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Allgäu: Das sind laut Manager Magazin die reichsten Menschen im Allgäu

Allgäu

Das sind laut Manager Magazin die reichsten Menschen im Allgäu

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    Jedes Jahr veröffentlicht das Manager Magazin eine Liste der 500 reichsten Deutschen. Welche Allgäuer dort auftauchen, lesen Sie hier.
    Jedes Jahr veröffentlicht das Manager Magazin eine Liste der 500 reichsten Deutschen. Welche Allgäuer dort auftauchen, lesen Sie hier. Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

    40,5 Milliarden Euro oder 40.500.000.000 Euro - so groß soll das Vermögen der reichsten Deutschen sein. Die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten, beide Erben des BMW-Industriellen Herbert Quandt, sind Dauergäste in den Top-5 der Liste der 500 reichsten Deutschen, die das Manager Magazin jedes Jahr veröffentlicht. Im Vergleich dazu wirken die reichsten Allgäuer vielleicht wie arme Schlucker, doch auch in der Region gibt es Menschen und Familien, die sich beachtliche Vermögen erwirtschaftet haben.

    Laut Manager Magazin fließen in die Bewertung nur öffentlich nachforschbare Vermögenswerte, wie Firmenanteile o. Ä. ein. Privatvermögen werden in der Liste nicht geführt.

    Logistikunternehmer aus Kempten sind Allgäuer Spitzenreiter

    Allen Allgäuern voran liegen die Familien Simon und Rohde-Dachser auf Platz 84 der Gesamtliste. Das Magazin beziffert das Vermögen der Dachser-Gründerfamilie auf 2,9 Milliarden Euro - und damit höher als von bekannten deutschen Unternehmerfamilien wie Sixt (Autovermietung), Hornbach (Baumärkte) oder dem Fleischmilliardär Clemens Tönnies. Im Vorjahr wurde das Vermögen der Kemptener in der Liste noch mit 2,7 Milliarden Euro geführt.

    Die Gründerfamilien der Dachser-Spedition, Rohde-Dachser und Simon, haben das Unternehmen seit Gründung Anfang der 20. Jahrhunderts zu einem weltweiten Player geformt. Das schlägt sich auch im Vermögen nieder.
    Die Gründerfamilien der Dachser-Spedition, Rohde-Dachser und Simon, haben das Unternehmen seit Gründung Anfang der 20. Jahrhunderts zu einem weltweiten Player geformt. Das schlägt sich auch im Vermögen nieder. Foto: Ralf Hirschberger, dpa

    Die Familie hat 1930 die Spedition Dachser gegründet und zu einem international agierenden Unternehmen entwickelt. Ein Wendepunkt für die Allgäuer Firma - und später die gesamte Logistikbranche - war die Erfindung der Wechselbrücke des damaligen Firmenchefs Thomas Simon vor über 50 Jahren. Heute beschäftigt die Dachser-Gruppe an 376 Standorten weltweit über 33.000 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über acht Milliarden Euro (2022).

    Aus dem Ruhrgebiet ins Allgäu: Immobilienkonzern mit Sitz am Fuße der Alpen

    Als zweite Allgäuer Familie der Liste taucht auf Rang 209 die Familie Conle auf. Dieter Conle ist Eigentümer und Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft CoCo Real GmbH mit Sitz in Sonthofen und steuert darüber ein nationales Immobilien-Imperium. Heinz Conle, der Vater des jetzigen Firmenchefs, war seinerseits Immobilienbesitzer im Ruhrgebiet. Er überließ seinem Sohn 1973 etwa 1000 Wohnungen, der daraufhin das erste Unternehmen der heutigen Coco Real Firmengruppe gründete.

    Die Gruppe verwaltet nach eigenen Angaben Wohn- und Gewerbeimmobilien in ganz Deutschland - darunter allein über 7000 eigene Vermietungseinheiten. Darüber hinaus ist die Familie Conle Inhaber mehrerer Kliniken - auch im Allgäu und tritt in vielen Immobilienprojekten in der Region als Bauträger beziehungsweise Investor auf

    Dieter Conle ist der Bruder des Immobilien-Investors Henning Conle, mit dem er sich die Nennung in der Liste des Manager Magazins teilt. Henning Conle stand im Zentrum eines Spendenskandals der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel. Der in der Schweiz ansässige Milliardär soll illegal an Weidel gespendet haben. Anlässlich eines Artikels der Süddeutschen Zeitung 2019 zum Thema distanzierte sich die im Allgäu ansässige Familie Conle in einem öffentlichen Statement klar von der AfD und von Henning Conle. Dieter Conle selbst ist seit über 40 Jahren Parteimitglied der CSU in Sonthofen.

    Der Aufstieg der Käsefirma Hochland aus dem Westallgäu

    Genau zwei Milliarden Euro und damit 143 Plätze später folgen die nächsten Allgäuer auf der Liste: die Familien Summer und Reich aus Heimenkirch. Georg Summer und sein Schwager Robert Reich haben 1927 das Hochland Käsewerk gegründet, das heute mit Sitz in Heimenkirch zu den größten privaten Käseherstellern in Europa zählt. Erst zu Beginn 2022 hat die Firma eine Investitionsoffensive angekündigt. Laut der Reichenliste ist die Käsefirma gut gereift: 900 Millionen Euro sollen die Anteile und das sonstige Vermögen der Gründerfamilien mittlerweile wert sein. 2022 verbuchte das Manager Magazin das Vermögen der Westallgäuer noch bei 800 Millionen Euro.

