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Bürgermeisterwahl Krumbach 2026: Die Podiumsdiskussion in der Analyse

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ISEK, Krumbacher Innenstadt und Finanzen: Die zentralen Themen der Podiumsdiskussion in der Analyse

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    Die vier Bürgermeisterkandidierenden diskutieren beim Bürgermeister-Slam in der Aula der Krumbacher FOS/BOS über die politischen Weichenstellungen für die Zukunft der Stadt Krumbach.
    Die vier Bürgermeisterkandidierenden diskutieren beim Bürgermeister-Slam in der Aula der Krumbacher FOS/BOS über die politischen Weichenstellungen für die Zukunft der Stadt Krumbach. Foto: Ernst Mayer

    Moderator Marc Hettich wollte zu Beginn des inhaltlichen Teils der Krumbacher Podiumsdiskussion von den vier Bürgermeisterkandidaten wissen, was sie vom Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) halten. Florian Kaida (CSU) machte deutlich, dass er das ISEK vor allem pragmatisch sieht: Ohne dieses gebe es keine Städtebauförderung – und die brauche Krumbach dringend. Für ihn ist das ISEK ein Werkzeug, um Einzelhandel, Wohnungsbau und Verkehr gemeinsam zu denken und die Innenstadt gezielt zu stärken. Achim Fißl (SPD) formulierte es kritischer. Das ISEK sei vor allem eine Voraussetzung, um an Fördergelder zu kommen. Zwar sei die Frage, wie die Innenstadt aussehen soll, wichtig – doch das Verfahren werde oft „ohne Liebe“ durchlaufen, eher aus Zwang als aus Überzeugung. Für Claudia Lachenmayer (Grüne) ist das ISEK ein Instrument der Bürgerbeteiligung – eine Möglichkeit für Menschen, die sich nicht dauerhaft politisch engagieren, dennoch punktuell mitzugestalten. Eine solche Beteiligung wolle sie als Bürgermeisterin ausbauen. Maximilian Behrends (JW-OL) war selbst in der ISEK-Lenkungsgruppe aktiv und bezeichnete es als „wunderbares Handlungsinstrument für die nächsten zehn bis 15 Jahre“. Besonders hob er hervor, dass nicht nur die Stadt, sondern auch private Eigentümer von Förderungen profitieren können. Für ihn ist das Gebiet rund um Bahnhofstraße, Bahnlinie, Stadtsaal, Rathaus der Schlüsselraum für eine langfristige Stadtentwicklung. Während Fißl das ISEK eher als bürokratische Pflichtübung sieht, begreifen Behrends und Lachenmayer es als strategisches und demokratisches Instrument. Kaida fokussiert sich auf Förderfähigkeit und Umsetzbarkeit.

    Wie soll man Leerstand in Krumbach bekämpfen?

    Moderator Hettich fragte, wie leerstehende Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden könnten. Fißl forderte ein aktiveres Eingreifen der Stadt: Die Kommune solle jährlich Geld bereitstellen, um gezielt Immobilien anzukaufen. Behrends plädierte für ein Baulücken- und Leerstandkataster im Rahmen des ISEK. Wer Investoren oder Bauwillige gewinnen wolle, brauche Zahlen, Daten und Fakten. Gleichzeitig verwies er auf die Grenzen kommunalen Handelns: Die Stadt könne vermitteln und moderieren, sei aber durch Gesetze gebunden. Lachenmayer teilte diese Einschätzung. Entscheidend sei der Dialog mit den Eigentümern – doch die finanziellen Mittel der Stadt seien begrenzt. Kaida weitete den Blick: Leerstand gebe es nicht nur bei Wohnhäusern, sondern auch bei Betriebsimmobilien. Wichtig sei vor allem, neuen Leerstand zu verhindern, indem man den Einzelhandel stärke und Eigentümern konkrete Handlungsoptionen aufzeige – etwa Fördermöglichkeiten oder Nutzungsperspektiven. Entscheidend sei nicht nur, wer saniert, sondern wer einziehen will. Deshalb müsse Krumbach auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv nach Nutzern suchen. Fißl steht für ein stark eingreifendes kommunales Handeln, Behrends und Lachenmayer für moderierende Stadtentwicklung, Kaida für einen wirtschaftsnahen, netzwerkorientierten Ansatz. Alle vier erkennen das grundsätzliche Problem.

