Startseite
Icon Pfeil nach unten
Krumbach
Icon Pfeil nach unten
Krumbach
Icon Pfeil nach unten

Krumbach: Einbahnstraßen: Das sagen die Krumbacher Stadtratsfraktionen

Krumbach

Einbahnstraßen: Das sagen die Krumbacher Stadtratsfraktionen

  • |
  • |
  • |
    Im Rahmen des jüngsten Verkehrsversuchs gab es auch für die Synagogengasse eine Einbahnstraßenregelung. Wir fragten bei den Stadtratsfraktionen nach, wie sie den Versuch bewerten.
    Im Rahmen des jüngsten Verkehrsversuchs gab es auch für die Synagogengasse eine Einbahnstraßenregelung. Wir fragten bei den Stadtratsfraktionen nach, wie sie den Versuch bewerten. Foto: Marc Hettich

    Einbahnregelung für die Hohlstraße, die Heinrich-Sinz-Straße und die Synagogengasse? Der jüngste Verkehrsversuch der Krumbacher Stadtverwaltung war in der Bevölkerung mitunter sehr kritisch kommentiert worden. Wie fällt die Bewertung durch die Stadtratsfraktionen aus? In den Beiträgen aus den Reihen der Fraktionen fällt immer wieder das Stichwort Gesamtkonzept.

    "Ein Versuch bedeutet, etwas ergebnisoffen auszuprobieren", stellt Karl Liedel (Fraktionsvorsitzender von CSU-JU) fest. "Dagegen ist nichts einzuwenden." Er erläutert: "Jetzt haben wir eine eindeutige Erkenntnis: Die erprobte Lösung ist sicherlich keine gute Lösung." Liedel weiter: "Die Rückmeldungen der Bürger müssen wir ernst nehmen."

    Die CSU hat zur Verbesserung der Verkehrssitutation zwei zentrale Anliegen. "Wir wollen den Durchgangsverkehr aus der Stadt raushalten", so Liedel. Konkret: "Wie können wir den östlichen und westlichen Anschluss der Südtangente so erschließen, dass kein Nadelöhr entsteht?" Vorhandene Nadelöhre gelte es aufzulösen. Ob eine bestimmte Ampelschaltung oder ein Kreisverkehr die richtige Lösung sei, müsse gut durchdacht werden. Um Durchgangsverkehr aus der Stadt zu halten, seien auch Gespräche auf der Ebene betroffener Landkreise erforderlich. "Es ist beispielsweise nicht zielführend, dass ein Lkw von Augsburg nach Memmingen über Krumbach fährt." Das gelte auch für die Nutzung der B 16 als Autobahnverbindung zwischen A 8 und A 96. Der Schlüssel sei vorrangig eine intelligente Verkehrsführung, nicht der Bau neuer Straßen. Das zweite CSU-Anliegen: mehr flächenschonende mehretagige Parkmöglichkeiten. "Wenn die Bürger nicht lange einen Parkplatz suchen, verringert das den Verkehr." Zu bedenken sei, dass längst nicht jeder mit dem Fahrrad zum Einkaufen komme - etwa Bürger aus den umliegenden Gemeinden, aber auch Kernstadtbewohner.

    Der Einbahnstraßenversuch im Krumbacher Osten ist beendet. Für Kritik während des Versuchs sorgte unter anderem die schlechte Erreichbarkeit des Bürgerhauses.
    Der Einbahnstraßenversuch im Krumbacher Osten ist beendet. Für Kritik während des Versuchs sorgte unter anderem die schlechte Erreichbarkeit des Bürgerhauses. Foto: Peter Bauer

    Pfeiffer: "Es gibt keine schnelle Lösung beim Thema Verkehr"

    "Beim Thema Verkehr gibt es keine schnelle einfache Lösung", findet Manfred Pfeiffer, Fraktionsvorsitzender der Jungen Wähler/Offene Liste. Letztlich sei der Einbahnstraßen-Versuch nur ein kleines Element eines großen Gesamtkonzeptes. Ziel sei die Verkehrsberuhigung. "Wir möchten uns nicht im Klein-Klein verlieren", erklärt der Fraktionsvorsitzende. Es sei nicht entscheidend, wo welche Einbahnstraße komme. "Wir suchen nach einer größeren Vision, wie sich Krumbach in Zukunft entwickeln kann." Im Testgebiet könne man sich etwa einen "Hürbener Marktplatz" vorstellen, integriert mit dem Synagogenareal als Quartier. "Das würde die Stadt beleben." Hier sei längerfristiges Denken erforderlich: "Was für eine Entwicklung wollen wir in der Stadt?" Wenn es nach seiner Fraktion geht: "Unser Fokus liegt auf Wohnmöglichkeiten, Einzelhandel und Aufenthaltsqualität."

    Der Fraktionsvorsitzende hat auf Reisen entdeckt, wie Fahrradfahrer und Fußgänger deutlich gestärkt werden können. "Etwa durch Fahrradparkplätze in erster Reihe." Entsprechend Maßnahmen könnten mehr Bürger dazu bewegen, Strecken auf dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen.

