Wohnen in Ulm: Munk baut „Jakobs“-Neubau im Wengenviertel mit Café
Ulm
Italienisches Café und Wohnungen: Im Wengenviertel entsteht Großes
Wer an Reischmann vorbei in Richtung Theater geht, trifft schon jetzt auf eine Baugrube. Bald wird hier ein mächtiger Neubau stehen. So sah es vorher aus.
Das „Jakobs“: Geplant sind sieben Giebeldächer mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Haus soll fünf Stockwerke bekommen, in Richtung Wengengasse ist eine sechste Etage geplant, Foto: Braunger Wörtz Architekten, Herrlingen
Ein Neubau an einem hoch frequentieren Ort in Ulm entsteht: In unmittelbarer Nähe der Sedelhöfe, der Ulmer Fußgängerzone und der Wengenkirche baut Munk-Immobilien 35 neue Eigentumswohnungen und zwei Gewerbeflächen. Das Bauprojekt an der Ecke Wengengasse/Sedelhofgasse nennt Munk „Jakobs“.
Der Vorgängerbau an der Ecke Wengengasse/Heigeleshof in Ulm Foto: Alexander Kaya
Diese Bezeichnung für einen Bau, der auf der Bautafel mit „einfach unvergleichlich“ beworben wird, kommt vom nahen Jakob-Griesinger-Platz. Das ist der zentrale Platz im Quartier Wengenviertel direkt vor der Wengenkirche. Wie viele Millionen hier investiert werden, will das Unternehmen Munk nicht verraten. Es dürften einige sein.
Dachgärten sind für einige der 35 geplanten Wohnungen im Ulmer Wengenviertel vorgesehen. Foto: Braunger Wörtz Architekten, Herrlingen
Derzeit untersuchen nach Angaben von Munk noch Archäologen den Untergrund. Falls hier nicht weitere Ausgrabungen nötig werden, weil Fundstücke Ulmer Geschichte ans Licht kommen, soll im Oktober der eigentliche Bau beginnen. Geplante Fertigstellung ist Ende 2026.
Munk wünscht sich ein italienisches Café für das Wengenviertel
Für eine der zwei Gewerbeeinheiten hat Munk bereits konkrete Vorstellungen: Ein italienisches Tagescafé stehe ganz oben auf der Wunschliste. Die zwei Ladenflächen im Erdgeschoss sind 158 Quadratmetern und 240 Quadratmeter groß.
Die 35 Ein-bis-Vier-Zimmer-Wohnungen reichen von 38 bis 178 Quadratmeter. Als Clou dieses „Meilensteins anspruchsvollen Wohnen“, wie Munk das Projekt vollmundig anpreist, gelten private Dachgärten der Dachgeschosswohnungen mit ihren „Atrium-Dächern“.
Der Entwurf von Büros Braunger Wörtz Architekten überzeugte bereits vor zwei Jahren im Ulmer Bauausschuss. Die Bebauung rückt laut Plan etwas in den Straßenraum heraus, das soll den Verlauf der Gasse Heigeleshof auf ein „altstadttypisches Maß“ korrigieren. Die Häuser mit den Adressen Heigeleshof 2 und Wengengasse 27 wurden abgerissen. Eine Aufstockung der aus den 60er-Jahren stammenden Gebäude, war, wie es damals hieß, aufgrund baulicher, statischer und energetischer Mängel nicht wirtschaftlich möglich, der Neubau bringt die für die Stadtentwicklung gewünschten zusätzlichen Stockwerke. 32 Stellplätze wird eine Tiefgarage haben, neun Parkplätze sind im Innenhof geplant.
An der Ecke Heigeleshof/Wengengasse entsteht ein Haus für 35 Parteien, Ulm verzichtet auf eigentlich vorgeschriebene günstige Wohnungen.Foto: Oliver Helmstädter
Bilig wird der Wohnraum im „Jakobs“ sicher nicht
Wohnen im neuen „Synonym des Worts außergewöhnlich“, wie Munk wirbt, hat sicher seinen Preis: Denn die Firma Munk wurde für das Projekt von der Pflicht befreit, preisgünstige Mietwohnungen im Neubau anzubieten. Eigentlich müssten entsprechend der geltenden Beschlusslage 30 Prozent der Einheiten gefördert sein und damit für Menschen reserviert, die wenig Einkommen haben. Doch die Pläne für den Neubau sind älter als der Beschluss.
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