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Public Viewing und Gaststätten: Wo werden im Landkreis Landsberg die WM-Spiele gezeigt?

Landkreis Landsberg

Public Viewing und Gaststätten: Wo werden im Landkreis Landsberg die WM-Spiele gezeigt?

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    Zahlreiche Fußballfans schauten vor zwei Jahren gemeinsam das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Spanien am Baggersee in Obermeitingen. Heuer wird es dort kein Public Viewing geben.
    Zahlreiche Fußballfans schauten vor zwei Jahren gemeinsam das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Spanien am Baggersee in Obermeitingen. Heuer wird es dort kein Public Viewing geben. Foto: Christian Rudnik (Archivfoto)

    Am Donnerstagabend wird die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko eröffnet. Am darauffolgenden Sonntag steht dann die erste Partie für die deutsche Nationalmannschaft an. Bei großen Turnieren zieht es erfahrungsgemäß viele Menschen zum Public Viewing im Freien. Das Mitfiebern vor einer großen Leinwand macht den Reiz aus. Allzu breit scheint das Angebot im Landkreis heuer aber nicht zu sein – was auch, aber nicht nur, mit den Anstoßzeiten zusammenhängt.

    Anmeldungen für größere Public-Viewing-Veranstaltungen sind bei der Stadt Landsberg bislang nicht eingegangen. Das teilt Ernst Müller, Leiter des Ordnungsamts, mit. Allerdings planten manche Gastronomiebetriebe, die deutschen WM-Spiele in ihren Außenbereichen zu zeigen.

    In der Gruppe spielt die deutsche Mannschaft am Sonntag, 14. Juni, um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit gegen Curacao. Die beiden weiteren Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador finden am Samstag, 20. Juni, und am Donnerstag, 25. Juni, jeweils um 22 Uhr statt. Im weiteren Turnierverlauf sind spätere Anstoßzeiten möglich.

    Für Anwohner muss eine Übertragung „zumutbar“ sein

    Wie Müller erklärt, gilt immissionsschutzrechtlich zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eine gesetzliche Nachtruhe. Für die Weltmeisterschaft sind jedoch Ausnahmen vom regulären Lärmschutz möglich. Im Stadtgebiet können in Außenbereichen wie Biergärten daher grundsätzlich bis maximal 1 Uhr Spiele gezeigt werden, sagt Müller. Die WM-Sonderregelungen könnten bei „außergewöhnlichen Ereignissen“ Anwendung finden.

    Letztlich liegt es am Ordnungsamt, die beantragten Veranstaltungen individuell zu prüfen. „Wir als Kommunen müssen entscheiden: Geht es oder geht es nicht?“ Dazu werde insbesondere die Umgebungsbebauung betrachtet. Denn grundlegende Voraussetzung sei es, dass für Anwohner eine Übertragung zu später Stunde in einem Außenbereich auch „zumutbar“ sei.

    Die Verordnung der Bundesregierung (WM2026LärmSchV) sieht zwar laut Müller nicht grundsätzlich vor, dass Ausnahmen nur für Spiele von Deutschland gemacht werden können. „Bei der Abwägung zwischen dem Schutz der Nachbarschaft und dem Interesse der Bevölkerung an öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien ist aus unserer Sicht jedoch nur dann dem Public Viewing der Vorrang einzuräumen, wenn die Spiele für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse sind.“ Das gelte in erster Linie für die Spiele der deutschen Mannschaft und dann möglicherweise für Halbfinalspiele oder das Finale.

    Dragan Kolenda vom „Opatija“ möchte WM-Spiele im Biergarten übertragen.
    Dragan Kolenda vom „Opatija“ möchte WM-Spiele im Biergarten übertragen. Foto: Christian Rudnik (Archivfoto)

    Ein öffentliches Interesse für Spiele anderer Nationen könne in Gaststätten gegeben sein, die einer bestimmten Nationalität zugeordnet werden können. „Für alle Public-Viewing-Veranstaltungen gilt jedoch, dass erstes Gebot die gegenseitige Rücksichtnahme sein muss und dass im Zweifel bei Beschwerden dem Ruhebedürfnis der Vorrang einzuräumen ist. Dies gilt umso mehr, je weiter die Spiele in die geschützte Nachtzeit hineinragen“, so Müller. In Landsberg werden WM-Spiele etwa im Biergarten des „Opatija“ gezeigt. Wirt Dragan Kolenda ist sich sicher, dass das Angebot angenommen wird. Seitdem feststeht, dass das „Opatija“ voraussichtlich im September schließen wird, „ist bei uns ohnehin noch mehr los“.