    Der Hauptsitz des Käseherstellers Hochland in Heimenkirch. Hier werden unter anderem Schmelzkäse, Schnittkäse, Grünländer, Almette, Patros und mehr hergestellt. Die Gründerfamilien haben es durch die Firma zu einem beachtlichen Vermögen gebracht.
    Der Hauptsitz des Käseherstellers Hochland in Heimenkirch. Hier werden unter anderem Schmelzkäse, Schnittkäse, Grünländer, Almette, Patros und mehr hergestellt. Die Gründerfamilien haben es durch die Firma zu einem beachtlichen Vermögen gebracht. Foto: Matthias Becker (Archivbild)

    Maschinenbau-Spezialist und Autozulieferer aus dem Unterallgäu

    Auf Rang 337 auf der Liste dann der nächste Name aus dem Allgäu: Florian Grob. Dem Erben der Grob-Werke in Mindelheim wird vom Manager Magazinein Vermögen von 600 Millionen Euro nachgesagt. Hauptsächlich stamme dies aus seinen Beteiligungen an dem Autozulieferer Grob.

    Die Fertigungshallen der Firma Grob erstrecken sich über eine riesige Fläche bei Mindelheim. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen nochmal deutlich gewachsen.
    Die Fertigungshallen der Firma Grob erstrecken sich über eine riesige Fläche bei Mindelheim. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen nochmal deutlich gewachsen. Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

    Die Firma Grob stellt in erster Linie komplette Produktions- und Fertigungsanlagen, etwa für Motoren, Fahrzeuggetriebe und Einspritzpumpen her, und ist damit ein wichtiger Zulieferer für Automobilfirmen. Nach einem aufwendigen Transformationsprozess hin zur E-Mobilität hat sich die Firma Grob nun auch am "neuen" Markt in der Automobilbranche einen Platz auf dem Weltmarkt gesichert. Der Bereich "E-Mobility" soll zudem weiter ausgebaut werden: Die Firma will in der Batterieproduktion mitmischen. Grob ist mit rund 5000 Mitarbeitern am Standort Mindelheim der größte Arbeitgeber im Landkreis und einer der größten im ganzen Allgäu.

    Mit Allgäuer Ingenieurskunst zum Weltmarktführer

    Für den nächsten Allgäuer Platz auf der Liste gehen wir ganz in den Süden des Landkreises Unterallgäu, nach Wolfertschwenden. Dort liegt der Hauptsitz des Verpackungsmaschinenkonzerns Multivac (Offizieller Firmenname Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co. KG). 1961 wurde die Firma von Sepp Haggenmüller in Böhen in einer kleinen Garage gegründet. 1967 baute die Firma die erste "Tiefziehverpackungsmaschine". Die Technologie ist bis heute das Aushängeschild der Firma und wird weltweit von Verpackungskonzernen eingesetzt. Der Exportanteil von Multivac liegt bei 90 Prozent.

    Laut Weltmarktführerindex der Universität St. Gallen wird die Allgäuer Firma sogar als Weltmarktführer gehandelt. Nach dem plötzlichen Tod des Firmengründers bei einem Autounfall 1971 ging die Geschäftsführung auf Heinz Brenne und Artur Vetter über. Das Manager Magazin führt deshalb auf Rang 390 ihrer Liste der 500 reichsten Deutschen die Familien Haggenmüller, Brenne und Vetter mit einem Gesamtvermögen von 500 Millionen Euro auf (50 Millionen mehr als in der Liste von 2022).

    Neuling auf der Liste - aber in der Region keine Unbekannten

    Mit Einzelhandel lässt sich viel Geld verdienen. Das beste Beispiel dafür ist der Lidl-Besitzer Dieter Schwarz, der sich Jahr für Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den beiden BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt um den ersten Platz der Reichen-Liste liefert. Ebenfalls Stammgäste in den Top-10 der Liste: die Familien der Aldi-Brüder. Kein Wunder also, dass sich auf Rang 462 eine Allgäuer Unternehmerfamilie aus dem Einzelhandel befindet: die Familie Hermann. Laut Manager Magazin sind die diversen Unternehmen und Beteiligungen der Familie rund 400 Millionen Euro wert.

    Die Ostallgäuer sind Inhaber der Georg Jos. Kaes GmbH und haben ihr Vermögen mit der Verbrauchermarktkette V-Markt und einem zugehörigen Tankstellennetz aufgebaut. Das Unternehmen befindet sich aktuell in sechster Generation in Familienhand. Zum Handelskonglomerat zählen die Marken und Märkte V-Baumarkt, Christl’s Modemarkt, C&C und "Wild - we love denim". Den Grundstein für das heutige Handelsunternehmen legte Joseph Kaes 1865 mit der Gründung einer kleinen "Spezerei", also einem kleinen Handel mit "Zucker, Tabak, Hülsenfrüchten und Zichorie", wie es auf der Unternehmensseite heißt.

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