    Klamme Kassen: Was kann sich Krumbach noch leisten?

    Nun ging es um die finanziell angespannte Lage der Stadt. Behrends machte klar, dass Pflichtaufgaben – insbesondere Schulen und Infrastruktur – den Haushalt dominieren werden. Steuererhöhungen, etwa bei Grund- oder Gewerbesteuer, lehnt er ab. Stattdessen setzt er auf Prozessoptimierung, Zurückhaltung beim Stellenaufbau und vorsichtige Finanzplanung. Lachenmayer sah größere Chancen in Energieeinsparung und nachhaltiger Standortpolitik: Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, moderne Straßenbeleuchtung, Stärkung von Gewerbe, Handel und Gastronomie. Vor allem aber müsse Krumbach mit weichen Standortfaktoren punkten – Bildung, Freizeit, Stadtbad, Lebensqualität – um Fachkräfte und Unternehmen zu halten. Kaida legte den Schwerpunkt auf Verlässlichkeit und Effizienz. Die Stadt müsse ein Partner für Unternehmen sein, zuhören, Probleme ernst nehmen und langfristig planen – mit einem jahrzehntelangen Investitionshorizont. Fißl entgegnete: Feuerwehr, Schulen, Sportzentrum – all das werde teuer. Sparsamkeit, etwa beim Straßenbau, und neue Gewerbeflächen seien notwendig, um handlungsfähig zu bleiben. Alle vier versprachen keine Wunder. Während Lachenmayer stärker auf ökologische und soziale Zukunftsinvestitionen setzt, stehen bei Kaida und Behrends Effizienz und Haushaltsdisziplin im Vordergrund. Fißl bleibt der Mahner, der vor Illusionen warnt.

    Wie können Kultur und Vereine in der Stadt gefördert werden

    Die Frage, ob es im Rathaus eine eigene Stelle für Kultur geben solle, offenbarte Unterschiede. Lachenmayer forderte ein Amt für Kultur und Soziales, das Vereine unterstützt, Ansprechpartner ist und bürokratische Hürden abbaut. Kultur sei Teil von Wohlstand. Behrends widersprach entschieden: Über 150 Vereine wüssten bereits, an wen sie sich wenden müssen, die Stadt fördere sie jährlich mit 250.000 Euro. Eine neue Stelle sei in Zeiten knapper Kassen nicht vertretbar. Wichtiger seien funktionierende Räume wie Stadtsaal, Bürgerhaus und Hallen. Fißl brachte die Haushaltslogik ein: Wenn neue freiwillige Aufgaben kommen, müsse man sagen, was man künftig nicht mehr finanziert. Kaida wiederum sprach sich für eine Stabsstelle für Standortpolitik aus, die Kultur- und Wirtschaftsförderung verbindet. Eine solche Investition könne sich langfristig auszahlen, sagte er. Beim Thema Kulturförderung teilen sich die Kandidaten in zwei Lager.

    Danach wurde es persönlich – im positivsten aller Sinne. Marc Hettich fragte, für welche Herzensprojekte die vier brennen. Kaida sprach über seinen Stolz auf die Stadt, einen starken Einzelhandel, soziale Anlaufstellen und ein Krumbach, das „mehr kann“. Behrends nannte vor allem Schulen, sozialen Wohnungsbau, Nachverdichtung und aktives Standortmarketing als zentrale Zukunftsaufgaben. Fißl verband sozialen Wohnungsbau mit Klimaanpassung – von Hitzeschutz bis Hochwasservorsorge. Lachenmayer betonte Pflegekräfte, Wohnraum, sichere Schulwege und eine barrierefreie Stadt. Trotz unterschiedlicher Akzente lief vieles auf einen gemeinsamen Kern hinaus: Krumbach soll sozial, lebenswert und zukunftsfähig bleiben.

    Volle Aula, gespannte Gesichter und vier Kandidaten: Die Krumbacher Podiumsdiskussion in Bildern

    Bürgermeisterwahl Kanidaten Vorstellung in Krumbach, die Kandidatern Achim Fißl, Claudia Lachenmayer, Florian Kaida, Maximilian Behrens und Moderator Marc Hettich viele Zuhörer
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    42 Bilder
    Über 350 Menschen, vier Bewerber und ein Nachmittag voller Spannung, Argumente und Erwartungen. Unsere Bildergalerie zeigt Eindrücke vom Bürgermeister-Slam in Krumbach.

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