    Gaststätten und Strandbäder am Ammersee bleiben zurückhaltend

    Die teilweise weit in die Nacht gehenden Spielzeiten sind wohl auch ein wesentlicher Grund, warum Gaststätten und Strandbäder am Ammersee im Hinblick auf Public Viewing zurückhaltend bleiben. „Zu dieser Zeit schlafen wir schon“, meint etwa Marco Rauch, einer der Geschäftsführer des Dießener Strandhotels, das an einem der schönsten Plätze am Ammersee liegt, wenn an langen Sommerabenden die Sonne weit im Nordwesten untergeht.

    Bei der EM 2024 wurden vor der Sonderbar auf dem Georg-Hellmair-Platz Spiele gezeigt.
    Bei der EM 2024 wurden vor der Sonderbar auf dem Georg-Hellmair-Platz Spiele gezeigt. Foto: Christian Rudnik (Archivfoto)

    „Es gibt keine Nachfrage“, ergänzt Peter Kaun, der Pächter des Strandbads in St. Alban, und diese Erkenntnis habe er auch aus Gesprächen mit Fußballfans gewonnen. Dazu kommt, dass ein Spiel etwa gegen Curacao „in etwa so ist, als wenn Deutschland gegen den Vatikanstaat spielen würde“.

    Auch im Uttinger Strandbad, wohin vor 20 Jahren während des „Sommermärchens“ viele Hunderte begeisterte Besucher strömten, wird es keine WM-Stimmung geben: „Wir haben uns gegen eine Übertragung entschieden, weil wir die Fifa nicht unterstützen wollen und die Spiele auch sehr spät daherkommen“, erklärt Pächter Miene Gruber.

    Im Sportlerheim des MTV Dießen werden Spiele gezeigt

    Im Craft Bräu in der Dießener Mühlstraße hofft man dagegen auf ein sattes Plus beim Getränkeumsatz im Rahmen von Fußball-Übertragungen. „Wir freuen uns schon riesig auf die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA und zeigen alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft live bei uns über Beamer. Geöffnet und ausgeschenkt wird immer schon mindestens eine Stunde vor Anpfiff. Selbstverständlich gehen wir von einem Weiterkommen und vom Titel aus. An unseren regulären Schanktagen (Dienstag bis Donnerstag) zeigen wir ab dem Sechzehntelfinale auch ausgewählte Abendspiele anderer Mannschaften. Süffiges Bier aus Dießen und Live-Fußball – das passt einfach“, verlautbart die Dießener Brauerei.

    Auch im Sportlerheim des MTV Dießen können die Spiele zusammen mit Gleichgesinnten verfolgt werden – im Nebenraum oder im Biergarten, sagt Vorsitzender Eyk Reymers. Und die Besucher können sich vielleicht auch schon einen ersten Eindruck vom künftigen Vereinslokal verschaffen. Dieses soll mit dem neuen Pächter Michi Stibich nach der laufenden Renovierung als Gaststätte im bayerischen Stil neu eröffnen, wie Reymers ergänzt.

    Die Sendetermine sind zum Teil ungünstig

    Viele Gastrobetriebe im Lechrain reagieren auf entsprechende Nachfragen nicht. Andere sagen für dieses Turnier aus den bereits genannten Gründen ganz bewusst ab: „Wir haben uns aufgrund der ungünstigen Sendetermine dazu entschieden, keine Spiele bei uns im Biergarten zu übertragen“, teilt etwa Rupert Rinninger vom Brauereigasthaus Holzhausen mit.

    Ganz ohne Ausnahmen bleibt es allerdings nicht: Im Kultur-Stadl in der Gemeinde Vilgertshofen sollen die Partien mit deutscher Beteiligung sowie ausgewählte, besonders wichtige Spiele auf Leinwand gezeigt werden – je nach Wetterlage auch draußen im Garten. „Abends haben wir warme Küche bis 20.30 Uhr“, antwortet Geschäftsführer Notker Zikeli und kündigt damit zumindest für Fußballfans in Vilgertshofen und Umgebung eine feste Anlaufstelle für gemeinsame WM-Abende an.

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