Nur ein Mausklick und das Video wird abgespielt. Mit dem ewigen Laden ist es in Breitenthal bald vorbei. Die Bauarbeiten sollen derzeit in gleichem Tempo wie die baldige Internetverbindung laufen: mit Höchstgeschwindigkeit. Das Ende der Bauarbeiten ist Anfang des kommenden Jahres geplant, so Bürgermeisterin Gabriele Wohlhöfler. Beim Glasfaserausbau erhofft sie sich nicht nur für die jüngsten Bürgerinnen und Bürger einen Vorteil.
Im Februar soll es so weitsein, dann ist für jeden Haushalt ein Glasfaseranschluss möglich. Laut der Internetseite des Unternehmens Clevernet sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen und die aufgerissenen Straßen wieder befahrbar. Für die Bautrupps steht nun an, die Leerrohre zu befüllen. In diese wird die Glasfaserleitung eingeblasen. Bei Gabriele Wohlhöfler ist es schon so weit, der Hausanschluss ist fertig. Nun müssen nur noch die erforderlichen Geräte montiert werden. Die Bürgermeisterin von Breitenthal freut sich: "Das ist die Zukunft!" Wenn sie an die Internetverbindung der Zukunft denkt, hat sie ein Bild ihrer jungen Gemeindemitglieder im Kopf. Schülerinnen und Schüler, die vor dem Computer sitzen und lernen. Der jungen Generation raucht der Kopf - vom Büffeln, nicht vom Ärger über die stockende Internetverbindung. Es werde immer mehr über das Internet gearbeitet und kommuniziert. Daher ist es für Gabriele Wohlhöfler wichtig, am Fortschritt teilzunehmen.
Der Glasfaserausbau in Breitenthal ist im Februar abgeschlossen
Der Unterschied von Kupferkabel zu Glasfaser ist beachtlich. Von 20 auf 1000 mögliche Megabit pro Sekunde. Solche Geschwindigkeiten waren vor 20 Jahren noch unvorstellbar. Gabriele Wohlhöfler erinnert sich an eines ihrer ersten Gespräche mit MN-Redaktionsleiter Peter Bauer. Damals sprach sie ebenfalls über die Datenautobahn. Der Bürgermeisterin standen jedoch nur 384 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung. Sozusagen Steinzeit-Internet im Büro. Wenn die Internetverbindung überhaupt da war: Bei dem Richtfunk gab es so manch unerwarteten Ausfall. Etwa, wenn an einer Baustelle im Ortskern etwas gebaggert wurde. Immer wenn die Baggerschaufel auf Höhe des Richtfunks kam, stockte die Verbindung. Wohlhöfler entsinnt sich lachend an diesen Fall zurück: "Bis wir da erst mal drauf kamen, woran das Internetproblem liegt." In einer anderen Gemeinde störte ein Gerüst mit dem typischen Werbebanner den Richtfunk. Viel Ach und Krach für 384 Kilobit pro Sekunde.
Mit dem ewigen Warten und dem ständigen Verbindungsabbruch war 2010 Schluss. Für die sechs Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Krumbach gab es endlich flächendeckend schnelles DSL. Statt 384 Kilobit pro Sekunde stehen den Gemeindemitgliedern nun 20 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. So mancher Internetbenutzer muss dennoch viel Geduld aufbringen. Das Internet lahmt nach wie vor - zumindest zu den Stoßzeiten. Surfen nach Feierabend alle Nachbarn im Netz, schwankt die Leistung. Bei den Häusern, die weiter vom Verteilerkasten entfernt sind, lahmt das Internet generell. Das kann nervig sein, egal ob im Homeoffice oder in der Freizeit. Das Glasfasernetz soll die Internetverbindung verbessern.
Der Freistaat fördert den Glasfaserausbau in den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft mit knapp 8,8 Millionen Euro. Davon profitiert nicht nur Breitenthal. In Aletshausen erfolgte am vergangenen Freitag, 24. November, der Spatenstich zum Baustart. In der Gemeinde sollen laut dem Unternehmen Leonet insgesamt 14 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Auf den finalen Anschluss warten die Gemeindemitglieder aus Aletshausen länger als die Breitenthaler, hier funkt es erst im Sommer des kommenden Jahres. Im Gegensatz zu Breitenthal übernimmt der Telekommunikationsanbieter Leonet den Ausbau für fast 300 Haushalte eigenwirtschaftlich. Übrig bleiben 50 Haushalte, deren Anschluss nicht von Leonet finanziert wird. Diese Haushalte fallen zu 75 Prozent in die Förderung des Freistaats, den restlichen Anteil übernimmt die Gemeinde selbst.
Bürgermeisterin Wohlhöfler denkt bei Glasfaser an die Zukunft
Für Breitenthal ist der Glasfaserausbau ebenfalls nicht umsonst. Zusammengerechnet müssen die sechs Gemeinden 1,16 Millionen Euro selbst bezahlen. Gabriele Wohlhöfler ist dennoch davon überzeugt, dass sich diese Investition lohnt. Die Bürgermeisterin denkt beim Glasfaserausbau vor allem an eines: die Zukunft.