Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten

Vöhringen: Der einzig wahre Meister des Illertal-Blues

Vöhringen

Der einzig wahre Meister des Illertal-Blues

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der einzig wahre Meister des Illertal-Blues
    Der einzig wahre Meister des Illertal-Blues

    Er ist unverzichtbarer Bestandteil bei der Verleihung des Weißenhorner Wölfchens, jener Auszeichnung, die alljährlich im Herbst an den besten Kabarettisten verliehen wird. Dabei geht die Zusammenarbeit mit Kathi Wolf zurück in die Entstehungszeit des Kinohits „Landrauschen“, dessen Dreharbeiten im Jahr 2017 in und um Bubenhausen stattfanden. Dort spielte er einen etwas sehr behäbigen Landpolizisten, der in erster Linie durch sein übergroßes Gebiss in Erinnerung blieb.

    Musik ist der Lebensinhalt von Ingo Illerdelta

    Die Rede ist von Ingo Illerdelta, respektive Rüdiger Radomski alias … halt, das weiß nur der Verfasser dieser Zeilen und das soll nach Wunsch des Protagonisten auch so bleiben. Ingo, wie er sich gerne auch anreden lässt, nur auf diese Auftritte zu begrenzen, hieße lediglich die Spitze eines Eisberges zu betrachten; hier natürlich im allerpositivsten Sinne des Sprichwortes. Der Vöhringer entstammt einer Einzelhandelsfamilie und wohnt zwischenzeitlich auch längst wieder im Elternhaus in seinem Heimatort. Beim Besuch umfängt einen sofort die Atmosphäre eines Musikstudios: E-Piano, Schlagzeug, Gitarre; und tatsächlich scheint Musik der Lebensinhalt von Ingo Illerdelta zu sein. Dabei habe er, so der heute 66jährige, ursprünglich Sonderpädagogik studiert, dieses Studium jedoch nicht abgeschlossen. Stattdessen zog es ihn in jungen Jahren in das damals noch geteilte Berlin, wo er beim Berufsbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes eine Anstellung als Musiktherapeut fand.

    In Berlin hat Ingo nicht nur musiziert

    Ereignisreich und spannend sei die Zeit in Berlin gewesen, erzählt Ingo. Die Abende und Nächte verbrachte man in den Bars und Clubs, wo dann am Piano Blues und Soul gespielt wurde. Seine erste Band habe er ja schon mit fünfzehn gehabt, gibt der Vöhringer zu bedenken, wobei sich der eigene Musikstil allmählich von Rock ‘n Roll hin zum Blues entwickelte. Doch nicht nur musiziert wurde in Berlin: Ingo zeigt ein Bild, das ihn als Marathonläufer im Teufelskostüm zeigt. Pikanterweise aufgenommen im damaligen sozialistischen Osten, als ein Friedenslauf durch die Stadt organisiert wurde. Die Ordnungskräfte der DDR ließen ihn trotz schrillem Outfit passieren, wenngleich die Vermutung im Raum steht, dass der Läufer aufgrund einer vom Wind verwehten Nationalitätenkennung nicht als „feindlicher“ Westler identifiziert werden konnte.

    Es sind Geschichten wie diese, welche einen Einblick in das bunte Leben des Ingo Illerdelta geben. Geschichten, welchen auch trotz ihrer Tragik immer etwas Positives abgewonnen werden konnte. Im Jahr 2000 zog es Ingo zurück nach Schwaben, wo er eine weitere Ausbildung, nun als Altenpfleger begann. Die Praxis indessen lernte er in den eigenen vier Wänden kennen, als seine Eltern erkrankten. Nun kam ihm das Erlernte zugute. Durch das Wissen des Sohnes war nahezu eine Rundumbetreuung sichergestellt.

    Und dann wurde aus Ingo der Dorfpolizist

    Doch selbst in dieser Situation verlor Ingo nicht den Humor – im Gegenteil. So erzählt er heute noch schmunzelnd davon, dass er seinem gebrechlichen Vater ein Babyphon mit Kamera unterjubelte, um im Falle einer sich anbahnenden Gefahr sofort zur Stelle zu sein. Ingo musste hierzu ja nur in das tieferliegende Stockwerk hinabgehen. Der Vater hatte nie etwas von dem kleinen technischen Hilfsmittel bemerkt. Eines Tages erfuhr Ingo über einen befreundeten Ulmer Künstler, dass noch Darsteller für den Film „Landrauschen“ gesucht wurden. Hier lernte er auch die Drehbuchautorin Lisa Miller und in der Folge Kathi Wolf kennen, wenngleich der Dorfpolizist Rüdiger Radomski eher eine Nebenrolle bespielte.

    Wie Ingo Illerdelta zu seinem Künstlernamen kam

    Wenn die Kabarettistin Wolf heute eine Klaviereinlage zum Besten gibt, hat sie diese Fertigkeit bei Ingo gelernt, dem leidenschaftlichen, humorvollen Pianisten aus Vöhringen. Wie kam denn nun der in zweiter Ehe verheiratete Ingo Illerdelta zu seinem Künstlernamen? Der Vorname hafte ihm schon lange an, so der 66-jährige Vater einer erwachsenen Tochter. Ausschlaggebend war seinerzeit – hier sind die 70er Jahre gemeint – die Begeisterung, ja geradezu Identifikation mit der Band Insterburg & Co. und dessen Oberhaupt Ingo Insterburg. War der Vorname nun gesetzt, verbirgt sich hinter dem Illerdelta, an dessen Existenz der Künstler vehement glaubt, eine Reminiszenz an den Missisippi-Delta-Blues. Er sehe sich, so der verschmitzte Mittsechziger, somit als einzig wahrer Vertreter des Illerdelta-Blues,

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren