Ihr Verein „Wir sind viele“ hat die Berufungsverhandlungen gegen einen ehemaligen Maristenfrater begleitet, dem vorgeworfen wird, Schüler in Mindelheim sexuell missbraucht zu haben. Wie haben Sie den Prozess empfunden?
ANDREAS ERNSTBERGER: Man hat sich Zeit genommen und viele Zeugen befragt. Die Atmosphäre war angemessener als beim ersten Prozess am Amtsgericht, weil die Schwere der angeklagten Taten gewürdigt wurde. Meiner Meinung nach hätte man auch zu einem anderen Urteil kommen können. Es ist schlimm, dass wir einen Serientäter haben, der immer wieder auf Bewährung verurteilt wird. Der Täterschutz ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen.
Die Nebenklage hat Revision gegen die Entscheidung eingelegt, jetzt geht der Fall in die nächste Instanz. Sind Sie froh, wenn endlich mal ein endgültiges Urteil steht?
ERNSTBERGER: Ich finde es gut, wenn sich die Justiz die Zeit nimmt. Belastend ist es für die, die es betrifft, also den Nebenkläger und seine Familie.
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