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Neuburg
20.09.2019

„Fridays for Future“ sind in Neuburg angekommen

„Systemwandel statt Klimawandel“: Rund 100 Demonstranten liefen bei „Fridays for Future“ durch Neuburg
Foto: Christof Paulus

Die „Fridays for Future“ erreichen eine neue Stufe. In Neuburg gibt es die erste Kundgebung. In Ingolstadt kamen weit mehr Teilnehmer als erwartet.

Dieses eine Mal hatten die SUVs keine Chance. Als am Freitag die mindestens 1000 Demonstranten der „Fridays for Future“ durch Ingolstadt zogen, mussten nicht nur die Geländewagen stehen bleiben. Selbst Busse kamen nicht mehr weiter, Teile der Ringstraße waren völlig lahmgelegt. Eine schönere Metapher hätten sich die Demonstranten nicht wünschen können. Immer wieder machten sie klar, was sie für nicht mehr zeitgemäß halten: Zögernde Politiker, Kohle – und die Stadtgeländewagen.

Zu erkennen war das nicht erst in Ingolstadt – sondern schon eineinhalb Stunden vorher. Da liefen rund 100 Demonstranten noch vom Schrannenplatz zum Bahnhof einmal quer durch Neuburg. „Hopp, hopp, hopp – Kohlestopp!“, skandierten die Demonstranten, der Insassin eines parkenden SUVs warfen sie tadelnde Blicke zu. Die Veranstaltung war eine Premiere – und das gleich im doppelten Sinne.

Am Demonstrationszug in Ingolstadt nahmen viele Neuburger teil. Am Theaterplatz fanden die Teilnehmer zum Abschluss zusammen.
Foto: Christof Paulus

„Fridays for Future“ in Neuburg: Alle fürs Klima

Denn während weltweit schon seit rund einem Jahr Schüler für mehr Klimaschutz demonstrieren, gab es in Neuburg noch keine Kundgebung – bis zu diesem Freitag. Vom Bahnhof aus fuhr der Zug dann nach Ingolstadt, wo viele der Neuburger Demonstranten sich der Kundgebung in der Großstadt anschlossen. Angemeldet hatte die Demonstration in Neuburg Joachim Wolf. Der Oberhausener ist bereits 50 Jahre alt – und steht damit exemplarisch für die zweite Premiere an diesem Tag.

Die Fridays for Future-Kundgebung in Neuburg am 20.9.19.
Video: Christof Paulus

Denn die Schüler waren sowohl in Ingolstadt als auch in Neuburg nicht mehr in der Überzahl. Dem Aufruf „Alle fürs Klima“ waren – wie die Veranstalter es sich gewünscht hatten – auch Erwachsene gefolgt, nicht wenige davon bereits im Rentenalter. Wolf überraschte das nicht einmal, ganz im Gegenteil: Er habe eher nicht damit gerechnet, dass doch so viele der Neuburger Schüler seinem Aufruf folgten.

Hier geht es zu unserer Bildergalerie.

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Die Demonstranten hatten selbst gebastelte Schilder dabei, mit denen sie ihrem Ruf nach mehr Klimaschutz Nachdruck verleihen wollten.

Unter dem Motto „Alle fürs Klima“: Teilnehmer nehmen sich frei für „Fridays for Future“

Der Neuburger Stefan Kaltenegger hat die Schule schon längst verlassen. Um an den Kundgebungen in Neuburg und Ingolstadt teilnehmen zu können, hat er sich frei genommen. Erst gestern habe er beantragt, dazu Überstunden abbauen zu können. Für seinen Arbeitgeber, das Neuburger Continental-Werk, sei das kein Problem gewesen.

Die Demonstranten bei Fridays for Future in Ingolstadt rufen "Wer nicht hüpft, der ist für Kohle".

Video: Christof Paulus
In Ingolstadt fiel eine kleine Gegendemonstration auf.

Rund um die Veranstaltung sei es ruhig geblieben, wie Franz Bäumler sagt. Er war als Einsatzleiter für die Polizei im Einsatz. Dabei hatten Polizei wie Veranstalter mit lediglich 200 Teilnehmern gerechnet.

Selbst eine kleine Gegendemonstration machte in Ingolstadt auf sich aufmerksam. Mit Schildern setzte sich eine Handvoll junger Menschen für SUVs ein, musste deshalb Buhrufe über sich ergehen lassen.

Das hielt das Grüppchen nicht davon ab, sich unter die Demonstranten zu mischen und sich mit ihnen asuzutauschen. Umstimmen konnte sie damit aber niemanden. Die SUVs hatten immer noch keine Chance.

Lesen Sie hier unseren Kommentar: Zeit, sich daran zu gewöhnen


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