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Illertissen: Gugelfuss übernimmt Illerplastic: Hälfte der Belegschaft muss gehen

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Gugelfuss übernimmt Illerplastic: Hälfte der Belegschaft muss gehen

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    Der Illertisser Kunststofffenster-Spezialist Illerplastic hat Insolvenz angemeldet. Nur die Hälfte der Mitarbeiter wird übernommen.
    Der Illertisser Kunststofffenster-Spezialist Illerplastic hat Insolvenz angemeldet. Nur die Hälfte der Mitarbeiter wird übernommen. Foto: Alexander Kaya

    Im Ringen um den Fortbestand des Fensterbaus von Illerplastic am Standort in Illertissen hat sich diese Woche viel getan: Zum 16. April übernimmt das Elchinger Unternehmen Gugelfuss einen Teil der Firmengruppe. Gleichzeitig müssen sich aber auch viele bisherige Mitarbeiter des Illertisser Herstellers einen neuen Job suchen.

    Wie berichtet, übernimmt das Elchinger Fensterbauunternehmen Gugelfuss den Produktionsstandort in Illertissen und erweitert damit seine eigenen Kapazitäten. Das ging ziemlich schnell: Bereits 14 Tage nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Illerplastic Firmengruppe herrscht damit Klarheit für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Zwei Tochterunternehmen von Gugelfuss übernehmen im Wege einer Teilbetriebsübernahme große Teile der Illerplastic Firmengruppe, am Standort in Illertissen soll weiter produziert werden.

    Illerplastic-Insolvenz: Das wird aus den Mitarbeiterin in Illertissen

    Doch nicht alle bisherigen Mitarbeiter werden dort weiterarbeiten können. Der Insolvenzverwalter, dmp Solutions, habe erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere auch im Personalbereich, vornehmen müssen, um das in kürzester Zeit entwickelte Erwerber- und Sanierungskonzept umzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Am Dienstag seien die Mitarbeiter abschließend darüber informiert worden, wie es für sie weitergeht. „Gemeinsam mit dem Erwerber haben wir bis zuletzt an dem Sanierungskonzept gefeilt und auch um den Erhalt jedes einzelnen Arbeitsplatzes gerungen“, berichtet Insolvenzverwalter Tobias Sorg. „Obwohl wir deutlich mehr Arbeitsplätze erhalten konnten als zu erwarten war, mussten wir am Dienstag leider rund der Hälfte der Belegschaft kündigen, um ein nachhaltiges und belastbares Zukunftskonzept darstellen zu können.“

    Gekündigte Mitarbeiter von Illerplastic bekommen ein Angebot

    Für eine Insolvenz außergewöhnlich: Die gekündigten Mitarbeiter bekommen je nach Betriebszugehörigkeit ein Abfindungsangebot. Ein Teil des Kaufpreises sei vom Erwerber explizit für diesen Zweck zur Verfügung gestellt worden. „Auch wenn es der Familie Gugelfuss nicht möglich war, allen Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz anzubieten, so war von Anfang an Teil der Verhandlung, dass soziale Härten über eine Abfindung abgemildert werden“, betont Sorg. „Dieses Verhalten eines Erwerbers ist nicht selbstverständlich und verdient großen Respekt.“

    Ein Teil des Unternehmens bleibt, wie berichtet, im Besitz der Familie: Die Mitarbeiter der Illerplastic Kunststoffprofile wurden bereits Anfang April von Insolvenzverwalter Konrad Menz darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgeführt wird und sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Geschäftsbetrieb habe in der Vergangenheit stets schwarze Zahlen geschrieben, heißt es aus dem Unternehmen. Er sei nur aufgrund der Finanzierungsverflechtung mit in die Insolvenz geraten. Nun wurde er von der AOS Kunststofftechnik GmbH - einem Unternehmen der bisherigen Eigentümerfamilie Oßwald - übernommen.

    Illerplastic: Für die Glas- und Metallbausparte gibt es keine Rettung

    Etwa 25 Mitarbeiter der zugehörigen Glas- und Metallbau Illertissen GmbH können jedoch nicht weitermachen. Für die Sparte wurde kein Interessent gefunden. Mangels eines eigenen Vertriebs und dadurch fehlender Aufträge sei eine Fortführung im Rahmen des Insolvenzverfahrens leider nicht möglich gewesen. Das hatten die Mitarbeiter bereits Anfang April erfahren - auch sie haben mittlerweile die Kündigung bekommen.

    Vertreter der Agentur für Arbeit kamen am Mittwoch für Informationsgespräche an den Firmenstandort in Illertissen. Der Insolvenzverwalter ist optimistisch, dass viele etwas Neues finden werden. „Wir haben viele Anfragen von Unternehmen aus der Umgebung vorliegen, die dringend Fachkräfte suchen. Auch wenn wir nicht für jeden Betriebsteil der Firmengruppe einen Übernehmer finden konnten, so bin ich überzeugt, dass der größte Teil der Arbeitnehmer sehr schnell eine neue Arbeitsstelle finden wird“, zeigt sich Sorg optimistisch.

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