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Quartiersmanagement startet Sommer im Stadtgarten und Gemüsewiese in Krumbach

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Einfach eine „Macherin“: Die neue Krumbacher Quartiersmanagerin packt den Sommer im Stadtgarten an

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    Das Büro der neuen Quartiersmanagerin Jana Schlosser ist im Krumbacher Bürgerhaus.
    Das Büro der neuen Quartiersmanagerin Jana Schlosser ist im Krumbacher Bürgerhaus. Foto: Mira Herold-Baer

    Im Büro von Jana Schlosser herrscht kontrolliertes Chaos. Flyer liegen neben Veranstaltungsplänen, auf dem Schreibtisch stapeln sich Notizen, Broschüren und Bücher. Dazwischen sitzt die neue Quartiersmanagerin von Krumbach, organisiert Termine, beantwortet Nachrichten und spricht über Projekte, die zwar erst in einigen Monaten beginnen, aber trotzdem schon ihre Aufmerksamkeit benötigen. „Langweilig wird mir nicht“, sagt die 34-Jährige und lacht. Aber was genau macht eine Quartiersmanagerin überhaupt?

    „Einen typischen Arbeitstag gibt es bei mir eigentlich nicht“, erklärt Schlosser, die seit März im Bürgerhaus arbeitet. „Gerade bin ich viel dabei, mich mit Menschen und Vereinen zu vernetzen.“ Die meiste Zeit fließt derzeit in zwei größere Vorhaben: den Sommer im Stadtgarten, der von Mitte Juni bis Mitte August stattfinden soll, und die Gemüsewiese in der Dr.-Steinbrenner-Straße.

    Sommer im Stadtgarten mit über 20 Veranstaltungen in Krumbach

    Für den Sommer im Stadtgarten sind mehr als 20 Veranstaltungen geplant, von Live-Musik über Brettspieltreffen bis zum Seniorennachmittag und Freiluftgottesdienst. Die Gemüsewiese dagegen soll vor allem ein Ort der Begegnung werden, der allen jederzeit offensteht. Hier lassen sich Pflanzen anbauen und Gartentipps austauschen, aber auch einfach nur die „grüne Oase“ genießen. Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit, regionale Lebensmittel und ein bewusster Umgang mit der Natur und den Ressourcen, so die 34-Jährige. „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Schlosser, „Wir suchen immer Menschen, die mitgärtnern wollen.“

    Wer mit ihr spricht, merkt schnell: Die junge Mutter organisiert nicht nur gern, sie denkt ständig weiter. Während des Gesprächs ergänzt sie immer wieder um Ideen, nennt Ansprechpartner, plant neue Kontakte. Ihre Führungskraft Maria Schiefele, Leitung Ambulante Angebote der KJF Soziale Angebote Nordschwaben, beschreibt sie als „richtige Macherin“.

    Schlosser studierte in Freiburg und München und leitete dann ein Bewegungsprojekt für Kinder

    Die neue Aufgabe passt dabei zu ihrem bisherigen Berufsweg. Schlosser studierte Sportwissenschaften in Freiburg, absolvierte anschließend einen Master in Gesundheitsmanagement in München und leitete danach ein bayernweites Bewegungsprojekt für Kinder. Zuletzt arbeitete sie fünf Jahre lang bei der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Augsburg. Projekte koordinieren, Netzwerke aufbauen, Menschen zusammenbringen – vieles von dem, was sie dort gelernt hat, braucht sie nun auch in Krumbach.

    Auf der Gemüsewiese in Krumbach darf jede und jeder anbauen. Quartiersmanagerin Jana Schlosser will sie nun aus ihrem „Dornröschenschlaf“ holen.
    Auf der Gemüsewiese in Krumbach darf jede und jeder anbauen. Quartiersmanagerin Jana Schlosser will sie nun aus ihrem „Dornröschenschlaf“ holen. Foto: Melissa Niedermair (Archivbild)

