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Der Landkreis Landsberg braucht ein Frauenhaus

Kommentar

Landsberg braucht dringend ein Frauenhaus

Bianca Dimarsico
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    Frauenhäuser sind in Deutschland rar und fast immer voll belegt. Die Politik sollte sich um mehr Plätze bemühen.
    Frauenhäuser sind in Deutschland rar und fast immer voll belegt. Die Politik sollte sich um mehr Plätze bemühen. Foto: Peter Steffen, dpa (Symbolbild)

    Wer sich Statistiken zum Thema Gewalt gegen Frauen ansieht, merkt schnell, dass die Zahl der Fälle Jahr für Jahr steigt. Laut Lagebildern des Bundeskriminalamtes (BKA) erlebten 2013 rund 120.000 Menschen partnerschaftliche Gewalt. Zehn Jahre später sind es knapp 170.000 gemeldete Fälle. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Grund des Anstiegs ist dabei nicht, dass Beziehungen immer gewalttätiger werden. Stattdessen gerät die Problematik immerhin zunehmend ins gesellschaftliche Bewusstsein, wodurch mehr Betroffene den Missbrauch melden. Wo sich die Gesellschaft wandelt, hinkt die politische Umsetzung an vielen Stellen noch hinterher, so etwa bei Frauenhäusern.

    Die Frauenhäuser rund um Landsberg sind meistens voll belegt

    Denn in dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen zehn Jahren leider nicht so viel getan, wie es die Statistiken des BKA nahelegen würden. Inzwischen gibt es rund 400 Einrichtungen mit mehr als 6000 Plätzen – und die sind fast immer belegt. Schaut man online in der bundesweiten Frauenhaussuche nach, sind derzeit alle Frauenhäuser rund um Landsberg voll: Augsburg, Germering und Memmingen. Viele Frauen sind gezwungen, entweder in ihrer gefährlichen Umgebung zu bleiben, oder sich selbstständig irgendwie um einen sicheren Zufluchtsort zu kümmern. Das darf in diesem Ausmaß nicht so bleiben.

    Klare Forderungen nach einem Frauenhaus im Landkreis brachte jüngst die Linke in Landsberg vor. Die Einrichtung soll ein zentraler Punkt bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr werden. Zuletzt warf die Partei in einer Pressemitteilung dem Landkreis vor, zu viel Geld in den Bau des neuen Landratsamtes zu stecken. Der Gegenvorschlag: Das Geld in ein Frauenhaus investieren. Der Bedarf wäre – leider – auf jeden Fall da.

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