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Knast, Corona, Seitenwechsel: Die Gesichter des Jahres 2022 in Bayern

Foto: dpa/Montage: AZ

Becker und Schuhbeck, Mayer und Huber, Holetschek und Lauterbach, Pschierer und Seehofer: Diese vier gemischten Doppel aus 2022 bleiben in Bayern in Erinnerung.

Alfons Schuhbeck und Boris Becker

Foto: Matthias Balk, dpa - Kirsty O'connor, PA Wire/dpa

Alfons Schuhbeck scheint ja auch ein ehrgeiziger Sportler (gewesen) zu sein. Vielfach erzählt ist die Geschichte, dass der Fernsehkoch die Tage in der Küche und die Nächte im Fitnessstudio verbrachte. Boris Becker, so sagt er es selbst, hat seine Zeit im Knast damit verbracht, die übrigen Häftlinge zu trainieren. 

Dass die beiden tief gestürzten Promis sich im Gefängnis gegenseitig fit halten, wird nicht möglich sein: Boris Becker hat seine Haftstrafe wegen Insolvenzdelikten bereits verbüßt, wurde nach sieben Monaten vorzeitig entlassen. Alfons Schuhbeck steht die Zeit in der Zelle wahrscheinlich noch bevor. 

Becker und Schuhbeck, das waren die beiden Promi-Prozesse des Jahres 2022. Am Ende standen nicht nur zwei Urteile, sondern auch zwei entzauberte Lebenswerke, zwei einst so Gefeierte vor den Trümmern ihrer Karrieren

Beide gefallenen Stars wurden verurteilt, weil sie Vermögen in Millionenhöhe beiseitegeschafft haben – die Tennislegende von einem Gericht in London, der Topkoch vom Münchner Landgericht

Anders als Becker, der bis heute nur vier von 24 Anklagepunkten einräumt, hat der 73-jährige Schuhbeck im Gerichtssaal alles zugegeben – wenn auch nur scheibchenweise, Salamitaktik also. Am Ende standen drei Jahre und zwei Monate Haft ohne Bewährung, das Geständnis hat ihn vor einer höheren Strafe bewahrt. 

Während der 55-jährige Becker den Jahreswechsel als freier Mann mit seiner Familie verbringen kann, betreiben Schuhbeck und seine Anwälte Gehirnsport mit Blick auf die schriftliche Urteilsbegründung des Gerichts. Sie haben Berufung eingelegt – ob sie damit Erfolg haben, werden die kommenden Monate zeigen. (Sarah Ritschel)

Stephan Mayer und Martin Huber

Foto: Sven Hoppe, dpa - Peter Kneffel, dpa

Der Rückweg der CSU zum katholisch-konservativen Heimatgefühl sollte – was sonst? – über Altötting führen. Der liberale Stadtmensch Markus Blume – immer schon mehr Schöngeist als Wadlbeißer – hatte als Generalsekretär ausgedient. Er sei, so fand Parteichef Markus Söder, doch wohl eher als Wissenschaftsminister am richtigen Platz. Außerdem sollte ein bodenständiger Pragmatiker aus Niederbayern dem dort aus Sicht des CSU-Chefs allzu populären Landbevölkerungsversteher Huber Aiwanger (Freie Wähler) Paroli bieten. Und auch das Bau- und das Sozialministerium sollten neu besetzt werden. 

Die Folge war ein Ringtausch mit Kündigungen: Wissenschaftsminister Bernd Sibler durfte Landrat in Deggendorf werden. Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter durfte von Kerstin Schreyer das Bauministerium übernehmen. Die Oberbayerin Ulrike Scharf ersetzte die Schwäbin Carolina Trautner als Sozialministerin. Blume wurde Wissenschaftsminister. Und als neuer CSU-Generalsekretär wurde der frühere Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer aus Altötting berufen – ein konservativer Katholik vom Land. 

Der aber hatte ein Problem, das wohl nirgendwo sonst, aber in Altötting offenbar immer noch eines ist: Er verheimlichte ein außereheliches Kind. Als ihm deshalb ein Boulevard-Reporter im Nacken saß, leistete er sich einen klassischen Sekundärfehler: Er beschimpfte den Journalisten und bedrohte ihn angeblich sogar mit „Vernichtung“. 

