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Alzheimer-Demenz: Welche Symptome gibt es?

Demenz

Alzheimer-Demenz: Welche Symptome gibt es?

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    Die Alzheimer-Demenz betrifft weltweit Millionen von Menschen. Während die Krankheit zunächst schleichend beginnt, verschlimmern sich die Symptome mit der Zeit.
    Die Alzheimer-Demenz betrifft weltweit Millionen von Menschen. Während die Krankheit zunächst schleichend beginnt, verschlimmern sich die Symptome mit der Zeit. Foto: LIGHTFIELD STUDIOS, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Eine Demenz ist mehr als nur eine Gedächtnisstörung. Während zu Beginn häufig das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit der Betroffenen beeinträchtigt sind, gehen laut dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) im weiteren Verlauf bereits erlernte Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis verloren. Der stetig voranschreitende Verlust der geistigen Fähigkeiten beeinträchtigt dabei nicht nur die Lebensqualität der erkrankten Person, sondern wirkt sich auch auf den Alltag der Angehörigen aus.

    Die Ursachen einer Demenz sind vielfältig, genau wie ihre Formen. Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es häufig vor, dass die Bezeichnungen „Alzheimer“ und „Demenz“ fälschlicherweise als gleichbedeutend wahrgenommen werden. Wie die Autoren Lars Wojtecki und Celine Cont in ihrem Buch „Demenz“ vom Thieme Verlag erklären, handelt es sich bei Alzheimer jedoch um die häufigste Form der Demenz, die für die Mehrheit aller Fälle verantwortlich ist. Doch was genau steckt hinter der Alzheimer-Demenz? Und welche Symptome sind typisch für die Krankheit?

    Welche Demenz-Formen gibt es?

    Wie die Alzheimer Forschung Initiative auf ihrer Webseite erklärt, ist eine Demenz keine einzelne Erkrankung, sondern ein Syndrom, das eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome umfasst. Laut Wojtecki und Cont dient die Bezeichnung dabei als ein Oberbegriff, um die „zunehmende Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen“ zu beschreiben. Insgesamt steht der Begriff „Demenz“ laut der Alzheimer Forschung Initiative für insgesamt rund 50 verschiedene Demenzformen. Diese werden grundsätzlich in zwei Arten unterschieden:

    • Neurodegenerative Demenzen
    • Sekundäre Demenzen

    Nach Angaben des BMG entfallen bis zu 90 Prozent der Fälle auf neurodegenerative Demenzen, die in der Regel unumkehrbar verlaufen. Als häufige Ursache gelten laut Wojteki und Cont Ablagerungen bestimmter Proteine im Gehirn, die Schäden an den Nervenzellen herbeiführen. Diese würden wiederum die Kommunikation zwischen den Zellen stören und dadurch die demenziellen Symptome verursachen.

    Sekundäre Demenzen sind dem BMG zufolge für zehn Prozent der Fälle verantwortlich. Sie können unter anderem durch Intoxikationen – wie etwa eine Arzneimittelvergiftung –, Vitaminmangel oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden und sind teilweise heilbar. Eine frühzeitige Diagnose ist bei sekundären Demenzen daher besonders wichtig. Mit der richtigen Behandlung können die Symptome häufig zurückgebildet werden.

    Was ist die Alzheimer-Demenz?

    Die Alzheimer-Demenz ist nach Angaben von Wojtecki und Cont die mit Abstand häufigste Form von Demenz. Laut den Autoren soll sie weltweit 60 bis 70 Prozent aller Fälle ausmachen. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft werde jedoch erwartet, dass die Häufigkeit in den kommenden Jahrzehnten deutlich ansteigen wird. Denn das Risiko an Alzheimer zu erkranken steigt mit dem Alter. Besonders häufig sind demnach Menschen über 65 Jahren betroffen. Jedoch existieren auch seltene familiäre Formen der Krankheit, die bereits in jüngerem Alter auftreten können.

    Während die genauen Ursachen der neurologischen Erkrankung bis heute nicht vollständig entschlüsselt werden konnten, wird davon ausgegangen, dass eine Kombination aus genetischen, Umwelt- sowie Lebensstilfaktoren eine Rolle bei der Entwicklung spielt. Wie die Alzheimer Forschung Initiative außerdem erklärt, glauben Forschende, dass zwei giftige Proteinablagerungen von maßgeblicher Bedeutung sind. Diese blockieren die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und tragen dadurch zum fortschreitendem geistigen Abbau bei.

    Laut Wojtecki und Cont beginnt die Alzheimer-Demenz zunächst schleichend mit Anzeichen von Vergesslichkeit und Orientierungsproblemen, bevor im weiteren Verlauf auch Sprache und Verhalten betroffen sind. Schlussendlich führt die Erkrankung dazu, dass die Person alltägliche Aufgaben nicht mehr alleine bewerkstelligen kann. Da die Alzheimer-Demenz zu den neurodegenerativen Formen gehört, gilt sie als nicht heilbar. Nichtsdestotrotz existieren verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Ziel sei es nicht nur, die Symptome der Patienten zu lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Damit wolle man den Betroffenen helfen, so unabhängig wie möglich zu bleiben und die eigene Lebensqualität zu bewahren.

