„Girl Taken“ (ab 8.1., Paramount+) – Entführt, eingesperrt und missbraucht: Dies ist das düstere Szenario des sechsteiligen Psychothrillers „Girl Taken“. In einer englischen Kleinstadt entführt der Lehrer Rick (Alfie Allen) seine Schülerin Lily (Tallulah Evans) und unterwirft sie einem jahrelangen Martyrium. Erst nach acht Jahren gelingt Lily, die mittlerweile ein Kind von ihrem Peiniger hat, die Flucht. Doch der Weg zurück in die Normalität ist steinig, denn Rick ist noch immer auf freiem Fuß und bleibt eine tödliche Bedrohung.
„The Pitt“ (ab 13.1., HBO Max) – Klinikserien polarisieren oft: Die einen sind realitätsfern, die anderen schmerzhaft authentisch. Das neue Hochdruck-Krankenhausmelodram „The Pitt“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Im Mittelpunkt steht Dr. Robby, verkörpert von „Emergency Room“-Altstar Noah Wyle. Als Oberarzt in der Notaufnahme eines Pittsburgher Krankenhauses steht er an der vordersten Front der Großstadt-Medizin. Hektik auf der Rettungsstelle, realistische Bilder von offenen Knochenbrüchen und Ärzte, die das Leben hart, aber nicht herzlos gemacht hat: Für Genrefans ist diese Serie genau das Richtige. Das vielgelobte neue Projekt der „Emergency Room“-Macher wurde zuletzt bei der Emmy-Verleihung unter anderem als beste Dramaserie ausgezeichnet.
In „Hijack“ wird die Fahrt mit der Berliner U-Bahn zum Albtraum
„Hijack“ (ab 14.1., AppleTV) – U-Bahn-Fahren in Berlin ist selten vergnügungssteuerpflichtig, doch für Sam Nelson (Idris Elba) wird die Fahrt durch den Untergrund in der zweiten Staffel der Actionserie „Hijack“ zum Albtraum. Nachdem der coole Krisenverhandler in Staffel eins ein entführtes Flugzeug rettete, muss er sich nun beweisen, als sein U-Bahn-Zug in der deutschen Hauptstadt gekapert wird. Um die klaustrophobische Enge im Tunnel zu brechen, fächert die Serie die Handlung auf: In den Berliner Palästen der Macht regiert politisches Kalkül, in der U-Bahn-Leitstelle kämpft jeder verzweifelt gegen das Chaos, und ein weiterer, mysteriöser Erzählstrang führt zu einer abgelegenen Waldhütte, in der Sam Nelsons Frau einsam lebt. Wer nach dem verblüffenden Cliffhanger am Ende der ersten Episode nicht angefixt ist, der ist für das Thriller-Genre wohl endgültig verloren.
„Tage, die es nicht gab“ (ab 16.1., ARD-Mediathek) – Vier Frauen und ein Todesfall: Die zweite Staffel der Krimi-Dramaserie „Tage, die es nicht gab“ setzt die Geschichte von vier Freundinnen, die ins Visier der Polizei gerieten, fort. Diesmal wird eine junge Babysitterin ermordet im Haus von Miriam (Diana Amft) gefunden, und zufällig waren die Männer aller vier Freundinnen zur Tatzeit wie vom Erdboden verschluckt. Ziemlich schnell gelingt es den Serienmachern, ein spannendes Rätsel aus Lügen und Geheimnissen zu entwerfen, allerdings bleiben die Frauen diesmal seltsam unnahbar. Für lakonischen Humor sorgt erneut das schräge Ermittlerduo Lukas Leodolter (Tobias Resch) und Elfriede Grünberger – großartig gespielt von Sissy Höfferer. Die achtteilige zweite Staffel beendet die sehenswerte österreichische Mischung aus Gesellschaftsporträt, Familiendrama und Krimi.
„A Knight of the Seven Kingdoms“ (ab 19.1., HBO Max) – Der Erfolg der Fantasysaga „Game of Thrones“ mit dem epischen Kampf um den Eisernen Thron war gigantisch – nun bauen die Macher die Welt des fiktiven Kontinents Westeros zu einem umfassenden Serienkosmos aus. Das zweite Prequel nach „House of the Dragon“ schlägt dabei andere, freundlichere Töne an: mehr Humor, weniger Drachenblut. Im Zentrum der Fantasy-Saga nach George R.R. Martin steht Ser Duncan (Peter Claffey), ein gutmütiger Lulatsch und Ritter von der traurigen Gestalt, der davon träumt, ein tapferer Recke zu werden. Rund 100 Jahre vor der Originalserie angesiedelt verzichtet die süffige und opulente Produktion auf epische Schlachten und fokussiert sich stattdessen auf den Alltag im pseudomittelalterlichen Westeros.
Michael J. Fox und Harrison Ford liefern sich Wortgefechte
„Shrinking“ (ab 28.1., AppleTV) – Es ist nicht einfach nur die dritte Staffel der brillant witzigen Psychotherapie-Serie „Shrinking“, sondern das Schauspielcomeback des an Parkinson erkrankten Michael J. Fox: Der „Zurück in die Zukunft“-Star spielt einen Patienten, der sich sardonische Dialoge mit dem Psychotherapeuten Paul Rhodes (Harrison Ford) liefert – beide leiden an Parkinson. Rhodes ist der väterliche Mentor seines jüngeren Kollegen Jimmy (Jason Segel), der seit dem Unfalltod seiner Frau alleinerziehender Vater ist. Das klingt wahnsinnig deprimierend, ist es aber ganz und gar nicht, sondern rundherum eine Wohlfühlserie, mit drolligen Charakteren und schnellen, auch mal scharfen Dialogen. Eine Feelgood-Comedy mit Emotionen, die sich entwaffnend echt anfühlen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren