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Darmkrebs: Welche Vitamine helfen Erkrankten?

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Darmkrebs: Welche Vitamine helfen Erkrankten?

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    Der Darm gleicht einem verborgenen Ökosystem. Eng verknüpft mit dem Gehirn, stellt er ein komplexes Netzwerk dar, das eine wichtige Rolle für die Stoffregulation sowie andere Prozesse im Gehirn spielt, teilt das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung mit.

    Laut einem 2022 in der naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift Science veröffentlichten Artikel hat ein ungesundes Darm-Mikrobiom nicht nur negative Folgen für die psychische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit. Darmkrebs gehört nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den drei häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.

    Immer stärker rückt dabei die Frage in den Fokus, inwiefern Ernährung und Mikronährstoffe Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf der Krebserkrankung nehmen. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe werden dabei immer wieder als mögliche Schutzfaktoren diskutiert. Doch können Vitamine tatsächlich Darmkrebs-Patienten helfen?

    Bestimmte Vitamine und Nährstoffe können das Wohlbefinden von Darmkrebs-Patienten steigern.
    Bestimmte Vitamine und Nährstoffe können das Wohlbefinden von Darmkrebs-Patienten steigern. Foto: Christin Klose, dpa-tmn (Symbolbild)

    Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Entstehung von Darmkrebs?

    Laut dem Artikel Chemoprävention und Ernährungsfaktoren bei Darmkrebs, erschienen 2018 im Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen, ist ein erheblicher Anteil der Darmkrebs-Fälle auf den Lebensstil zurückzuführen. Besonders die sogenannte westliche Ernährung gilt demnach als Risikofaktor.

    Diese Ernährungsweise sei geprägt von viel rotem und verarbeitetem Fleisch, einer hohen Kaloriendichte und einem geringen Anteil an Ballaststoffen. Die Autoren Adrian Frick und Michaela Lang verweisen dabei auf große epidemiologische Untersuchungen, darunter eine Studie der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) aus dem Jahr 2022, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebsrisiko untersucht hat.

    Die Studie bestätigt einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einem erhöhten Darmkrebsrisiko, während Milchprodukte, Kalzium sowie eine hohe Aufnahme von bestimmten Mineralstoffen, Proteinen und Vitaminen mit einem geringeren Risiko assoziiert sind. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Ernährungsweise, die reich an Phosphor, Magnesium, Kalium, Riboflavin und Beta-Carotin ist, eine präventive Wirkung hat.

    Welche Vitamine und Mikronährstoffe unterstützen Darmkrebs-Patienten?

    Im Kontext der Prävention und dem Verlauf von Darmkrebs stehen insbesondere Kalzium sowie Vitamin D immer wieder im Zentrum von Untersuchungen. Eine EPIC-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass besonders Kalzium aus Milchprodukten mit einem geringeren Risiko für ein kolorektales Karzinom – der Fachbegriff für Darmkrebs – assoziiert sein kann.

    Auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin D wird in einigen Studien diskutiert. So ist etwa ein höherer Blutspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D in einer 2019 in der ernährungswissenschaftlichen Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichten Auswertung mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden.

    Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) kommt 2021 zu dem Ergebnis, dass eine flächendeckende Vitamin-D-Einnahme bei Menschen ab 50 Jahren in Deutschland die Krebssterblichkeit drastisch senken würde. Hintergrund sei dabei jedoch laut den Autoren vor allem die Stärkung des Immunsystems von Betroffenen. Außerdem wird vor einer eigenständigen Supplementierung gewarnt.

    Können Vitamine wirklich bei einer Darmkrebs-Erkrankung helfen?

    Im Rahmen der VICTORIA-Studie des DKFZ wird zudem geprüft, ob eine Vitamin-D3-Gabe die sogenannte tumorassoziierte Fatigue, also die anhaltende Müdigkeit bei einer Krebserkrankung, reduzieren kann. Diese tritt bei vielen Darmkrebs-Patienten nach einer Operation oder Chemotherapie auf. Obgleich nicht der unmittelbare Einfluss von Vitamin D auf das Tumorwachstum untersucht wird, gehen die Autoren dennoch davon aus, dass sich das Vitamin positiv auf die Fatigue, Lebensqualität und Entzündungsmarker auswirkt.

    Wie Frick und Lang herausstellen, wurde in einigen Studien ebenfalls die Wirkung von Folsäure, Magnesium und anderen Mikronährstoffen untersucht. Diese zeigen jedoch uneinheitliche oder nur schwache Effekte.

    Insgesamt ergibt sich so kein klares Bild einzelner „Schutzvitamine“. Viel entscheidender scheint bei einer Darmkrebs-Erkrankung das gesamte Ernährungsmuster zu sein. Insbesondere wird eine ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Kost empfohlen, erklärt das Deutsche Ärzteblatt.

    Sollten Krebspatienten Nahrungsergänzungsmittel selbstständig einnehmen?

    Nach Angaben der Initiative des Bundesforschungsministeriums Nationale Dekade gegen Krebs sind Nahrungsergänzungsmittel nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll. Eine eigenständige Einnahme könne nicht nur wirkungslos sein, sondern im schlimmsten Fall auch die Krebstherapie beeinflussen.

    Besonders kritisch ist die Kombination mit laufenden Therapien: Einige Vitamine könnten laut der Initiative die Wirkung von Chemo- oder Strahlentherapien abschwächen oder biologische Prozesse im Tumorwachstum beeinflussen. Die Empfehlung lautet daher für Darmkrebs-Patienten, dass Supplemente nur nach ärztlicher Kontrolle und unter Laborüberwachung des jeweiligen Blutspiegels eingenommen werden sollten.

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