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Ingolstadt: Zum ersten Mal: Apian-Gymnasium muss Schüler abweisen

Ingolstadt

Zum ersten Mal: Apian-Gymnasium muss Schüler abweisen

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    Das Apian-Gymnasium ist das größte Gymnasium in der Stadt Ingolstadt. Jetzt heißt es dort: wegen Überfüllung geschlossen.
    Das Apian-Gymnasium ist das größte Gymnasium in der Stadt Ingolstadt. Jetzt heißt es dort: wegen Überfüllung geschlossen. Foto: Luzia Grasser

    Alfred Stockmeier ist der Schmerz regelrecht anzusehen. "Das sind ganz angenehme Kinder", sagt der Schulleiter des Ingolstädter Apian-Gymnasiums bei der städtischen Pressekonferenz im Alten Rathaus fast entschuldigend. Aber ihm ist keine andere Lösung geblieben: Er musste 43 Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Pfaffenhofen, die seine Schule ab September besuchen wollten, ablehnen. Hätte er es nicht getan, dann wäre das größte Ingolstädter Gymnasium mit aktuell 1330 Schülern aus allen Nähten geplatzt. 

    Am Apian-Gymnasium in Ingolstadt gab es 224 Anmeldungen

    Rund 180 neue Fünftklässler kann die Schule aufnehmen, für mehr als sechs Züge ist schlichtweg kein Platz im einzigen Gymnasium im Süden der Stadt, das auch noch dringend saniert werden muss. Doch die Anmeldezahlen lagen weit darüber: 224 Kinder wollten in die fünfte Klasse des Apian-Gymnasiums wechseln, das hätte acht Klassen bedeutet. Und so musste die Stadt Ingolstadt erstmals überhaupt Schülerinnen und Schülern eine Absage für ihre Wunsch-Schule erteilen. 

    Ganz ohne Ansage ist der Engpass an den Ingolstädter Gymnasien nicht gekommen. Es sei eine Entwicklung, "die seit Jahren prognostiziert worden ist", sagt Gabriel Engert, Kulturreferent in Ingolstadt und damit auch zuständig für die Schulen. 853 Anmeldungen hatte es bis zur vergangenen Woche an den sechs größten Ingolstädter Gymnasien (einschließlich Gaimersheim) sowie an zwei deutlich kleineren, privaten Einrichtungen, der Montessorischule und der Internationalen Schule, gegeben. 

    Damit sind auch das Christoph-Scheiner-Gymnasium (127 Anmeldungen), das Katharinen-Gymnasium (188 Anmeldungen) und das Gymnasium Gaimersheim (153 Anmeldungen), das die Stadt zusammen mit dem Landkreis Eichstätt betreibt, an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen. Das hat zur Folge, dass an nahezu allen Ingolstädter Gymnasien Klassen mit 30 bis hin zu 32 Schülerinnen und Schülern gebildet werden müssen. "Das ist nicht das, was sich ein Schulleiter oder die Eltern wünschen", sagt Stockmeier.

    Platz ist noch am Reuchlin- und am Gnadenthal-Gymnasium in Ingolstadt

    Zwei weitere Gymnasien in der Innenstadt von Ingolstadt haben dagegen noch Platz. Das Reuchlin-Gymnasium könnte noch eine weitere fünfte Klasse aufnehmen. Allerdings ist hier die erste Fremdsprache für alle Fünftklässler Latein. Gerade einmal 48 Anmeldungen gab es am musischen Gnadenthal-Gymnasium, dabei wäre hier Platz für mehr als doppelt so viele Neulinge. Noch ist allerdings nicht klar, wer nach dem angekündigten Ausstieg der Diözese Eichstätt als Träger die Nachfolge übernimmt. Engert und Stockmeier appellieren jedenfalls an die Eltern, Kinder von den anderen Gymnasien auf diese beiden Schulen umzumelden.

    Doch das Problem mit den übervollen Gymnasien wird auch diese Umverteilung im kleinen Stil nicht lösen: Eine neue Schule muss her. Schon seit vielen Jahren wird über einen Neubau im Norden des Landkreises Pfaffenhofen diskutiert, passiert ist bislang allerdings nichts. Gerade für die Eltern und Schüler aus den dortigen Gemeinden wie Baar-Ebenhausen, Manching oder Reichertshofen ist Ingolstadt – und dort wegen seiner günstigen Lage besonders das Apian-Gymnasium – die erste Wahl, wenn es um eine weiterführende Schule geht. Die beiden örtlichen Gymnasien in Wolnzach und Pfaffenhofen werden weit weniger gewählt.

    Doch das könnte sich nun notgedrungen ändern. Denn bei der Entscheidung, welche Schüler abgewiesen werden sollen, fiel die Wahl in Ingolstadt auf die angehenden Apian-Fünftklässler aus dem Raum Pfaffenhofen. Weitere rund 50 Schüler aus dem Landkreis, die sich an anderen Ingolstädter Gymnasien angemeldet haben, dürfen allerdings bleiben. Nicht betroffen von der Absage sind auch die rund zehn Kinder aus dem Kreis Neuburg-Schrobenhausen, die demnächst aufs Apian-Gymnasium wechseln werden.

    Im Norden des Landkreises Pfaffenhofen soll ein neues Gymnasium gebaut werden

    Rechtlich sei das alles in Ordnung, betont Engert. Vonseiten des Kultusministeriums heißt es, dass Kinder aus der eigenen Kommune bevorzugt aufgenommen werden sollten. Nun ist also der Kreis Pfaffenhofen am Zug. Markus Csiki, Sprecher am Landratsamt, hat zugesichert, dass rechtzeitig zum Schulstart für alle betroffenen Kinder eine Busverbindung ans Gymnasium stehen wird. In erster Linie würden die Schüler wohl das Hallertau-Gymnasium in Wolnzach ansteuern, glaubt Csiki. Dort ist aktuell Platz für rund 100 Fünftklässler. Aber auch am Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen sind noch einige Klassenzimmer frei.

    Dass ein weiteres Gymnasium im Landkreis benötigt werde, stehe außer Frage, so Csiki. Aktuell sind zwei Standorte im Gespräch: Manching und Baar-Ebenhausen. Eine Entscheidung, wo die Schule gebaut werden soll, fällt aller Voraussicht nach im Herbst dieses Jahres im Pfaffenhofener Kreistag und im Ingolstädter Stadtrat. 

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