    Das Quartiersmanagement ist ein Angebot der KJF Soziale Angebote Nordschwaben. Träger ist die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg). „Ich fand die Vorstellung spannend, direkt hier vor Ort etwas gestalten zu können“, antwortet die 34-Jährige auf die Frage, weshalb sie sich auf die Teilzeitstelle mit 20 Stunden beworben hatte. Denn inzwischen wohnt die junge Mutter, die zwei Mädels zu Hause hat, wieder in Krumbach. „Dabei habe ich jetzt erst gemerkt, wie wichtig solch eine Anlaufstelle eigentlich sein kann.“

    An Angeboten mangelt es Krumbach eigentlich nicht. Vereine, Kulturveranstaltungen, Initiativen und soziale Projekte gibt es viele. „Ich war erstaunt, wie viel hier schon da ist“, sagt Schlosser. Gleichzeitig gebe es Menschen, die davon kaum erreicht würden: Familien mit Sprachbarrieren, Alleinerziehende, ältere Menschen oder Jugendliche, die sich zunehmend isoliert fühlten. „Die große Frage ist: Wie erreichen wir die, die nicht von allein kommen?“

    Vereine und Ganztagsunterricht verändern das soziale Miteinander

    Genau darin sieht Schlosser eine der zentralen Herausforderungen ihrer Arbeit. Krumbach sei klein genug, dass man sich kenne – und zugleich groß genug, dass manche Gruppen leicht übersehen würden. Wer still ist, bleibe oft unsichtbar. Deshalb plant sie Gespräche mit dem Jugendamt, den Frühen Hilfen und der Erziehungsberatungsstelle. Sie denkt über ein Sprachcafé nach und möchte, wenn möglich, ein Projekt ihrer Vorgängerin weiterführen: „Zusammen geplant – zusammen ist man weniger allein.“

    Das Thema Einsamkeit beschäftigt Schlosser besonders. „Das kann heute jede und jeden betreffen“, sagt sie. Nicht nur ältere Menschen seien davon betroffen, sondern auch Familien oder Jugendliche. Gleichzeitig beobachtet sie, dass Gemeinschaft nicht mehr selbstverständlich sei. Vereinsmitgliedschaften gingen zurück, Ganztagsunterricht nehme Zeit, viele Menschen konzentrierten sich stärker auf den eigenen Alltag.

    Sie verbrachte einen großen Teil ihrer Jugend beim Tanzverein Krumbach

    Was Gemeinschaft bedeuten kann, hat Schlosser selbst früh erlebt. Sie ist in Krumbach aufgewachsen und verbrachte einen großen Teil ihrer Jugend beim Tanzverein Krumbach. Erst im Ballett, später bei Hip-Hop und Jazz Dance, inklusive Wettkämpfen und Auftritten. „Man steht dort nie allein auf der Bühne“, sagt sie. „Man trainiert zusammen, scheitert zusammen und entwickelt sich zusammen weiter.“ Und dieses Gefühl vermisse sie heute manchmal im gesellschaftlichen Miteinander.

    Mein Beruf ist keine One-Man-Show.

    Jana Schlosser, Krumbachs Quartiersmanagerin

    Konkrete Erfahrungen? Sie überlegt. Nicht wirklich, sagt sie. Aber die Mitgliedszahlen in Vereinen gehen zurück. Der Nachmittagsunterricht frisst die Zeit. Die Menschen schauen mehr auf sich. „Ich halte es für wichtig, dass man sich austauscht. Auch über die Generationen hinweg.“ Dabei versteht Schlosser ihre Rolle nicht als Einzelkämpferin, „mein Beruf ist keine One-Man-Show.“

    Denn Quartiersmanagement funktioniere nur, wenn sich Bürgerinnen und Bürger selbst einbringen. Sie wolle koordinieren, vermitteln und Menschen miteinander vernetzen. „Ich wünsche mir, dass Ideen und Wünsche von außen an mich herangetragen werden“, sagt sie. „Dann kann ich versuchen, daraus gemeinsam mit der Stadt und anderen Einrichtungen etwas zu machen. Ich bin quasi das Bindeglied zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Politik.“

    Oder einfacher gesagt: Jana Schlosser soll Menschen zusammenbringen, die sich im Alltag oft aus dem Blick verlieren. In ihrem Büro im Bürgerhaus hat sie dafür bereits viele Pläne gesammelt. Wahrscheinlich werden es in den kommenden Monaten noch deutlich mehr werden.

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