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Mindelheimer Stadtradeln zeigt, wo Kinder, Senioren und Behinderte auf Schwierigkeiten stoßen

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Stadtradeln: Heuer stehen in Mindelheim die Schwächsten im Mittelpunkt

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    Mindelheims Bürgermeister Michael Schindler verschaffte sich bei der Auftakttour des Stadtradelns selbst einen Eindruck davon, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer in Mindelheim zu kämpfen haben.
    Mindelheims Bürgermeister Michael Schindler verschaffte sich bei der Auftakttour des Stadtradelns selbst einen Eindruck davon, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer in Mindelheim zu kämpfen haben. Foto: Karl Geller

    Mindelheims neuer Bürgermeister Michael Schindler war kaum zehn Stunden im Amt, als er den Startschuss für das Mindelheimer Stadtradeln gab. Dabei geht es nicht nur darum, bis zum 21. Mai möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurückzulegen, sondern auch darum, das Radfahren in Mindelheim sicherer und komfortabler zu machen. Eine Gruppe steht dabei heuer besonders im Fokus.

    Unter dem Motto „Nachhaltige Mobilität der Schwächsten“ begaben sich bei der Eröffnungsfahrt mehr als 30 Radfahrerinnen und -fahrer auf den Rundkurs durch Mindelheim, den der Radverkehrsbeauftragte Karl Geller ausgearbeitet hatte. Ziel war es, die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die Menschen mit Behinderungen, Senioren mit Rollatoren, aber auch Kinder unter acht Jahren, die laut Straßenverkehrsordnung auf dem Gehweg fahren müssen, sowie ihre erwachsenen Begleiter in Mindelheim nach wie vor haben.

    Als gesunder Radfahrer nimmt man viele Hindernisse nicht wahr

    Auf die Idee dazu hatte Karl Geller im vergangenen Jahr Maria März gebracht, die mit ihrem Dreirad an der Eröffnungstour teilgenommen hat. Damals ist ihm aufgefallen, dass man „als gesunder Radler vieles einfach nicht merkt, was anderen Schwierigkeiten macht“. Außerdem hätten ihn in letzter Zeit öfter Mütter, die mit einem Kinderanhänger unterwegs sind, auf Hindernisse hingewiesen.

    Die Teilnehmer der Eröffnungsfahrt konnten selbst testen, wo in Mindelheim noch Verbesserungsbedarf besteht

    Bei der jetzigen Eröffnungsfahrt zeigten Maria März und Jan-Erik Ahlborn der Gruppe deshalb, wo sie mit ihren Dreirädern auf Schwierigkeiten stoßen. Unterstützt wurden sie von Monika Sirch und ihrem Mann Johann. Er bot jedem an, sich selbst in einen Rollstuhl oder auf ein Dreirad zu setzen, um zu testen, wie er mit Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster, schmalen Radspuren und anderen Herausforderungen zurechtkommen würde. Sie demonstrierten eindrucksvoll, wie schnell Rollstuhlfahrer im Kies versacken und wie leicht ein Dreirad kippt. Deutlich wurde auch, wo Abstellflächen für diese Räder fehlen oder wo sich Radfahrer mit voll beladenen Anhängern über Bordsteinkanten quälen müssen.

    Auch Bürgermeister Schindler, der täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, musste sich ziemlich anstrengen, als er im Rollstuhl einen abgesenkten Bordstein in der Kornstraße überquerte. Jan-Erik Ahlborn brachte die Problematik schließlich mit seiner Bemerkung auf den Punkt, dass in Mindelheim schon vieles gut gelöst sei, aber an manchen Stellen dringender Verbesserungsbedarf besteht, wenn hier Inklusion gelebt werden soll. „Wir wollen mit dieser Tour zeigen, dass Ihr Problem von der Stadtverwaltung gesehen wird“, sagte Karl Geller und rief dazu auf, möglichst viele Kilometer zu sammeln, damit nachhaltige Mobilität weiterhin ein Thema bleibt. (mz)

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