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Ulm: Neben den Sedelhöfen wird neu gebaut – Ausnahmeregelung inklusive

Ulm

Neben den Sedelhöfen wird neu gebaut – Ausnahmeregelung inklusive

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    Dieses 60er-Jahre-Haus an der Ecke Wengengasse/Heigeleshof in Ulm soll einem höheren Neubau weichen.
    Dieses 60er-Jahre-Haus an der Ecke Wengengasse/Heigeleshof in Ulm soll einem höheren Neubau weichen. Foto: Alexander Kaya

    Auf der einen Seite die hoch aufragenden Gebäude der Sedelhöfe, auf der anderen die niedrigeren und teils alten Häuser in der Wengengasse: "Städtebaulich nicht ganz einfach" ist die Lage des Neubaus, den das Ulmer Immobilienunternehmen Munk am Rand der Altstadt errichten will. Nicht ganz einfach war auch die Vorgeschichte für das Projekt mit dem Namen Heigeleshof Nord.

    Immobilienfirma Munk plant Neubau in Ulmer Innenstadt

    Der Vorschlag des Büros Braunger Wörtz Architekten aus Herrlingen hat die Verantwortlichen im Ulmer Rathaus überzeugt: "Die nicht ganz einfache Aufgabe der Planer war, zwischen den beiden Maßstäben zu vermitteln", schilderte Baubürgermeister Tim von Winning vor Kurzem im Bauausschuss. Vorgesehen sind sieben Giebeldächer mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Haus soll fünf Stockwerke bekommen, in Richtung Wengengasse ist eine sechste Etage geplant, hier soll es Maisonette-Wohnungen geben. Die Bebauung rückt laut Plan etwas in den Straßenraum heraus, das soll den Verlauf der Gasse Heigeleshof auf ein "altstadttypisches Maß" korrigieren. Ähnliches hätte sich die Stadt für die Wengengasse gewünscht. Wegen unterirdischer Leitungen war das aber nicht möglich. Während der Bauausschuss bei einem Bauprojekt am Saumarkt kontrovers diskutiert hatte, ob für ein Wohnhaus ein Teil öffentlichen Raums wegfallen darf, gab es in diesem Fall keinen Streit.

    Die Häuser mit den Adressen Heigeleshof 2 und Wengengasse 27 werden abgerissen. Die aus den 60er Jahren stammenden Gebäude aufzustocken, wäre nach Angaben der Stadtverwaltung aufgrund baulicher, statischer und energetischer Mängel nicht wirtschaftlich möglich gewesen, der Neubau bringt die für die Stadtentwicklung gewünschten zusätzlichen Stockwerke. Entstehen sollen Büros und 35 Wohnungen, auch Gaststätten sollen erlaubt sein. Der Großteil der 32 Stellplätze wird laut Plan unterirdisch angelegt, neun sind im Innenhof geplant. Dort soll es auch 54 Fahrradabstellplätze geben. Beim Haus kommen ein beziehungsweise zwei Stockwerke neu dazu, die für das Viertel eigentlich üblichen Giebel kehren mit dem Neubau zurück.

    Untere Wengengasse wird zur Fußgängerzone

    Der Bauausschuss hat die Aufstellung des Bebauungsplans einstimmig beschlossen und das Verfahren damit eingeleitet. Auch eine weitere Entscheidung ist einmütig gefallen: Die Firma Munk wird für das Projekt von der Pflicht befreit, preisgünstige Mietwohnungen im Neubau anzubieten. Eigentlich müssten entsprechend der geltenden Beschlusslage 30 Prozent der Einheiten gefördert sein und damit für Menschen reserviert, die wenig Einkommen haben. Doch die Pläne für den Neubau sind älter als der Beschluss, Munk stellte sie wegen anderer Bauprojekte zurück: Bürgerdienste und Sedelhöfe wurden in direkter Nachbarschaft gebaut, die Baustellenlogistik hätte nicht vernünftig funktioniert. Dem Unternehmen dürfe durch seine Bereitschaft zu warten kein Nachteil entstehen, begründete von Winning. Er erinnerte auch daran, dass angesichts der aktuellen Lage viele Vorhaben auf der Kippe stünden.

    Durch den Neubau soll das Viertel zusätzlich an Reiz gewinnen. Derzeit wird die untere Wengengasse zur Fußgängerzone umgestaltet, unter anderem mit zusätzlichen Bäumen. Das Wengenviertel ist seit 2013 Sanierungsgebiet.

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