Die Schuldenkrise wird den Regierungschefs auch in diesem Jahr kaum Ruhe lassen. Sie ziehen ein riesiges Gewicht hinter sich her, das dank gigantischer Milliardenprogramme nur etwas verringert wurde. Eine wirkliche Entlastung trat aber noch nicht ein.
Dabei ist diese Krise heimtückisch. Kaum meint man, einmal befreit innehalten zu können, weil etwa Spanien und Italien zu niedrigeren Zinsen Staatsanleihen am Markt platziert haben, packen die US-dominierten Ratingagenturen neue Säcke auf die europäischen Lastesel Frankreich und Deutschland. Dass Standard & Poor’s die Bonität Frankreichs von „AAA“ auf „AA+“, also von einem Einser mit Stern auf einen Einser gesenkt hat, ist noch kein Drama, aber doch ein deutliches Alarmzeichen. Denn es sind vor allem Berlin und Paris, die versuchen, den Karren der europäischen Schuldenkrise aus dem Dreck zu ziehen.
Und wenn die Zahlungsfähigkeit dieser tapferen Länder kritischer beurteilt wird, schlägt das irgendwann auf den noch exzellent bewerteten Rettungsfonds durch. Das müssen auch die Verantwortlichen der Ratingagenturen bedenken, die Frankreich überkritisch sehen. Gute Lastesel sollte man pflegen und nicht allzu sehr reizen.