Die deutsche Filmlandschaft kann stolz sein. Es ist schon mehr als 20 Jahre her, dass ein deutscher Wettbewerbsbeitrag den Goldenen Bären der Berlinale gewinnen konnte. Nach Fatih Akins „Gegen die Wand“ ist es das Polit-Drama „Gelbe Briefe“ von Ilker Çatak, das als bester Film geehrt wird. Der Film erzählt von einem Theater-Künstlerpaar in Ankara, das ins Visier des türkischen Staates gerät.
Die Auszeichnung der deutschen Ausnahme-Schauspielerin Sandra Hüller mit dem Silbernen Bären wurde allseits erwartet, in dem Historiendrama „Rose“ ist sie kaum wiederzuerkennen und spielt eine Frau im 30-jährigen Krieg, die sich als Mann ausgibt, damit sie selbst über ihr Leben bestimmen kann. Gründe zur Freude also.
Die Jury sollte sich zum „Völkermord in Gaza“ positionieren
Doch Schlagzeilen produzierte die Berlinale 2026 weniger wegen der präsentierten Filme, sondern wegen der Versuche, den Gaza-Krieg und die Lage der palästinensischen Bevölkerung zum Festival-Thema zu machen. In Pressekonferenzen wurde von der Jury verlangt, sich eindeutig gegen den „Völkermord in Gaza“ zu positionieren. Als die Jury das nicht machte, folgte die öffentlichkeitswirksam inszenierte Festival-Absage der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy. Darauf ein offener Brief von Filmschaffenden, etwa Tilda Swinton, der der Berlinale vorwarf, zum „Völkermord in Gaza“ zu schweigen.
Verstörend an dieser von außen aufgezwungenen Positionierung war, dass sie von Künstlern und Filmschaffenden kam, die bewusst in Kauf nahmen, die Aufmerksamkeit weg von der Arbeit ihrer Kollegen zu lenken. Dass es in den Augen derer, die die Berlinale kritisierten, nur eine richtige Antwort auf einen der kompliziertesten Konflikte weltweit gibt, spricht für sich.
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