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Greifenberg: Gemeinderat wählt die Stellvertreter des Bürgermeisters und erhöht Entschädigungen

Greifenberg

Greifenberger Rat wählt weitere Bürgermeister und gewährt Rathauschef mehr Budget

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    Greifenbergs neuer Rathauschef Roman Albrecht (Mitte) wird künftig vom Zweiten Bürgermeister Hagen Adler oder der Dritten Bürgermeisterin Maria Seidel-Schubert vertreten.
    Greifenbergs neuer Rathauschef Roman Albrecht (Mitte) wird künftig vom Zweiten Bürgermeister Hagen Adler oder der Dritten Bürgermeisterin Maria Seidel-Schubert vertreten. Foto: Christian Mühlhause

    In den vergangenen Jahren war es um die Stimmung im Greifenberger Gemeinderat nicht immer zum Besten bestellt. Zwischen einigen Ratsmitgliedern und der Bürgermeisterin Patricia Müller, die bei den Kommunalwahlen nicht wieder antrat, knirschte es gewaltig. Schon im Wahlkampf hatten die Bürgermeisterkandidaten Roman Albrecht und Hagen Adler betont, dass das Miteinander wieder im Vordergrund stehen soll. Albrecht gewann die Wahl. In der konstituierenden Sitzung ging es darum, wer seine Stellvertreter werden.

    Hagen Adler setzt sich bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters durch

    Zunächst stimmten die Ratsmitglieder dafür, dass es künftig zwei Stellvertreter geben soll. Roman Albrecht schlug vor, denjenigen zum Zweiten Bürgermeister zu machen, der bei der Gemeinderatswahl die meisten Stimmen erhalten hatte, also Hagen Adler (WG Neugreifenberg). Harald Prücklmeier schlug stattdessen Maria Seidel-Schubert vor. Beide sind neu im Ratsgremium und gehören der Wählergruppierung „L(i)ebenswertes Dorf“ an. In der Abstimmung gewann Adler mit 10:5 Stimmen. Die Wahl erfolgte natürlich geheim, es fällt jedoch auf, dass die LWD im neuen Rat über fünf Sitze verfügt.

    Beim weiteren Bürgermeisterposten regte Albrecht an, den an die stärkste Fraktion zu vergeben. Er schlug deswegen Seidel-Schubert vor. Sie wurde mit 14 Stimmen gewählt, eine entfiel auf Reinhold Domes (WG Neugreifenberg). Letzterer war es als ältestes Ratsmitglied auch, der dem neuen Bürgermeister Roman Albrecht den Amtseid abnahm. Domes wünschte ihm anschließend die nötige Kraft und Ausdauer sowie eine glückliche Hand zum Wohle der Gemeinde. Sollten weder Albrecht noch Adler und Seidel-Schubert können, wird aus den Reihen des Gemeinderats, dem Alter nach absteigend, heraus vertreten.

    Nach den Abstimmungen und den Vereidigungen der neuen Gemeinderäte und Bürgermeister ging es ums Finanzielle. Auch das war in den vergangenen sechs Jahren durchaus ein kontroverses Thema in Greifenberg, rund um die Bezahlung von Patricia Müller, die seit vergangenem Sommer im Krankenstand war.  Nach der Kommunalwahl 2020 hatte sich der neu zusammengesetzte Gemeinderat mehrheitlich entschieden, dass die ehrenamtliche Bürgermeisterin und ihr Stellvertreter weniger bekommen, als dies das Landratsamt anregte, um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise abzuwarten. Beschlossen wurde auch, dass das Thema nach drei Jahren wieder auf den Tisch kommt. Das Landratsamt empfahl bereits im Jahr 2020 eine Entschädigung von 4115 Euro für Gemeinden, die der Größe Greifenbergs entsprechen. Die Bürgermeisterin erhielt allerdings 225 Euro weniger. Die 4115 Euro wurden ihr dann 2023 zugestanden.

    Vorgeschlagen wurde nun für Roman Albrecht, auf Grundlage der 2139 Einwohner zum 30. Juni 2025, eine Entschädigung von 4608,95 Euro. In der Sitzung kam der Hinweis auf, dass Müller deutlich weniger erhalten habe. Dazu hieß es, dass auch deren Entshädigung aufgrund von Tarifsteigerungen zuletzt bei rund 4700 Euro gelegen habe. Die Entschädigung für Albrecht fand letztlich ebenso eine klare Mehrheit wie der Vorschlag, das Sitzungsgeld um fünf Euro zu erhöhen. Für die Teilnahme an Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse gibt es künftig jeweils 35 Euro.

    Größeres Budget, über das Greifenbergs Bürgermeister frei entscheiden kann

    Bernhard Gall (LWD) hinterfragte, warum das Budget, über das der Bürgermeister frei verfügen kann, von 10.000 auf 17.000 Euro erhöht werden soll. „Mit 10.000 Euro hat es doch bislang auch gut funktioniert.“ Sandra Meissner, Geschäftsstellenleiterin der VG Schondorf, sagte dazu: „Es werden sechs bis acht Euro je Einwohner vom bayerischen Gemeindetag empfohlen. So soll die Kommune handlungsfähiger werden. Es steht dem Gremium aber frei, einen anderen Betrag festzusetzen.“ Letztlich wurden die 17.000 Euro abgesegnet. Neue Kosten entstehen zudem bei den Beauftragen. „Diese müssen entschädigt werden“, informierte Meissner. Hier wurde ein Betrag von 200 Euro pro Jahr angesetzt und bewilligt. Beauftragte gibt es in Greifenberg für die Themenbereiche Jugend, Senioren, Bürgerbudget und Katastrophenschutz.

    Bernhard Gall bat zum Abschluss des öffentlichen Teils der konstituierenden Sitzung darum, dass dem Gremium eine Aufstellung vorgelegt werde, wo die Gemeinde bei den einzelnen Projekten, beispielsweise Bebauungsplänen, derzeit stehe. An dem Thema sei die Verwaltung bereits dran, es werde aber wohl erst im Juni vorgelegt werden können, antwortete der neue Bürgermeister. Tobias Trockel (LWD) bat zudem darum, Informationen zu den Rahmenverträgen zu bekommen, die die Gemeinde abgeschlossen hat.

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