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Museum Brot und Kunst würdigt Hermann Eiselen zum 100. Geburtstag

Ulm

Museum Brot und Kunst würdigt Hermann Eiselen zum 100. Geburtstag

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    Das Ulmer Museum Brot und Kunst feierte den 100. Geburtstag seines Gründers Hermann Eiselen. Hier die Direktorin des Museums, Isabel Greschat, vor "Retrospektive Frauenbüste" von Salvador Dali.
    Das Ulmer Museum Brot und Kunst feierte den 100. Geburtstag seines Gründers Hermann Eiselen. Hier die Direktorin des Museums, Isabel Greschat, vor "Retrospektive Frauenbüste" von Salvador Dali. Foto: Stefan Kümmritz

    Der 2009 verstorbene Mitbegründer des Ulmer Museums Brot und Kunst, Hermann Eiselen, wäre am 2. März 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gab es am Sonntagmittag, 10. Mai, eine Art leicht verspätete Geburtstagsfeier für ihn mit einem Rundgang durchs Museum und einer Würdigung seiner Person und seines unermüdlichen Schaffens.

    Besucher entdecken Lieblingskunst von Hermann Eiselen

    Eine größere Schar von Besucherinnen und Besuchern, darunter auch welche, die Hermann Eiselen noch persönlich kannten, erfuhren Einiges über Kunstwerke, die diesem besonders wichtig waren.

    So zum Beispiel das „Stilleben mit Korbflasche, Kelchglas und Brot“ von Sebastian Stoskopff, das Gemälde eines unbekannten flämischen Malers, das „Arm und Reich“ oder auch „Krieg und Frieden“ betitelt ist und einen reichen Mann zeigt, der Brot und anderes Gebäck mit den Armen umschlingt, damit der neben ihm sitzende Arme es nicht an sich nehmen kann. „Armut und Hunger haben für Hermann Eiselen immer eine große Rolle gespielt“, erklärte Direktorin des Museums Isabel Greschat. „Es ist ein sprechendes Bild, bei dem Fragen der Gerechtigkeit aufgeworfen werden.“

    Eine umfangreiche Sammlung von Models, aus Holz geschnitzte Bilder, mit denen Backwerk geformt wird, ist ein wichtiger Teil der Sammlung und natürlich das Werk „Retrospektive Frauenbüste“ von Salvador Dali, bei dem ein Baguette den Kopfschmuck vom Kopf und den Brüsten einer Frau trennt. Dass er diese Arbeit Dalis erwerben konnte, hat Hermann Eiselen besonders begeistert, „und wir sind es heute noch“, so Isabel Greschat.

    Andrea Fadani, der ihn seit 1994 kannte, brachte den Gästen dann Leben und Werk Hermann Eiseles ausführlich näher. Dieser wurde am 2. März 1926 in Nagold geboren. Mit seinem Vater war er zeit seines Lebens sehr viel zusammen, wobei dieser seinem Sohn immer eine Menge abverlangte.

    Andrea Fadani: „Hermann Eiselen hat als Stifter Großes bewirkt“

    1943 wurde Hermann Eiselen gezwungen, entweder der SS beizutreten oder eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Er entschied sich zu letzterem. In Berlin erlebte er eine schreckliche Zeit, nach dem Krieg kam er im Schwarzwald in ein Gefangenenlager der Franzosen und erlebte viele Demütigungen. Seine Familie hatte ein gutes Verhältnis zur jüdischen Familie Eckstein und kaufte von dieser die Firma Ulmer Spatz, die Malzextrakte herstellte. Die Ecksteins flohen in die USA. Mit 22 Jahren wurde Hermann Eiselen bereits Teilhaber der Firma Ulmer Spatz. Eigentlich hatte er Medizin studieren wollen, aber sein Vater wollte ihn im Geschäft haben. Da half ihm dann sein Studium der Volkswirtschaft, dem er eine Doktorarbeit folgen ließ.

    Die Firma produzierte Backmittel und versorgte tausende von Betrieben mit diesen. „Wäre das Unternehmen nicht so erfolgreich gewesen, gäbe es heute das Museum hier vielleicht nicht“, meinte Andrea Fadani. Zusammen mit seinem Vater hat Hermann Eiselen, der im Übrigen nicht nur Kunstsammler, sondern auch begeisterter Skifahrer und Wanderer war, sogar auch im Himalaya Berge bestieg, dann die Eiselen-Stiftung  gegründet.

    Auch sein Engagement in der Forschung kam bei Politikern und anderen hochgestellten Persönlichkeiten gut an. Dazu kam, dass er, auch wenn es ihm nicht wichtig war, immer wieder für sein Wirken geehrt wurde, unter anderem mit der Medaille der Stadt Ulm, der Ehrensenatorwürde der Universität Ulm und der Universität Hohenheim sowie dem Bundesverdienstkreuz. „Hermann Eiselen hat als Stifter Großes bewirkt“, sagte Andrea Fadani bei der Feier. Gestorben ist der Museumsmitbegründer am 21. Juni 2009 in der längst zu seiner Heimat gewordenen Stadt Ulm.

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