs und Schuppenflechte. Ihr Duft kann nachweislich Stress, Unruhe, Ängste, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und auch Hungergefühle lindern. Nicht zuletzt sagt man Vanille neben einer Abwehrkräfte stärkenden auch eine aphrodisierende Wirkung nach.

    Vor- und Nachteile von Zimt

    Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Sein typischer Duft kommt durch ätherische Öle wie Zimtaldehyd und Eugenol zustande. Er schmeckt in Gebäck oder zum Milchreis, verleiht aber auch Würzigem wie Schmorgerichten, Lamm oder Tomatensoße eine exotische Note. Erhältlich sind Cassia- und Ceylon-Zimt. Letzterer ist zwar teurer, jedoch aromatischer und enthält weniger Cumarin, ein Stoff, der in hohen Dosen zum Beispiel zu Leberschäden führen kann. Zimt wirkt wärmend, beruhigt Magen und Darm und kann bei Völlegefühl und Blähungen helfen. Darüber hinaus soll Zimt den Cholesterinspiegel senken und sich positiv auf die Blutzuckerwerte auswirken. Ausreichende wissenschaftliche Beweise gibt es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aber noch nicht.

    Was Sternanis für die Gesundheit kann

    Sternanis, die sternförmige Frucht des immergrünen Magnolienbaums, schmeckt ein wenig
    nach Lakritz (dafür verantwortlich: das ätherische Öl Anethol wie im Anis), süßlich, würzig und leicht feurig. In Gebäck, Konfitüre, Pudding und Kompott oder in der Asia-Küche reichen kleine Mengen, denn er ist sehr geschmacksintensiv. Sternanis kann bei Verdauungsbeschwerden, Bauchweh und Übelkeit helfen. In der Naturheilkunde setzt man Sternanistee zur Linderung von Husten, Halsschmerzen und Bronchitis ein. Studien weisen auch auf mögliche antivirale Wirkungen zum Beispiel gegen Herpesviren hin. Allerdings sind auch allergische Reaktionen möglich.

    Nelken gelten als wirksame Antioxidatien und schützen die Zellen

    Nelken oder besser Gewürznelken sind getrocknete Blütenknospen eines indonesischen Baums. Sie schmecken leicht scharf und angenehm frisch, sind aber sehr intensiv. Man verwendet sie entweder ganz oder gemahlen in herzhaften Gerichten wie Rotkohl, Hülsenfrüchten, Suppen, Eintöpfen oder Marinaden sowie in Heißgetränken wie Tee oder Glühwein sowie für weihnachtliches Gebäck. Die enthaltenen ätherischen Öle wie Eugenol wirken Mundgeruch entgegen, sind keimtötend und schmerzlindernd (besonders bei Zahnschmerzen) sowie entzündungshemmend, lindern Blähungen und Krämpfe und regen den Appetit an. Gewürznelken zählen wegen ihres hohen Gehaltes an Phenolen außerdem zu den wirksamsten Antioxidantien zum Schutz der Zellen. Äußerlich angewendet, wirkt Nelkenöl positiv auf Muskelschmerzen und Verspannungen. Auf Gewürznelken oder Speisen damit sollten Schwangere besser verzichten, das darin enthaltene Eugenol könnte vorzeitige Wehen auslösen.

    Zur Person

    Anja Schwengel-Exner ist Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern.

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