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Ulm: Vh Ulm feiert 80. Geburtstag mit einem Ständchen von „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel

Ulm

Vh Ulm feiert 80. Geburtstag mit einem Ständchen von „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel

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    „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel (Mitte, auf der Bank sitzend) gilt als „Grundgesetz-Ultra“ und sang ein Geburtstagsständchen für die Volkshochschule Ulm.
    „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel (Mitte, auf der Bank sitzend) gilt als „Grundgesetz-Ultra“ und sang ein Geburtstagsständchen für die Volkshochschule Ulm. Foto: Dagmar Hub

    Taggenau zum 80. Geburtstag: Mit einem Festakt, mit Menschen, die die vh-Gründer Inge Scholl und ihren späteren Mann, den Designer Otl Aicher, noch gekannt haben, mit einer Vielzahl von Freunden und der vh nahestehenden Menschen, mit einem Geburtstagsständchen des nahbaren und sich in die Menge mischenden „Prinzen“-Frontmannes Sebastian Krumbiegel und mit Tanz und einer Ausstellung feierte die Ulmer Volkshochschule acht Jahrzehnte ihrer Existenz.

    Bildung als Ziel bereits in Zeiten, als das Wichtigste für die Menschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch ein Dach über dem Kopf und Essen und Trinken waren: Mit Stolz blicke die Stadt auf ihre Volkshochschule, betonte Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD) beim Festakt. Denn die Gründung der vh im Geist der Widerstandsbewegung Weiße Rose, der Inge Aicher-Scholls im Nationalsozialismus ermordete Geschwister Hans und Sophie Scholl angehört hatten, sei die notwendige Antwort gewesen auf den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus, betonte er: eine Schule der Demokratie mit dem Motto „Einmischung erwünscht“. Ort des Aufbruchs und der Debatte, demokratischer Erfolgsraum und Ort politischer und höherer Bildung für alle Menschen, von denen damals nur etwa drei Prozent eines Jahrgangs Abitur machen konnten, war das 1968 erbaute und von Inge Aicher-Scholl geleitete EinsteinHaus, in dem die vh ihren Sitz hat, von Anfang an. Als Sebastian Krumbiegel als Geburtstagsständchen an die Ulmer vh seinen Song „Die Demokratie ist weiblich“ sang, zeigte sich Ansbacher sowohl vom Song als auch von Krumbiegels Bekenntnis, ein „Grundgesetz-Ultra“ zu sein, begeistert.

    Viel Würdigung erfuhr die Ulmer Volkshochschule an dem von Marina Nething moderierten Abend im überfüllten Kornhaus auch von Julia von Westerholt, der Direkturin des Deutschen Volkshochschulverbands, und von Tobias Diener, dem Direktor des baden-württembergischen Hochschulverbandes. Die Gründung der Ulmer vh stehe landes- und bundesweit dafür, was Auftrag der Volkshochschulen war: einen neuen Anfang für Deutschland zu schaffen mit einem Aufbau der Demokratie. Die Ulmer vh habe am Anfang dieser beeindruckenden Bewegung gestanden, so Tobias Diener. Das letzte Wort des Festaktes hatte der aktuelle vh-Leiter Christoph Hantel, der verdeutlichte, dass durch die Anwesenheit früherer Fachbereichsleiter der politischen Bildung an der vh insgesamt 52 Jahre der dortigen politischen Bildung präsent waren, angefangen mit Silvester Lechner, der Mitte der 70er Jahre für diesen Fachbereich tätig gewesen war. Hantel, der sich diskussionsbereit, aber klar zu seiner Pro-Haltung gegenüber einen Grundwehrdienst und zu seinem christlichen Glauben bekannte, benannte als Zukunftsziele der vh die Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch Klimawandel und Künstliche Intelligenz und seine Sehnsucht danach, dass alle Kriege beendet werden könnten. Glaube dürfe nämlich nicht dazu führen, dass man auf ein Wunder warte, so Hantel – und setzte auf die Ulmer, die immer schon clever und erfinderisch gewesen seien.

    Unter den 18 Weggefährten der vh, die danach für kurze Stand-Up-Gespräche im Rahmen einer „Menschenbibliothek“ zur Verfügung standen, waren unter anderem Gabriele Mreisi, die erste Leiterin der Ulmer Freiwilligenagentur war, die frühere vh-Chefin Dagmar Engels-Kress, Silvester Lechner, Ulms früherer Kulturbürgermeister und mehrjähriger Leiter des vh-Trägervereins Götz Hartung und Lothar Heusohn, 35 Jahre lang Fachbereichsleiter für Politik und Gesellschaft an der vh.

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