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Ulm: Hunderte demonstrieren vor dem blau-gelben Münsterturm für Frieden

Ulm

Hunderte demonstrieren vor dem blau-gelben Münsterturm für Frieden

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    Mit Fahnen und Plakaten haben Menschen vor dem blau und gelb angestrahlten Münster gegen den Krieg demonstriert.
    Mit Fahnen und Plakaten haben Menschen vor dem blau und gelb angestrahlten Münster gegen den Krieg demonstriert. Foto: Alexander Kaya

    Am Ende singen sie, sie singen die Nationalhymne ihres Landes und schwenken Fahnen in blau und gelb. Es ist das dritte Mal innerhalb weniger Tage, dass Menschen auf dem Münsterplatz in Ulm gegen den Krieg in der Ukraine Gesicht zeigen. Am Aschermittwoch haben die Kirchen zu einem Friedensgebet ins Münster eingeladen, anschließend kommen Hunderte vor der Bürgerkirche zusammen. Vor allem Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und der ukrainische Priester Andriy Pizo finden emotionale Worte.

    Im Münster haben davor mindestens 500 Menschen für den Frieden und die Opfer des Krieges gebetet. Es ist mindestens so voll wie an Weihnachten vor Pandemie-Zeiten, nicht alle finden einen Sitzplatz. Auf dem Münsterplatz ergreift zuerst Nestor Aksiuk das Wort, der Ulmer Unternehmer ist Mitglied der ukrainischen Kirchengemeinde Neu-Ulm. Er moderiert den Abend auf deutsch und auf ukrainisch. Nach ihm spricht Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch. Er redet über die Rolle der Donau, ein Fluss, der in der Vergangenheit mir Geschichten voller Leid verbunden war. Aber auch ein Fluss, der heute die Menschen verbindet. Czisch lobt den Einsatz der Ehrenamtlichen – und er ruft: "Wladimir Putin, beenden Sie diesen Krieg!"

    Mahnwache gegen den Krieg in der Ukraine vor dem Ulmer Münster

    Der Beifall für Czischs Worte ist groß, noch größer fällt er bei der Ansprache von Katrin Albsteiger aus. Die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin gesteht, sie habe sich diesen Krieg nicht vorstellen können. Sie erinnert an die Friedenskundgebung auf der Herdbrücke – am Vorabend des Kriegs. Und dann spricht sie, in gelber Jacke und mit blauer Mütze, über ihre Kinder und über das, was Familien in der Ukraine nun fühlen müssen: Die Angst vor dem Krieg. Die Trauer um Väter, Söhne, Brüder und Ehemänner, die sterben müssen. Albsteiger rühmt die Menschen in der Ukraine für ihren Mut, für ihr Leben und ihre Werte einzustehen. Werte, die die Ukraine mit ganz Europa teile. "Das sind die Helden unserer Zeit", sagt Albsteiger.

    Nach ihr fordert der evangelische Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl den Moskauer Patriarchen Kyrill auf, sich gegen den Krieg auszusprechen. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche hatte angesichts des Überfalls auf die Ukraine gesagt, er sehe im russischen Kriegsdienst eine Bekundung von "Nächstenliebe nach dem Evangelium". Der Augsburger Bischof Bertram Meier spricht davon, dass die Kirchen dazu da seien, Brücken zu bauen. Man stehe gemeinsam gegen den Krieg. Zum Schluss spricht Andriy Pizo auf ukrainisch und deutsch. Er dankt seinem Volk in Deutschland für die Hilfe und die Unterstützung. Und er dankt seinem Volk in seinem Vaterland Ukraine, dass es Vorposten für seine Heimat in Deutschland ist. "Wir sind Europäer, wir sind zivilisierte Menschen. Es darf keine Kriege geben – und keinen Kain unter uns." Dann stimmt Pizo die ukrainische Nationalhymne an. Und blau-gelbe Fahnen wehen vor dem Münsterturm, der in Blau und Gelb erstrahlt.

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