Nach diesen beiden Wochen voller Pleiten und Pannen vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien wünscht man sich eines: eine Auszeit für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, damit er Zeit für ein Praktikum in Sachen Politik bekommt. Vor zwei Wochen wollte Weimer Stärke demonstrieren und bei Deutschlands größtem Filmfestival Berlinale durchgreifen. Das Ergebnis: Nicht die Filmfestivalleiterin Tricia Tuttle musste den K.-o.-Schlag einstecken, sondern Weimer mit seiner Initiative.
Debatte um Demokratie im Kulturbereich entbrennt
Gleich danach kam heraus, dass seine Behörde nachträglich in die Preisvergabe des deutschen Buchhandlungspreises eingegriffen hat. Jedes neue Detail macht diese Entscheidung fragwürdiger. Wieso vertraut Weimer nicht einfach der Jury, die ja doch wohl in seinem Sinn zusammengesetzt worden ist? Wieso ist Weimer nicht klar, welche Folgen es hat, wenn hinterher Preisträger gestrichen werden? Und wenn dann noch herauskommt, dass Weimers Behörde den nachträglich gestrichenen Buchhandlungen im Namen der Jury abgesagt hat, wird es richtig peinlich. Fast noch schlimmer macht das Ganze, dass man den Eindruck gewinnt, Weimer habe in beiden Fällen im Glauben gehandelt, die Werte der Demokratie zu verteidigen. Demokratie muss auch den Widerspruch aushalten – im Kulturbereich noch viel mehr.
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