Natürlich weiß jeder, wofür eine Sonnenbrille da ist: Um die Trägerin oder den Träger gut aussehen zu lassen! Die Sache mit der Sonne ist zweitrangig. Richtig lässig lässt wirkt sie ohnehin erst in der Dunkelheit, siehe die „Blues Brothers“, die dem Modell Wayfarer nach Erscheinen des Films irrsinnige Verkaufszahlen bescherten. Was auch an Sätzen wie diesen lag: „Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen. Los geht's.“
Aber zurück ins Tageslicht: Die Pilotenbrille, die der französische Präsident Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos wegen eines akuten Augenleidens trug, verursachte ungläubiges Blinzeln. Machte Macron etwa auf „Top-Gun“-Pilot Tom Cruise, der dem Modell Aviator zum erneuten Höhenflug verhalf? Sah das unfassbar lässig oder doch lächerlich aus? Wäre eine Augenklappe, wie sie einst Olaf Scholz trug, nicht cooler gewesen? Uneinigkeit auch in Frankreich. Macrons Brille ist jedenfalls ein französisches Produkt. Hersteller Henry Jullien kann sich vor Anfragen inzwischen kaum noch retten. Das Modell für etwa 650 Euro nennt sich Pacific, vielleicht hat auch das den US-Präsidenten Donald Trump ein wenig getriggert, der gegen Macrons „schöne Sonnenbrille“ stichelte, vielleicht aber auch der Umstand, dass man sich selbst darin spiegelt. Womit wir, Augen auf, bei Grönland wären! Dem Land, in dem die Sonnenbrille erfunden wurde (wie sich so eine Woche doch nachrichtlich rundet). Dort raspelten die Inuit schon vor Jahrtausenden dünne Sehschlitze in Seehundknochen, und – man kann es nicht anders sagen – sahen unfassbar cool damit aus! Los geht's.
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