Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten

Nockherberg: So erlebt Holger Paetz die Entwicklung der Fastenpredigt

Interview

Nockherberg-Autor Holger Paetz: „Eine gute Pointe ist unwiderstehlich“

  • |
  • |
  • |
  • |
    Jahrelang war Holger Paetz am Nockherberg präsent – etwa 2008 als Double von Guido Westerwelle (linkes Foto). Wie blickt er auf die Fastenpredigten von heute?
    Jahrelang war Holger Paetz am Nockherberg präsent – etwa 2008 als Double von Guido Westerwelle (linkes Foto). Wie blickt er auf die Fastenpredigten von heute? Foto: Tobias Hase, dpa / Erik Dreyer

    Wir sind mitten in der Fastenzeit, Sie waren jahrelang auf dem Nockherberg vertreten; wenn man die früheren Fastenpredigten mit den jetzigen vergleicht, gibt es da große Unterschiede?

    PAETZ: Der Nockherberg ist ein schwieriges Pflaster, da kann man leicht ausrutschen. Das Ganze muss witzig sein, gleichzeitig auch angreifen und das Publikum muss am Ende zufrieden sein. Man muss wissen, dass zum Beispiel ein Walter Sedlmayr und ein Max Grieser die Texte nicht selbst geschrieben haben. Sedlmayr hat sich aber die Freiheit genommen und bestimmte Textpassagen einfach weggelassen. Er konnte sich das erlauben. Bruno Jonas war der Erste, der die Predigt selbst verfasst hat. Django Asül war der Brauerei zu scharf und wurde abgelöst. Die letzte Rede von Maxi Schafroth fand ich persönlich nicht so besonders. Beim Singspiel war es seinerzeit immer unser Ziel, witzig zu sein, auch wenn der momentan „Derbleckte“ nicht darüber lachen konnte. Wir haben uns auch bemüht, politisch konkret zu sein und die Themen aufzuspießen, die gerade aktuell waren.

    Ist es richtig, dass einige Politiker eher beleidigt sind, wenn sie nicht erwähnt werden?

    PAETZ: Das ist ein Klischee. Ich denke, manche sind froh, wenn sie nicht erwähnt werden. Davon abgesehen: Wenn man alle drannehmen wollte, wäre die Rede dreimal so lang. Die Kunst ist, die richtige Auswahl zu treffen. Viele wissen das nicht: Es ist in erster Linie eine Brauereiveranstaltung, der BR ist der Juniorpartner. Es besteht ein großes Interesse der Brauerei, ein gutes Verhältnis zur Politik zu behalten. Das Singspiel mussten wir Autoren damals immer blank vorlesen und vorspielen, und letztlich entschied über die Inhalte der Brauereidirektor. Ob das immer noch so ist, weiß ich allerdings nicht.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren