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In der Mindelheimer Gerberstraße soll für drei Millionen Euro ein multifunktionaler Platz entstehen

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In der Mindelheimer Innenstadt soll für drei Millionen ein neuer Platz entstehen

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    In der Gerberstraße in Mindelheim soll das frühere Restaurant abgerissen werden, das direkt an die Silvesterkirche grenzt.
    In der Gerberstraße in Mindelheim soll das frühere Restaurant abgerissen werden, das direkt an die Silvesterkirche grenzt. Foto: Sandra Baumberger

    Für die Mindelheimer Gerberstraße gibt es neue Pläne: Nach dem Frundsbergfest im kommenden Jahr soll sie umgestaltet werden – und zwar noch umfassender als in der Entwurfsplanung vom Oktober 2024 vorgesehen. Im Stadtrat stellten Christian Standl und Ulrich Hoffmann vom Planungsbüro Steinbacher Consult die erweiterten Pläne vor.

    Diese umfassen nun auch die Silvesterkirche und das direkt daran angebaute Gebäude mit der Hausnummer 8, in dem zuletzt thailändische und japanische Spezialitäten serviert wurden. Im September ist das Restaurant „Shusi Chi“ jedoch in die Bahnhofstraße umgezogen – und nun die Stadt Besitzerin des Hauses. Die will es abreißen lassen und so einen Platz schaffen, der die Aufenthaltsqualität in der Straße erhöhen soll.

    In der Mindelheimer Gerberstraße soll ein multifunktionaler Platz entstehen

    Geplant sind demnach schattige Sitzplätze unter Bäumen, außerdem sollen Stauden gepflanzt werden und so eine grüne Insel schaffen. Planer Hoffmann sprach von einem „multifunktionalen Platz“, auf dem auch Fahrradparkplätze vorgesehen sind. Fritz Birkle (CSU) und Christian Sedlmeir (AfD) könnten sich auch gut vorstellen, ihn bei künftigen Frundsbergfesten einem Lager zur Verfügung zu stellen. Birkle regte deshalb an, etwaige Einbauten so zu planen, dass sie problemlos entfernt werden können. Zuvor hatte sich Manfred Salger danach erkundigt, ob auch an Strom- und Wasserleitungen gedacht ist, um auf dem Platz auch Veranstaltungen zu ermöglichen. Das bejahte Cassian Behr vom städtischen Bauamt. Aktuell sei die Planung aber noch nicht so detailliert.

    Eine weitere Verbesserung ist an der Silvesterkirche selbst geplant: Über ein außenliegendes Treppenhaus mit Lift soll das Turmuhrenmuseum künftig barrierefrei zugänglich sein. Außerdem sollen die Parkplätze dort so angeordnet werden, dass Autofahrer leichter ein- und ausparken können.

    Das „Glasscherbenviertel“ Mindelheims werde massiv aufgewertet, findet Stadtrat Christoph Walter

    Bei den Stadträten kamen diese Vorschläge gut an, sie befürworteten die Erweiterungsplanung einstimmig. Christel Lidel (Bürgergemeinschaft) hatte zuvor nachgehakt, ob die Parkplätze an der Silvesterkirche wirklich nötig seien. Denn die führten zu Suchverkehr. Bürgermeister Stephan Winter riet mit Blick auf eine Arztpraxis in der Nähe jedoch davon ab, auf die Parkplätze zu verzichten. „Ohne Autos in dem Bereich werden wir nicht auskommen – so schön‘s wäre.“

    Peter Miller (ÖDP) schlug vor, hinter der Silvesterkirche absperrbare Boxen aufzustellen, in denen Besucherinnen und Besucher der Innenstadt ihre teils sehr hochwertigen Fahrräder sicher abstellen können. Seine Parteikollegin Silke Lotterbach bat darum, die Lichtplanung noch einmal zu überdenken und etwa die Baumkronen nachts nicht zu beleuchten, um damit den ökologischen Gedanken nicht ad absurdum zu führen. Zu dunkel soll es aber auch nicht werden, wünschte sich Thomas Burtscher (fraktionslos). Er befürchtet, dass in der Straße wieder ein Brennpunkt entstehen könnte. Nicht ohne Grund hatte Christoph Walter (CSU) sie zuvor als „Glasscherbenviertel“ Mindelheims bezeichnet, das nun jedoch massiv aufgewertet werde.

    Auch für die Projekte von Privatleuten gibt es eine finanzielle Förderung

    Ursula Kiefersauer (Bürgergemeinschaft) will die Gerberstraße nicht nur umgestalten, sondern auch mit Geschäften beleben. „Ich kann nicht Rahmenbedingungen schaffen und da drin spielt keine Musik“, findet sie. Ihr Wunsch, dass sich auch der eine oder andere Hausbesitzer an der Umgestaltung beteiligt und sein Gebäude saniert, könnte nach Einschätzung von Bürgermeister Winter in Erfüllung gehen: Für Projekte von Privatleuten gebe es die gleiche Förderung wie damals bei der Sanierung der Maximilianstraße. „Das hat in der Maximilianstraße funktioniert, deshalb bin ich froher Hoffnung, dass es auch in der Gerberstraße funktioniert.“

    Die Umgestaltung der Straße soll in drei Bauabschnitte unterteilt werden und brutto insgesamt knapp drei Millionen Euro kosten. Wann es konkret losgeht, steht noch nicht fest. Laut Kämmerer Michael Schindler könnte mindestens die Hälfte davon von einer Städtebauförderung abgedeckt werden.

    Den ursprünglichen Plänen hat der Stadtrat bereits im Oktober 2024 zugestimmt. Sie sehen vor, die Gerberstraße auf einer Länge von 200 Metern umzugestalten und beispielsweise die Fahrbahn zugunsten von Gehwegen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Als Reaktion auf die Folgen des Klimawandels ist zudem vorgesehen, auch Elemente einer Schwammstadt in den Umbau zu integrieren. Dazu sollen drei große Bäume in befahrbare Gruben gepflanzt werden, die zugleich Regenwasser speichern.

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