Mayer trat zurück. Für Söder war es „ein bitterer Tag“. Noch in derselben Woche präsentierte der CSU-Chef den Nachfolger vom Nachfolger: den Landtagsabgeordneten Martin Huber – aus Altötting. (Uli Bachmeier)

Klaus Holetschek und Karl Lauterbach

Foto: Sven Hoppe, dpa - Wolfgang Kumm, dpa

Corona, Cannabis, Krankenhäuser – es scheint kein Thema im Universum der Gesundheitspolitik zu geben, bei dem sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht in die Haare kriegen. Der Pragmatiker in München und der Professor in Berlin schenken sich nichts. 

„Realitätsverlust“, „Basta-Mentalität“, „Kommunikationsdesaster“ – so schallt es zum Beispiel in Sachen Corona aus der bayerischen Staatsregierung in Richtung Ampelkoalition. Was die Bayern treiben sei „leichtsinnig“ und „sehr populistisch“ schallt es aus der Bundeshauptstadt zurück nach München. Während des Oktoberfests, das erstmals seit Beginn der Pandemie wieder stattfinden durfte, ging es besonders giftig zur Sache. Lauterbach kritisierte die „öffentliche Ratgeberei“ aus Bayern – und zwar, wie er sagte, von den gleichen Leuten, die er auf Volksfesten „mit dem Masskrug in der Hand“ sieht. 

So kontrovers war es zwischen den beiden Herren nicht immer. Während der Regierungsbildung in Berlin im November 2021 hatte Holetschek seinen heutigen Kontrahenten sogar als Bundesgesundheitsminister empfohlen. Mit Lauterbach, so sagte er, stehe „ein erfahrener Arzt und Epidemiologe zur Verfügung.“ 

Doch die Zeiten haben sich geändert. Lauterbach ist nicht mehr der allseits gefragte Experte, der Rat gibt, sondern der Minister, der entscheiden soll. Sein Problem: Er kann in der Koalition oft nicht so entscheiden wie er will. Sein Fehler: Er gibt unverdrossen weiter den Experten und versucht, was er selbst nicht lösen kann, auf die Länder abzuschieben. Das ist sein Schwachpunkt. Ergebnis: Politischer Vorteil für Holetschek. (Uli Bachmeier)

Josef Pschierer und Susanne Seehofer

Foto: Sven Hoppe, dpa - Lennart Preiss, dpa

Einen altgedienten Mitstreiter verloren, eine junge Frau mit klangvollem Namen nicht gewonnen – so richtig rund ist es für die CSU 2022 nicht gelaufen. Erst kündigte Susanne Seehofer (31), Tochter des langjährigen Parteichefs und Ministerpräsidenten Horst Seehofer, an, sie wolle lieber für die FDP als für die Partei ihres Vaters in den Landtagswahlkampf ziehen. Dann gab auch noch der frühere bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (66) sein CSU-Parteibuch zurück, lief zu den Liberalen über und ließ sich im Stimmkreis Memmingen als FDP-Direktkandidat nominieren

Ihre Begründungen, die sie in Interviews gaben, sind zwar nicht deckungsgleich, aber sie ähneln sich. „Die CSU sieht oft mehr die Risiken anstatt Chancen und mehr Vergangenheit als Zukunft“, sagte Seehofer. Die CSU habe das Motto „Leben und leben lassen“ nicht länger beherzigt und sei „Schritt für Schritt immer dogmatischer und gleichzeitig wankelmütiger geworden“, befand Pschierer. 

In der FDP, die aktuell allen Grund hat, um den Wiedereinzug in den Landtag zu bangen, wurden die beiden mit medialem Tamtam aufgenommen. Am Wahlsonntag im Oktober wird es für die Liberalen auf jede Stimme ankommen. Seehofer soll in München-Mitte punkten, wo es die CSU zuletzt nur noch auf magere 25 Prozent gebracht hatte. Pschierer soll seine früheren Parteifreunde in Schwaben und seinen direkten Gegenkandidaten in Memmingen, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), zumindest ein bisserl ärgern. 

Die CSU-Spitze reagierte auf die Ankündigungen mit zähneknirschendem Schweigen. Horst Seehofer aber stellte klar: „Wenn meine Tochter zur FDP geht, dann ist das kein Landesverrat.“ (Uli Bachmeier)