Er ist vorsichtig optimistisch. Fragt man Weicherings Bürgermeister Thomas Mack, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit einschätzt, dass das Paketzentrum tatsächlich gebaut wird, dann sagt er, "zu 55 Prozent ja". Noch ist nichts entschieden. Das Bauleitverfahren hat gerade erst begonnen, die Rückmeldungen aus der ersten öffentlichen Auslegung werden noch gesichtet und bewertet. Doch schon jetzt zeige sich, dass die Post die Einwände ernst nehme, sagt Mack. Aufgrund der Reaktionen werden neue Gutachten erstellt und weitere Untersuchungen gemacht. "So weit möglich, reagiert die Post auf die Kritikpunkte", ist Macks Eindruck. Dass am Ende alle Zweifel und Gegenargumente ausgeräumt werden können, glaubt er zwar nicht: "Die Hardliner werden wir nicht überzeugen können." Doch sollte keine Klage gegen das Vorhaben eingereicht werden, dann könnte sich seiner Meinung nach eine verträgliche Lösung für die Mehrheit finden.
Eine "verträgliche Lösung" dürfte es insbesondere für die Maxweilerer Bürger sein, wenn die B16-Ausfahrt verlegt werden würde. Das Staatliche Bauamt sieht dafür im Moment keine Lösung, weil das Landschaftsschutzgebiet keinen Spielraum dafür hergibt. Doch Thomas Mack sieht an diesem Punkt noch nicht das letzte Wort gesprochen und sei diesbezüglich auch im Austausch mit der Planungsbehörde. Allerdings hat auch diese Lösung einen Haken: Die Ausfahrt würde wohl erst im Zuge des vierspurigen B16-Ausbaus verlegt werden – also in geschätzten zehn, 15 Jahren. Mack würde es natürlich präferieren, wenn sich eine schnellere Lösung fände. "Ich verstehe nicht, warum man das baulich nicht schon früher hinkriegen könnte."
Deutlich einfacher sind dagegen die Planungen für einen neuen Spielplatz in Weichering. In der Froschlache, gegenüber des neuen Baugebiets "Weingasse", soll der ehemalige Abenteuerspielplatz wiederbelebt werden. Erste Vorschläge, wie der Platz bestückt werden könnte, gibt es schon: Da soll es unter anderem einen großen Kletter-Rutschturm geben, eine Kitaschaukel und einen Turntable. Drei Spielgeräte, die allein schon satte 78.000 Euro kosten. Dazu sollen zwei Tore zum Fußballspielen und Trimm-dich-Geräte aufgestellt werden. Alles in allem dürfte für den Spielplatz also die 100.000-Euro-Marke überschritten werden. Die Gemeinde muss diese Kosten aber nicht alleine stemmen, sondern erhält Förderungen. Die entsprechenden Anträge sollen 2023 gestellt werden, wie Mack sagt. Die Umgestaltung des Spielplatzes erfolgt dann vermutlich erst 2024.
Weichering bekommt einen weiteren Spielplatz
Der dann fünfte Spielplatz in Weichering dürfte rechtzeitig mit den ersten Bewohnern der Weingasse fertig werden. Dort werden auch zwei Mehrfamilienhäuser entstehen mit jeweils etwa acht Wohnungen. In beiden Fällen müssten die Bauherren einen eigenen Spielplatz für die Wohnanlagen errichten. Doch die Gemeinde wird eine Spielplatzsatzung erlassen, wie Mack verrät, wonach gegen einen finanziellen Ausgleich auf den Spielbereich verzichtet werden kann. Das Geld fließt dann in den Gemeinde-Spielplatz.
Auch beim Thema Internet rüstet die Gemeinde auf. Glasfaser bis ins Haus – das soll in den kommenden Jahren für sämtliche Haushalte in der Gemeinde möglich sein. Wer will, kann sein Haus an einen der Faserkonzentratoren in Weichering oder Lichtenau anschließen lassen. Die Ausschreibung für das sogenannte Gigabit-Verfahren startet 2023, doch die Umsetzung wird wohl dauern, "weil wir keine Firmen finden, die uns das Glasfaser verlegen", vermutet Mack. Einzelne Bereiche sind bereits an das Highspeed-Netz angeschlossen, wie etwa die Muna-Siedlung, Lichtenheim, Rosen- und Oberschwaig sowie Schornreuth. Bewohner der Kochheimer Straße konnten sich bereits im Zuge des Rathausanschlusses an die Glasfaserleitung klemmen lassen.
Welchen Themen sich die Gemeinde darüber hinaus noch widmen möchte, wird sich bei der Klausurtagung des Gemeinderats im Frühjahr herausstellen. In dieser Runde könnte auch das Angebot von Karin Schmid und Marcus Omasreiter zur Sprache kommen, die Gemeinde in den Franzbauerhof zu integrieren. Wie berichtet, wird das Architektenpaar den ehemaligen Bauernhof sanieren und möchte ihn durch eine "halböffentliche Nutzung" beleben, wie etwa mit Freizeiträumen für Kinder, Jugendliche oder Senioren, der Gemeindebücherei oder einem Veranstaltungsraum. Der Gemeinderat hat sich die Vorschläge schon einmal angehört, doch im Nachgang des Treffens sieht Thomas Mack keinen Bedarf, der sich aufdrängen würde. Die Vereine hätten bereits alle ihre Räume, kulturelle Veranstaltungen würden im Gasthof Vogelsang stattfinden, und die Bücherei habe zweimal die Woche für insgesamt drei Stunden geöffnet – da lohne sich ein Umzug kaum. Doch wer weiß: Vielleicht hat ein Gemeinderatsmitglied ja doch noch eine zündende Idee.