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Bad Wörishofen: Schwermer Bad Wörishofen: Kündigungen und das Hoffen auf den Investor

Bad Wörishofen

Schwermer Bad Wörishofen: Kündigungen und das Hoffen auf den Investor

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    Der Unternehmenssitz samt Produktion von Schwermer in Bad Wörishofen.
    Der Unternehmenssitz samt Produktion von Schwermer in Bad Wörishofen. Foto: Markus Heinrich

    Licht und Schatten lagen bei der Betriebsversammlung der Heidi Chocolat Schwermer GmbH in Bad Wörishofen dicht beieinander. Die beschlossene Betriebsschließung kann womöglich abgewendet werden. Allerdings müssen auf jeden Fall 30 der rund 70 Beschäftigten gehen. Sie erhielten die Nachricht in persönlichen Gesprächen nach der Versammlung. Was der einstige Belegschaftsvertreter dazu sagt.

    Einer, der bleiben darf, ist Stephan Plattner. Der Amberger ist Produktionsleiter bei Schwermer und schon fast 20 Jahre im Betrieb. „Ich bin ein Kämpfer für die Weiterführung“, sagt er. Als sich unlängst überraschend ein potenzieller Investor vorstellte, war Plattner bei den Gesprächen dabei. „Das ist positiv gelaufen“, berichtet er. „Ich mache meinen Kollegen seither Mut.“ Auch Plattner verrät den Namen des möglichen Investors nicht. Er sagt aber, dass dieser Schwermer und die Marke erhalten wolle.

    Es geht auch um die Suche nach einem neuen Standort in Bad Wörishofen

    Weitergehen könne es aber nur an einem kleineren Standort mit weniger Beschäftigten. Das hatte bereits Geschäftsführer Friedrich Plail in der Mindelheimer Zeitung erklärt. Schwermer ist dabei in Kontakt mit Bürgermeister Stefan Welzel (CSU). Es geht um einen Platz in einem der Gewerbegebiete Bad Wörishofens.

    Dass nun betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen wurden, hätte die Belegschaft den Umständen entsprechend „recht gut aufgenommen“, berichtet Plattner. Es habe in der Versammlung kaum Zwischenfragen gegeben und keinerlei Kritik. „Die Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht“, sagt der Produktionsleiter zur Begründung. „Seit Friedrich Plail Geschäftsführer ist, ging es stetig bergauf.“ Plail pflege einen offenen Umgang mit der Belegschaft und informiere transparent. „Das wäre so in der Vergangenheit nicht möglich gewesen“, sagt Plattner, der einst Belegschaftsvertreter bei Schwermer war.

    Warum die Eigentümer eigentlich keine Abfindungen bezahlen müssten

    Heute gibt es einen solchen nicht mehr, auch keinen Betriebsrat. Deshalb, sagt Friedrich Plail, gebe es auch keine Verpflichtung zur Zahlung von Abfindungen. „Es ist mir jedoch gelungen mit dem Eigentümer einen Abfindungstopf zu verhandeln, welcher es uns ermöglicht, die negativen Auswirkungen der Kündigung durch Abfederung des finanziellen Verlustes in Grenzen zu halten“, sagt er. Dass man in der Belegschaft mit dem Angebot zufrieden sei, berichtet Plattner: „Die Eigner hätten ja nichts geben müssen.“ Schwermer gehört nach dem Verkauf im Jahr 2017 an Heidi zum internationalen Meinl-Imperium. Eine Ausnahme ist das Café Schwermer in Bad Wörishofen, das weiterhin in der Hand der Familie des Firmengründers Henry Schwermer und von den aktuellen Problemen nicht betroffen ist.

    Auch schließe man ein – günstigeres – Insolvenzverfahren aus, sagt Plail. So würden die gesetzlichen Kündigungsfristen eingehalten. Löhne und Gehälter würden auf diese Weise teilweise bis Ende Mai 2021 weiterbezahlt, je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit. Das sei „eine sozialpolitisch vertretbare Lösung für die Belegschaft“, findet Plail. Parallel dazu stelle man alle gewünschten Informationen für den möglichen Investor zusammen.

    Produktionsleiter Plattner hofft, dass das Geschäft zustande kommt. „Eine weltbekannte Marke mit so hoher Qualität darf man nicht sterben lassen“, findet der Amberger. Dem Investor habe er mit auf den Weg gegeben: „Wir haben gar keine Zeit zu schließen, dazu haben wir viel zu viel Arbeit.“

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