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Teil vier der Kolumne „Was für ein Theater!“: Das Warten auf die Giraffe

Kolumne

Das Warten auf die Giraffe

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    Laienschauspieler Thomas Bachl geht im hinteren Bereich der Bühne seinen Text durch.
    Laienschauspieler Thomas Bachl geht im hinteren Bereich der Bühne seinen Text durch. Foto: Vanessa Polednia

    Der 17. Juli rückt näher. Dann ist die Premiere der Komödie Pension Schöller in Heinrichshofen. Entsprechend ernst wird es langsam bei den Proben im Bergwirtstadl. Nachdem am Dienstag einiges schiefgelaufen ist, soll am Donnerstag möglichst alles wieder geradegerückt werden. Nicht zuletzt, damit unser Regieduo, Theresa Knoller und Monika Schneller, nachts wieder ruhig schlafen kann.

    Für mich bringt die heiße Phase eine neue Herausforderung mit sich: Warten. Als kleinere Rolle verbringt man erstaunlich viel Zeit hinter dem Vorhang. Früher konnte man noch durch den Stadl laufen, anderen Szenen zuschauen oder kurz ratschen. Jetzt heißt es: auf den Einsatz konzentrieren. Denn wenn das Stichwort fällt, heißt es ab auf die Bühne. Im schlimmsten Fall verpasst man es. In meinem Fall ist etwa einmal das Wort „Giraffe“.

    Wie unterschiedlich Menschen mit dieser Wartezeit umgehen, ist dabei fast so unterhaltsam wie das Stück selbst. Da gibt es diejenigen, die jede freie Minute nutzen und noch einmal ihr Textbuch hervorholen. Hochkonzentriert werden Sätze gemurmelt, Einsätze geprüft und letzte Unsicherheiten beseitigt. Andere nutzen die Gelegenheit für ein Gespräch. Noch ist das erlaubt. Während der Aufführungen dürfte es hinter dem Vorhang deutlich ruhiger werden. Und dann gibt es noch die Profis.

    Besonders beeindruckt mich ein erfahreneres Exemplar der Gattung Laienschauspieler. Während ich angestrengt auf jedes Stichwort lausche und sicherheitshalber immer wieder kontrolliere, auf welcher Seite wir gerade sind, schließt er kurzerhand die Augen. Ein Powernap. Mitten in der Probe. Gefühlt kaum länger als eine Minute. Dann steht er auf, marschiert auf die Bühne und liefert seinen Einsatz ab. Als wäre nichts gewesen.

    Chapeau.

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