    Durch welche Symptome äußert sich die Alzheimer-Demenz?

    Typische Symptome der Alzheimer-Demenz umfassen laut Wojtecki und Cont: Gedächtnisverlust, Verwirrung, Probleme beim Denken sowie Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache. Im späteren Verlauf können darüber hinaus Änderungen beim Verhalten auftreten. Im Demenz-Wegweiser des Bundesfamilienministeriums wird die Erkrankung in die drei Stadien früh, mittel und fortgeschritten eingeteilt. Dem Ministerium zufolge kann dabei jedes Stadium mit unterschiedlich ausgeprägten Symptomen einhergehen:

    Frühes Stadium

    Das Anfangsstadium der Krankheit ist davon geprägt, dass man sich neue Informationen nicht mehr gut merken kann. Zu Beginn werden dann beispielsweise Gegenstände häufiger verlegt. Betroffenen fällt es zunehmend schwer, sich auf Gespräche zu konzentrieren oder ihnen fallen bestimmte Wörter nicht mehr ein. Darüber hinaus können bereits erste Orientierungsprobleme in fremden Gegenden auftreten. Zum Beispiel, wenn die betroffene Person während eines Restaurantbesuchs nicht mehr zurück zum Tisch findet, nachdem sie auf der Toilette war.

    Mittleres Stadium

    Im mittleren Stadium der Alzheimer-Demenz wird es immer schwieriger, sich mit den Erkrankten zu unterhalten, da ihre Sprache sowie Sprachverständnis spürbar beeinträchtigt sind. Die Probleme, alltägliche Aufgaben zu bewerkstelligen, nehmen zu. Betroffene beginnen damit, Daten und Tageszeiten durcheinanderzubringen. Sogar der gewohnte Tag-Nacht-Rhythmus kann dann verloren gehen. Selbst in gewohnten Umgebungen können nun Probleme bei der Orientierung auftreten, weshalb man sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr zurechtfindet.

    Die Krankheit wirkt sich nun auch auf das Langzeitgedächtnis aus. Besonders schmerzhaft wird es für die Familie, wenn die erkrankte Person ihre eigenen Angehörigen nicht mehr erkennt. Im Kontrast dazu treten plötzlich Erinnerungen aus dem Kind- und Jugendalter in den Vordergrund, weshalb sich die Betroffenen häufig in diese Zeit zurückversetzt fühlen. Persönlichkeitsveränderungen werden als weiteres mögliches Symptom im Demenz-Wegweiser aufgeführt. Die Betroffenen reagieren plötzlich gereizt, sind nervös und rastlos, fühlen sich verfolgt, bestohlen oder ungeliebt.

    Fortgeschrittenes Stadium

    In diesem späten Stadium der Demenz-Erkrankung sind die betroffenen Personen vollständig auf Hilfe von außen angewiesen. Die Kontrolle über Körperfunktionen, wie die Entleerung der Blase oder des Darms, versagt. Darüber hinaus können verstärkt Muskelverspannungen auftreten, die die Alzheimer-Patienten nicht beeinflussen können. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Gelenke aus, die mit der Zeit versteifen. Menschen, die sich im fortgeschrittenen Stadium befinden, sind kaum noch dazu in der Lage, Besteck zum Mund zu führen. Zudem können Schluckbeschwerden auftreten.

    Die Erkrankten reagieren nur noch selten bis gar nicht auf Ansprache und können nur noch einzelne Wörter oder Laute von sich geben. Stattdessen gewinnt Körperkontakt an Bedeutung. Viele reagieren nun verstärkt auf Berührungen. Aber auch Musik oder Gerüche können eine positive Reaktion hervorrufen.

    Die Autoren Wojtecki und Cont weisen jedoch darauf hin, dass es sich bei Alzheimer um eine individuelle Erkrankung handelt und die Symptome je nach Person variieren können. Und auch der Demenz-Wegweiser betont, dass der Verlauf im Einzelfall abweichen kann. Bestimmte Symptome könnten schon früher oder aber gar nicht auftreten.

    Alzheimer-Demenz: Bei welchen Anzeichen sollte man zum Arzt?

    Vergessen ist menschlich. Wer mal den Hausschlüssel verlegt, einen Termin vergisst oder sich kurzzeitig nicht an den Namen eines Bekannten erinnern kann, muss deshalb nicht gleich beunruhigt sein. Wenn Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration oder der Orientierung jedoch über einen längeren Zeitraum auftreten, sollte man sich laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ärztlichen Rat holen. Dasselbe gilt für starke Stimmungsschwankungen oder spürbares Nachlassen der geistigen Fähigkeiten.

    Auch wenn derzeit noch keine Heilung für eine Alzheimer-Demenz existiert, wird laut Wojtecki und Cont weiter intensiv daran geforscht. Die Untersuchungen umfassen sowohl neue Medikamente als auch nicht-medikamentöse Therapien. Bereits jetzt gibt es Möglichkeiten, die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen. Um rechtzeitig handeln zu können, ist jedoch eine frühe Diagnose entscheidend.

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