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1800 Tonnen in Ulm gelagerte Corona-Schutzmasken sollen verbrannt werden

Ulm

Rund 1800 Tonnen in Ulm gelagerte Corona-Masken sollen verbrannt werden

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    5,7 Milliarden Schutzmasken im Wert von 5,9 Milliarden Euro wurden einst eingekauft. Jetzt wird der Großteil entsorgt.
    5,7 Milliarden Schutzmasken im Wert von 5,9 Milliarden Euro wurden einst eingekauft. Jetzt wird der Großteil entsorgt. Foto: Thomas Frey, dpa (Symbolbild)

    Sie wurden während der Pandemie für viel Geld eingekauft, können jetzt aber nicht mehr verwendet werden und müssen daher weg: Knapp 1800 Tonnen in Ulm gelagerte Corona-Schutzmasken sollen entsorgt, der Großteil davon verbrannt werden. Das geht aus einer europaweiten Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

    Gesucht wird ein Dienstleister, der die Masken sowie anderes medizinisches Material aus einem Lager in Ulm abholt und „anschließend ordnungsgemäß in Form einer energetischen Verwertung oder einer alternativen Verwertung“ entsorgt. Insgesamt handelt es sich laut Ausschreibung um Gegenstände mit einem Gesamtgewicht von 2174 Tonnen, die in Kartons verstaut auf Paletten in dem Ulmer Lager stehen.

    Der Großteil davon (82 Prozent, also 1783 Tonnen) sind Schutzmasken, beim Rest handelt es sich um Schutzbrillen und Spritzen (391 Tonnen). Die Gegenstände können nicht mehr in Verkehr gebracht beziehungsweise verwendet werden, heißt es in der Leistungsbeschreibung der Ausschreibung. Der Wert der Gegenstände wird laut Medienberichten auf etwa 250 Millionen Euro geschätzt.

    Kosten für die Entsorgung der Corona-Masken belaufen sich auf 750.000 Euro

    Bis zu einem Dreiviertel der Gegenstände müssen „aufgrund zollrechtlicher Maßgabe, ohne den Verbleib von wirtschaftlich nutzbaren Resten, energetisch verwertet werden“. Heißt, sie müssen verbrannt werden. Der andere Teil kann anderweitig entsorgt oder recycelt werden. Die Kosten für den Auftrag werden auf rund 750.000 Euro geschätzt. Veröffentlicht wurde die Ausschreibung vergangene Woche, am 2. Juni. Angebote können noch bis 2. Juli abgegeben werden. Der Auftrag soll bis November 2027 abgewickelt sein.

    Der genaue Lagerort der Masken und anderen Utensilien wird nicht angegeben. „Die zu verwertenden Gegenstände lagern auf Paletten in einem durch einen Dritten (Lagerdienstleister) bewirtschafteten Lager in 89081 Ulm“, heißt es. Ins Gebiet jener Postleitzahl fällt aber auch das im Jahr 2022 eröffnete THW-Logistikzentrum im Ulmer Norden.

    Krisenvorsorge: So sieht es im neuen Ulmer THW-Logistikzentrum aus

    Logistikzentrum des Technischen Hilfswerks (THW) 25.02.2022, Baden-Württemberg, Ulm: Im Logistikzentrum des Technischen Hilfswerks (THW) stehen Paletten mit Hilfsgütern für das Ausland. Dieses Logistikzentrum ist eines von bundesweit vier vom THW betriebenen, welche im Katastrophenfall die Bevölkerung versorgen sollen. (zu dpa: «Logistikzentrum des Technischen Hilfswerks in Ulm in Betrieb genommen») Foto: Stefan Puchner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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    Das THW hat in Ulm ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Eine Konsequenz aus dem Mangel an Hilfsprodukten in der Pandemie: Vier davon gibt es bundesweit.

    Zur Eröffnung hieß es, dass dort unter anderem 46 Millionen Masken, die sich auf Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Masken aufteilen, gelagert sind. Untergebracht waren damals auch 230 Zelte, die jeweils gut 30 Quadratmeter groß sind, sowie noch 6000 Schlafsäcke und 1200 Feldbetten.

    Mehr als zwei Drittel der Corona-Masken wurden nie verwendet

    Nach Angaben des Bundesrechnungshofs (BRH) beschaffte das damals unter Jens Spahn (CDU) geführte Bundesgesundheitsministerium zu Beginn der Corona-Pandemie 5,7 Milliarden Schutzmasken im Wert von 5,9 Milliarden Euro, obwohl der Bedarf viel geringer war. Mehr als zwei Drittel der Masken wurden nie verwendet, mehr als die Hälfte wurde bereits vernichtet oder ist dafür vorgesehen. „Der Nutzen für die Pandemiebekämpfung war entsprechend gering“, so das BRH in einem Bericht von 2024.

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