Klassenzimmer statt Laptop: Seit Montag können die Musikschulen in Bayern bei einer Corona-Inzidenz unter 100 wieder persönlich unterrichten. Das freut Lehrkräfte und Schüler an der städtischen Sing- und Musikschule in Landsberg. Und natürlich auch Birgit Abe. Die 49-Jährige ist, ebenfalls seit Anfang der Woche, ganz offiziell die neue Leiterin der Einrichtung. Doch wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, müssen Lehrer und Schüler auch einige Vorgaben beachten.
Birgit Abe hat sich den Start als Leiterin der Städtischen Sing- und Musikschule so nicht vorgestellt. Seit Anfang des Jahres hat sich die ausgebildete Geigerin bereits eingearbeitet und übernimmt nun offiziell die Nachfolge von Lothar Kirsch, der in Ruhestand geht. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie war sie bislang damit beschäftigt, Wege zu finden den Musikunterricht adäquat in einem digitalen Format zu ermöglichen. Technische Fragestellungen und datenschutzrechtliche Voraussetzungen mussten geklärt werden. „Für mich als Musikerin bedeutet eine Auseinandersetzung mit diesen Themen natürlich den Sprung ins kalte Wasser“, sagt sie. Doch es sei gelungen, Einzelunterricht während des Lockdowns digital stattfinden zu lassen.
Rund 530 Kinder lernen im Einzelunterricht
Seit Montag dürfen die Schüler wieder in die Räume der Musikschule am Leonhardiplatz kommen. Rund 530 Mädchen und Buben lernen im Einzelunterricht Geige, Klavier oder Gitarre spielen. Aufgrund des Infektionsschutzes sind laut Abe ein Mindestabstand von zwei Metern, medizinische Gesichtsmasken für die Lehrkräfte und FFP2-Masken für die Schüler vorgeschrieben. Bei Kindern unter 15 Jahren reiche auch eine einfache Maske aus. Und: Bei Blasinstrumenten darf die Maske natürlich abgenommen werden.
Die Corona-Situation bereitet Abe natürlich Sorgen. Gerade das öffentliche Präsentieren von Musik sei für die musikalische Entwicklung enorm wichtig. Aktuell würden zwar Veranstaltungen geplant, allerdings immer mit einer gewissen Unsicherheit und in eingeschränktem Rahmen. So gehe es nun verstärkt darum, diese Lücke zu füllen, die durch die fehlenden Auftritte entstanden ist, und einen Weg zu finden, die Motivation der Schüler zu erhalten. Dafür werde gerade ein Musikwettbewerb durchgeführt. Die Teilnehmer sollen ein kurzes Video aufnehmen und einsenden. Dabei sind sie in der Wahl ihres Stückes und der Darbietung relativ frei. Durch den Zwang auf digitale Medien auszuweichen, eröffnen sich auch neue Wege der Kreativität, sagt Birgit Abe.
Birgit Abe ist selbst Mutter von drei Kindern und liebt es, die Begeisterung für die Musik bei den Schülern zu wecken und zu fördern. Das geht aus ihrer Sicht am besten durch das gemeinsame Musizieren im Ensemble oder im Orchester. So hat sie während ihrer Tätigkeit als Geigenlehrerin die Streicherklasse an der Grundschule Spitalfeld angeregt und etabliert. Die Leitung des Jugendsinfonieorchesters übernahm sie im Jahr 2010. In der Folge kam die Gründung des Kammerorchesters hinzu.
Birgit Abe organisiert auch "Jugend musiziert"
Für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ hat Birgit Abe in der Vergangenheit ihre Schüler vorbereitet und angemeldet. In Zukunft wird sie den Wettbewerb, der in Landsberg stattfindet, von organisatorischer Seite her betreuen. Aus ihrer Schülerschaft gehen Musikstudenten hervor sowie auch Kulturförderpreisträger, was sie persönlich sehr ehrt. Das uneingeschränkte Vertrauen wurde Birgit Abe auch schon von ihrem Vorgänger Lothar Kirsch ausgesprochen. Er ist überzeugt davon, dass sie die richtige Besetzung der Stelle ist. Seit vielen Jahren kennt Kirsch sie bereits als Kollegin. Früh habe er erkannt, dass in Birgit Abe eine Leidenschaft und besondere Begeisterung für die Musikschule brennt. Die Entwicklung der Schülerzahlen sieht Birgit Abe positiv. Landsberg habe wachsendes Potenzial, weil hier viele junge Familien leben.
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