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Mindelheim: Bauposse: CSU-Größen machten beim Dachstreit Druck

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Bauposse: CSU-Größen machten beim Dachstreit Druck

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    Auf diesem Dach in Oberauerbach bleibt alles beim Alten.
    Auf diesem Dach in Oberauerbach bleibt alles beim Alten. Foto: jsto

    Mindelheim Der Stadtrat hat den Streit um die Dachfarbe von Häusern in den Ortsteilen befriedet. Er beschloss mit 20 Stimmen gegen René Lang, Josef Doll (beide Grüne) und Christel Lidel (BG), von der allzu engen Farbvorgabe für Dächer abzurücken. Künftig darf wie in der Kernstadt auch ein Hausdach entweder Rot, Braun oder Grau sein. Glänzende Dacheindeckungen sind aber weiterhin verboten.

    Hausbesitzer hatte bei Mindelheim eigenmächtig die Dachfarbe geändert

    Wie berichtet, hatte ein Hausbesitzer entgegen der Vorgabe im Bebauungsplan sein Dach Dunkel statt Rot eingefärbt. Deshalb sollte er das Dach neu eindecken oder umfärben. Der Mindelheimer Stadtrat kam in der Vorwoche dem Hausbesitzer entgegen und genehmigte die anthrazitfarbene Eindeckung nachträglich. Der Bausünder muss aber mit einem Bußgeld vom Landratsamt rechnen, dessen Höhe noch nicht feststeht.

    Josef Doll übte scharfe Kritik. Dem Hausbesitzer hielt er Egoismus vor. Wegen dieses Einzelfalles sei ein Grundsatzbeschluss gekippt worden. Doll sieht nun der Willkür Tür und Tor geöffnet. Bürgermeister Stephan Winter konterte trocken, der Stadtrat öffne nur die Auswahl möglicher Farben.

    Dass der Hausbesitzer in Oberauerbach glimpflich davonkam, war auch dem Einsatz von zwei CSU-Politikern zu verdanken. In den Fall eingeschaltet hatte sich der Bürgerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Klaus Holetschek, ebenso wie der Stimmkreisabgeordnete Franz-Josef Pschierer. Beide hatten sich dafür stark gemacht, dass der Verstoß gegen den Bebauungsplan mit Nachsicht behandelt wird.

    Holetschek schrieb an Mindelheims Bürgermeister Winter, er halte es „für die Betroffenen für unzumutbar, wenn eine Ahndung erst nach jahrelangem Bestand und zudem durch den Unmut eines anderen Bürgers erfolgt.“ Er spielte damit auf den Fall eines Nassenbeurer Hausbesitzers an, der sein dunkles Dach rot umfärben lassen musste. Dieser Fall war vor dem Verwaltungsgericht Augsburg verhandelt werden. Vor Gericht waren mehrere Verstöße gegen die Vorgaben in anderen Bebauungsplänen zur Sprache gekommen.

    Holetschek ist sicher: Das Landratsamt wusste längst bescheid

    Holtschek bezweifelt, dass es seit Fertigstellung des Oberauerbacher Gebäudes im Jahr 2012 keine Baukontrolle gegeben hat. Der Verstoß sei dem Landratsamt bekannt gewesen. Die Stadtverwaltung hatte erläutert, man verfolge das städtebauliche Ziel einer roten Dachziegelfarbe. Dies werde aber nicht mit Nachdruck verfolgt, betonte Holetschek. „Hiervon wird augenscheinlich mehrfach abgewichen.“

    Es sei zwar nachvollziehbar, dass Mindelheim die Einhaltung der Vorgaben in den Bebauungsplänen fordere. Allerdings stellt Holetschek für Oberauerbach fest: Die Farbgebung sei keinesfalls einheitlich. Im Baugebiet in der Ringstraße seien Dachziegel in dunkler Tönung vorgeschrieben. Davon wurde bei einem Haus insofern abgewichen, als die Dachziegel dort in roter Farbe eingedeckt sind. Der Abgeordnete Pschierer merkt an, dass „landschaftsgerechtes Bauen“ in Bayern sehr unterschiedlich ausgelegt werde. Dies gelte auch für Mindelheim. Weder im Stadtkern noch in den Ortsteilen gebe es eine einheitlich rote Farbgebung. Auch Pschierer kann nicht nachvollziehen, dass der Verstoß erst sieben Jahre nach Fertigstellung festgestellt wurde. Der Verstoß müsse dem Landratsamt seit Langem bekannt gewesen sein.

    Nachträglich hatte der Stadtrat die dunkle Dachfarbe genehmigt:

    Das Hausdach in Oberauerbach darf dunkel bleiben

    Schwierige Entscheidung über Hausdach in Oberauerbach

    Dazu der Kommentar:

    Dachplattenstreit: Der Stadtrat hat klug entschieden

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