    Einbahnstraßenversuch: Bürger waren "vor den Kopf gestoßen"

    Klemens Ganz, Dritter Bürgermeister und Vorsitzender der UFWG-Fraktion, sieht einen Grund für die fehlende Akzeptanz des Einbahnstraßen-Tests in der mangelnden Information der Bürger. "Die waren vor den Kopf gestoßen", meint er. Mehr Verständnis hätte der eine oder andere Bürger gezeigt, wenn er ihm in einem Gespräch die Hintergründe erklärt habe. Das Planungsbüro, dass die Verkehrskonzept-Ausschreibung gewonnen hat, habe eine Einbahnstraßenregelung positiv bewertet und im Vorfeld entsprechende Berechnungen angestellt, auf die nun der praktische Versuch folgte. Die Umsetzung sei in seinen Augen aber nicht gut gewesen: "Die Beschilderung war schlecht."“ Die Bevölkerung nehme eine entsprechende Regelung offensichtlich nicht an. "Der Verkehr würde sich in die Südstraße verlagern." Dies bedeute an dieser Stelle eine zusätzliche Verkehrsbelastung und würde auch dem Kaufland schaden.

    Auch für die Hohlstraße wurde eine Einbahnstraßenregelung getestet.
    Auch für die Hohlstraße wurde eine Einbahnstraßenregelung getestet. Foto: Peter Bauer

    "Wir müssen unnötigen Verkehr aus der Stadt raushalten", schlägt der Fraktionsvorsitzende vor. "Und weniger Auto fahren." Eine Umgehung hätten die Bürger allerdings in einem Bürgerentscheid 2013 abgelehnt. Klemens Ganz bringt es auf den Punkt: Was das Thema Verkehr angehe, sei das wie beim Fußball. "Im Stadion haben wir 20.000 Trainer. Und beim Verkehrskonzept 20.000 Verkehrsplaner." Lachend ergänzt er: "Allein im Stadtrat sitzen schon 25."

    Heinz Weber (Grüne) wohnt selbst angrenzend an das vom Einbahnstraßen-Test betroffene Einzugsgebiet. "Der Rückstau am Nadelöhr Raunauer Straße/Burgauer Straße war deutlich ersichtlich", meint der Stadtrat der Fraktion Bündnis 90/Grüne. Unabhängig vom aktuellen Versuch müsse sich spätestens in den nächsten fünf bis zehn Jahren diesbezüglich etwas tun. Auch Heinz Weber sieht bei der Kommunikation mit den Bürgern noch Verbesserungsbedarf: "Eine Veranstaltung darf nicht erst am selben Tag in der Zeitung angekündigt werden."

    Konkrete Ideen hat der Stadtrat auch parat: "Sinnvoll wäre eine Rechtsabbiegerspur in der Südstraße an der Einmündung zur Babenhauser Straße." Eine an dieser Stelle angedachte Ampel hält er im ersten Schritt nicht für eine optimale Lösung. "Mit den Ampeln in der Nattenhauser Straße und an der Reisch-Kreuzung würde das für weiteres Stocken des Verkehrs sorgen." Eine weitere Idee betreffe das vom Einbahnstraßenversuch berührte Areal. "Wenn wir die Parkbuchten in der Synagogengasse entfernen, könnte die Straße zweispurig ausgebaut werden und so den Verkehr deutlich entzerren." Man müsse alle Maßnahmen im Kontext des Verkehrs-Gesamtkonzeptes sehen. In diesem Licht seien die Ideen bei der anstehenden Klausurtagung des Stadtrates zu diskutieren.

    Fißl zum Einbahnstraßen-Test: "So viel Kritik schon lange nicht mehr gehört"

    "Ich hab so viel Kritik wie schon lange nicht mehr gehört", kommentiert SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Fißldie Resonanz auf den Einbahnstraßen-Versuch, stellt aber auch eine ambivalente Erwartungshaltung fest: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass." Ein flüssiger Verkehr gehe eben nicht ohne Eingriffe und Veränderungen. Den Einbahnstraßen-Versuch hätte er ausgedehnt: "Den Verlauf aus dem Test hätte ich weiter bis zum Gesundbrunnenplatz, zum Ärztehaus, vorbei am Kaufland Richtung Burgauer Straße geführt." Ein Ring mit Einbahnstraße also. Einen weiteren Vorschlag zur Verkehrsberuhigung hatte die SPD im letzten Kommunalwahlkampf auf dem Zettel: ein Parkhochhaus auf dem städtischen Parkplatz beim Ärztehaus. "Wenn ich nach Günzburg oder München fahre, parke ich in der Tiefgarage oder im Parkhaus", erklärt der SPD-Fraktionschef. Das sei sinnvoller als die mühsame Parkplatzsuche und das Knöllchen-Risiko. Das wäre auch für Krumbach eine Lösung. "Die erste halbe Stunde könnte kostenlos sein, danach wäre eine kleine Gebühr fällig", meint Achim Fißl.

    Beim Thema Bürgerbeteiligung erkennt der SPD-Fraktionsvorsitzende die Herausforderung darin, diese repräsentativ zu gestalten. Wichtig sei in diesem Kontext, neben der Zeitung auch digitale Kanäle zu bespielen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden