Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, müssen ihren Blutzuckerspiegel meist genau im Blick behalten. Zwar gibt es verschiedene Formen der Stoffwechselerkrankung, alle verbindet laut dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) aber, dass der Blutzuckerspiegel erhöht ist, weil Patientinnen und Patienten einen Mangel am Hormon Insulin haben und/oder die Insulinwirkung vermindert ist. Zu den Hauptformen der Erkrankung gehört neben Typ-1-Diabetes der Typ-2-Diabetes, der mit 90 bis 95 Prozent am häufigsten vorkommt.
Da bei Diabetes der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist, muss dieser regelmäßig kontrolliert werden. Ausschlaggebend ist hierbei der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c), nach dem sich laut einem Flyer der Bundesärztekammer auch die Behandlung richtet. Die Zielwerte für den Blutzucker unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und je nach Diabetes-Typ. Welche Zielwerte für den Langzeit-Blutzucker bei Typ-2-Diabetes angestrebt werden, lesen Sie hier.
Diabetes: Was ist der Langzeit-Blutzuckerwert?
Der Langzeit-Blutzuckerwert, auch HbA1c-Wert genannt und nicht mit dem normalen Blutzuckerwert zu verwechseln, beschreibt laut dem Diabetesinformationsportal diabinfo die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten acht bis zwölf Wochen. Bestimmt wird er anhand einer Blutprobe im nüchternen Zustand und zeigt den Anteil an Zucker an, der an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gebunden ist. Dabei kann über den Wert bestimmt werden, ob kein Diabetes, ein Prädiabetes oder ein Diabetes vorliegen. Insbesondere bei Typ-2-Diabetes kann das eine Diagnose erleichtern, da Symptome eher schleichend auftreten.
Gemessen wird der Langzeit-Blutzuckerwert in Prozent oder in mmol/mol. Bei einem HbA1c-Wert unter 5,7 Prozent (unter 39 mmol/mol) kann ein Diabetes laut diabinfo ausgeschlossen werden. Bei einem HbA1c-Wert von 5,7 bis 6,4 Prozent (von 39 bis 47 mmol/mol) liegt ein Prädiabetes vor und ab einem Wert ab 6,5 Prozent (ab 48 mmol/mol) besteht ein Typ-2-Diabetes.
Blutzucker: Diese Zielwerte gelten bei Typ-2-Diabetes
Liegt ein Typ-2-Diabetes vor, werden für den Langzeit-Blutzuckerwert bestimmte Zielwerte durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt vorgegeben. Wichtig ist dabei allerdings, dass es keinen Zielwert für den Blutzucker gibt, der für alle gilt. Laut der Bundesärztekammer ist der Zielwert nämlich der persönlichen Situation angepasst und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich sollte der HbA1c-Zielbereich aber zwischen 6,5 Prozent (48 mmol/mol) und 8,5 Prozent (69 mmol/mol) liegen.
Diese Faktoren bestimmen laut der Bundesärztekammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung, ob der Langzeit-Blutzuckerwert eher im unteren oder oberen Zielbereich liegt:
- Lebenserwartung und Alter
- Begleiterkrankungen mit Auswirkung auf die Behandlung (Komorbidität)
- weitere Medikamente (Polymedikation)
- Risiko von Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Arzneimittelnebenwirkungen
- Therapie-Belastung
- Ressourcen und Möglichkeiten der Unterstützung
- Funktionelle und kognitive Fähigkeiten
- Diabetes-Dauer
- Wunsch der Patientin oder des Patienten
Übrigens: Wie wichtig es ist, einen Typ-2-Diabetes in den Griff zu bekommen, zeigen die möglichen Folgeerkrankungen. Diese reichen von Zahnfleischentzündungen, einer Retinopathie oder dem diabetischen Fußsyndrom über gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Gedächtnisstörungen mit möglichen Demenz-Symptomen.
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