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Stadtwerke Landsberg forcieren den Ausbau der Fernwärmeversorgung in der Altstadt

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Stadtwerke forcieren Ausbau der Fernwärmeversorgung in der Altstadt

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    Rechtsanwalt Dr. Florian Kappes kritisiert die aus seiner Sicht deutlich zu hohen Preise für die Wärmeversorgung über das Altstadtnetz der Stadtwerke. Er vertritt die Wohnungseigentümergemeinschaft Lechstraße 1 und 3.
    Rechtsanwalt Dr. Florian Kappes kritisiert die aus seiner Sicht deutlich zu hohen Preise für die Wärmeversorgung über das Altstadtnetz der Stadtwerke. Er vertritt die Wohnungseigentümergemeinschaft Lechstraße 1 und 3. Foto: Christian Rudnik

    Die Stadtwerke möchten den Ausbau der Fernwärmeversorgung in der Landsberger Altstadt konsequent umsetzen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kommunalunternehmens hervor. Nachdem die erforderliche Anzahl an Anschlusszusagen erreicht wurde, ist die Umsetzung des Projekts verbindlich beschlossen. Zuletzt hatte Rechtsanwalt Dr. Florian Kappes in einem Schreiben auf die aus seiner Sicht zu hohen Preise für die Wärmeversorgung über das Altstadtwärmenetz aufmerksam gemacht und rechtliche Schritte in den Raum gestellt. Dr. Kappes, der die Wohnungseigentümergemeinschaft Lechstraße 1 und 3 vertritt, geht es dabei um aktuelle Preisentwicklungen. Sein Mandantenkreis ist gewachsen.

    Durch den Ausbau der Fernwärmeversorgung möchten die Stadtwerke die Wärmeversorgung in der Altstadt langfristig klimafreundlicher und unabhängiger von fossilen Energieträgern gestalten. Die technische Planung der Leitungsführung sowie die Vorbereitung der Bauabschnitte laufen laut der Pressemitteilung in Abstimmung mit der Stadt.

    Flusswärmepumpe soll im Oktober 2027 in Betrieb gehen

    Parallel schreitet die Realisierung der geplanten Flusswärmepumpe voran. Die Anlage soll künftig einen wesentlichen Bestandteil der Wärmeerzeugung im Wärmenetz der Altstadt bilden. Die Räumlichkeiten für die Anlage im Keller des Inselbads wurden fertiggestellt. Aktuell erfolgen die detaillierten Planungen zur Wasserentnahme und -rückführung in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt. Die Voraussetzungen für die Umsetzung sind laut den Stadtwerken erfüllt. Dazu zählt die Bewilligung der entsprechenden Fördermittel. Die Inbetriebnahme der Flusswärmepumpe ist für Oktober 2027 vorgesehen. Mit dem Start wird eine deutliche Senkung des Arbeitspreises erwartet, da die Wärmeerzeugung effizient und ressourcenschonend erfolgen kann, so das Kommunalunternehmen.

    „Wir begrüßen die Entscheidung der Stadtwerke, künftig Wärme aus dem hoffentlich weiter reichlich vorhandenen Lechwasser mithilfe von Strom zu gewinnen und über den Wärmepumpen-Vervielfältigungsfaktor damit bezahlbare und größtenteils regenerative Energie für die Beheizung unserer Immobilien zu schaffen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Florian Kappes. Um die Umstellung tatsächlich beurteilen zu können, brauche es allerdings erst einmal wirklich die sichere Fertigstellung der Flusswärmepumpe und konkrete Preise (Grundpreis und Arbeitspreis).

    Die von Dr. Kappes bemängelten Preisentwicklungen zwischen den Jahren 2023 und 2026 seien davon unabhängig zu betrachten. Er wolle sich erneut äußern, wenn er eine Stellungnahme der Stadt oder Stadtwerke auf sein Schreiben erhalten habe. Weitere Prüfungen „haben unsere Zweifel an der rechtlichen Wirksamkeit der Preisanpassungen bestätigt“, so Kappes.

    Dr. Kappes hofft auf ein „spürbares Einlenken der Stadtwerke“

    Dr. Kappes vertritt die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) Lechstraße 1 und 3. In dem aus 32 Wohnungs- und Teileigentumseinheiten bestehenden Gebäudekomplex sind auch die Kanzleiräume des Rechtsanwalts sowie die Geschäftsstelle von Haus & Grund Landsberg untergebracht. Inzwischen hat sich sein Mandantenkreis erweitert: um eine weitere private Immobilienvermieterin und das AWO-Seniorenzentrum Bürgerstift (Lechstraße 5) mit mehr als 120 Heimbewohnern. Das Caritaszentrum (Lechstraße 2) hat laut Kappes eine Mandatserteilung angekündigt.

    „Zusammen mit diesem erweiterten Mandantenkreis hoffe ich nunmehr auf ein spürbares Einlenken der Stadtwerke bezüglich der bisher und künftig berechneten Wärmepreise, um eine gerichtliche Klärung dazu vielleicht doch noch vermeiden zu können“, so Dr. Kappes. Es müsse wieder Vertrauen seitens der Stadt und der Stadtwerke in „dauerhaft marktgerechte und nachvollziehbare Preise“ geschaffen werden.

    Seit der Energiekrise infolge des Kriegs in der Ukraine wurden laut dem Rechtsanwalt die Arbeits- und Grundpreise für die Wärmeversorgung – lediglich im Jahr 2023 gebremst durch die Energiepreisbremse – „überproportional“ erhöht. Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Netzen sind diese nach seinen Berechnungen mittlerweile teilweise zwischen 50 und über 100 Prozent höher. Wie aus einem Schreiben von Kappes an die Stadtwerke hervorgeht, lagen die effektiven Bruttopreise bei der WEG im Jahr 2024 bei etwa 35 ct/kWh und in den Jahren 2025 und 2026 bei jeweils etwa 32 ct/kWh. Demgegenüber lägen die von der Verbraucherzentrale ausgewerteten Medianwerte kleinerer Wärmenetze in Deutschland bei etwa 21 bis 22 ct/kWh.

    Stadtwerke-Sprecherin Kathrin Hoyer verwies hingegen darauf, dass ein „direkter Vergleich mit anderen Wärmenetzen in Bayern nur eingeschränkt möglich“ sei. „Die Stadtwerke Landsberg KU stehen bereits mit anderen Anschlussnehmern im Austausch und arbeiten gemeinsam mit der Stadt Landsberg sowie dem Verwaltungsrat der Stadtwerke an einer Lösung für die zukünftige Preisentwicklung“, so Hoyer weiter.

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