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Neuburg

10.05.2020

Ein Lichtblick für die lokale Kulturszene

Die Neuburger Sommerakademie soll vom 26. Juli bis 8. August stattfinden – mit gewissen Einschränkungen.
Bild: Kulturamt Neuburg

Plus Langsam kehrt wieder Leben in die Neuburger Kulturlandschaft ein: Ausstellungen öffnen wieder und die Sommerakademie soll stattfinden.

Das kulturelle Leben in Neuburg nimmt langsam wieder Fahrt auf. Nachdem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder verkündet hat, dass Museen wieder öffnen dürfen, tasten sich auch Neuburger Einrichtungen zurück ins öffentliche Leben. Und noch eine gute Nachricht gibt es: Die Sommerakademie soll von 26. Juli bis 8. August stattfinden – wenn auch in abgespeckter Form.

Bis vor Kurzem war nicht klar, ob die Kurse, zu der jedes Jahr Teilnehmer aus aller Welt anreisen, angesichts der Corona-Pandemie durchgeführt werden können. Nun hat sich Kulturamtsleiterin Marieluise Kühnl mit Oberbürgermeister Bernhard Gmehling erneut zusammengesetzt. Das Ergebnis: Nach aktuellem Kenntnisstand muss die renommierte Kulturveranstaltung nicht gecancelt werden. Das freut nicht nur Kühnl, sondern auch die künstlerischen Leiter und Dozenten der Sommerakademie. „Die brennen darauf!“, sagt die Kulturamtsleiterin, die mit allen Beteiligten in Kontakt steht. Jeder Kurs wird aber wohl nicht stattfinden können. Das hängt auch davon ab, welche der Dozenten aus dem Ausland einreisen dürfen. Eine chinesische Dozentin für Violine hat deshalb schon abgesagt, erzählt Kühnl. Ob Kurse in Gesang und Blasinstrumenten gegeben werden können, ist noch unklar. Es besteht die Gefahr, dass das Virus dabei leichter übertragen werden könnte. Gilt eine Maskenpflicht für Teilnehmer und Dozenten, werden diese Kurse wahrscheinlich schon aus praktischen Gründen ausfallen müssen, vermutet Kühnl.

Neuburger Sommerakademie: Konzerte finden möglicherweise im Freien statt

Generell würden sich alle Kursleiter Gedanken machen und seien sehr kreativ darin, Wege zu finden, wie sie trotz Corona unterrichten können, erzählt die Neuburger Kulturamtsleiterin. Bei den Gruppenkursen könne es teilweise sein, dass weniger Teilnehmer mitmachen können, um die Abstandsregeln einzuhalten. Einzelunterricht, zum Beispiel für Klavier, hat Söder generell bereits gestattet. Nicht nur in der Musik, sondern auch bei den bildenden Künsten ist Kühnl aber optimistisch, dass die Verteilung der Teilnehmer auf die zur Verfügung stehenden Räume gelingen wird.

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Was die Konzerte angeht, die die Sommerakademie normalerweise begleiten, wird ebenfalls über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht. Vorstellbar sei es etwa, die Konzerte ins Freie zu verlegen, meint Kühnl. Zum Beispiel auf den Karlsplatz oder in den Museumsgarten. Oder, dass Konzerte im Kongregationssaal gespielt und online übertragen werden. Das Rahmenprogramm wird dann wahrscheinlich kostenlos sein. Dadurch brechen der Stadt erhebliche Einnahmen weg, weshalb man versuchen will, die Kosten für die Sommerakademie möglichst im Rahmen zu halten, sagt Kulturamtsleiterin Kühnl.

Das Stadtmuseum soll schon in wenigen Tagen wieder öffnen – unter bestimmten Auflagen.
Bild: Maya Spitzer

Die Überlegungen, die Kühnl und ihr Team angestellt haben, basieren auf der aktuellen Entwicklung der Pandemie. Sollte sich hier eine Verschlechterung der Situation ergeben, ist auch die Sommerakademie wieder in Gefahr oder das Konzept muss angepasst werden. Die Kulturamtsleiterin betont: „Hier ist nichts in Stein gemeißelt. Wir müssen flexibel bleiben und improvisieren.“ Wie man mit der Kinder- und Jugendakademie umgehen wird, wird erst noch entschieden.

Die Sayle-Ausstellung soll im Rathausfletz in Neuburg zu sehen sein

Die Kulturamtsleiterin und der Oberbürgermeister beschäftigten sich in ihren Sitzungen vergangene Woche aber nicht nur mit der Sommerakademie. Auch die städtischen Ausstellungen standen auf der Tagesordnung. Die Sayle-Fotoausstellung, die ursprünglich im Marstallfoyer aufgebaut war, soll ab 21. Mai im Rathausfletz zu sehen sein. Mit dem Neuburger Kunstkreis will Kühnl sprechen, ob die Mitglieder nicht im Fürstengang ausstellen wollen. In die Galerien darf dann immer nur eine bestimmte Anzahl von Personen und die Besucher müssen Masken tragen. Drei Ausstellungen, die für heuer in den städtischen Galerien geplant waren, werden gleich ganz auf 2021 verschoben, berichtet Kühnl. Das betrifft die Künstler Angelica Benecke, Gerhard Brandl und Rainer Röschke.

Museumsleiter Michael Teichmann plant, das Stadtmuseum bereits am 16. Mai wieder aufzumachen – wenn er die geforderten Hygienemaßnahmen bis dahin umsetzen kann, wie er sagt. Dort werden weiterhin die Radierungen von Susanne Pohl zu sehen ein.

Das Neuburger Schloss wird voraussichtlich erst Ende Mai wieder zugänglich sein.
Bild: Maya Spitzer

Wie es mit dem Neuburger Schloss weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung teilte auf Anfrage mit, dass das Pfingstwochenende (30. Mai) der Zeitpunkt für eine mögliche Öffnung der Objekte der Bayerischen Schlösserverwaltung sei. Aussagen zur Wiederöffnung einzelner Objekte seien derzeit nicht möglich. Momentan würden Hygiene- und Besuchskonzepte für alle Häuser erarbeitet, zum Schutz der Besucher und der Mitarbeiter. Die Neuburger Galeristin Barbara Nassler, die im Schloss aktuell eine Ausstellung mit Werken des amerikanischen Künstlers James Rizzi hat, will sich nicht so einfach mit der späten Öffnung abfinden. Sie werde sich mit einem Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten persönlich wenden und um eine Ausnahme bitten, sagt Nassler. „Das ist doch Blödsinn. Zu uns kommen weniger Leute als in einen Baumarkt. Wir können die Besucherzahl so regulieren, dass sogar ein Abstand von 2,5 Metern zwischen den Menschen eingehalten werden kann.“ Nassler gibt nicht auf – und bereitet schon einmal alles vor.

Bei einigen Kursen der Neuburger Sommerakademie sind noch Plätze frei. Interessierte können sich im Internet unter www.sommerakademie-neuburg.de informieren und bei Marina Gloßner im Kulturamt unter Telefon 08431/55234 oder per Mail an kultur@neuburg-donau.de anmelden.


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