Viele Menschen fasten seit Aschermittwoch bis Ostersonntag. Das muss nicht immer religiös motiviert sein.Foto: Felix Kästle/dpa (Symbolbild)
Der Fasching ist ausgekehrt: Mit dem Aschermittwoch beginnt die traditionell-christliche Fastenzeit im Land. Bis Ostern verzichten viele in dieser Zeit typischerweise auf Fleisch, Süßes oder Alkohol. Doch nicht immer muss der Glauben Grund dafür sein - Wir haben Bürgerinnen und Bürger in der Nördlinger Altstadt gefragt, wie sie die Fastenzeit verbringen.
Susanne Di Gruccio aus Nördlingen hält sich an das Intervallfasten - allerdings das ganze Jahr über, wie sie beteuert. An der anlaufenden Fastenzeit nehme sie nicht teil. Als Kind, erinnert sich die Nördlingerin, musste sie zwischen Aschermittwoch und Ostern auf Fleisch und Süßigkeiten verzichten. Heute ist ihr Intervallfasten „nicht religiös motiviert“, sondern dient vielmehr als Reinigung: „Der Körper hat so mehr Zeit für Regeneration“, erklärt Di Gruccio.
Susanne Di Gruccio aus Nördlingen praktiziert das ganze Jahr lang Intervallfasten.Foto: Vivien Schilling
„Vegetarisch bin ich das ganze Jahr,“ erzählt Gertrud Gastl aus Rain. Ab Aschermittwoch wolle sie dennoch auf Alkohol und Süßigkeiten verzichten. Auch wegen des Glaubens, vor allem aber, um zur Ruhe zu kommen und „sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren.“ Ihr Ehemann schließe sich dem Verzicht auf Süßes an: „Zur Gewichtsreduktion“, sagt er und lacht.
Bürgerbefragung in Nördlingen: Viele fasten vor allem für das körperliche Wohl
Für Patrick Behringer und seine Familie gehört das Fasten seit über zehn Jahren fest dazu. „Süßigkeiten lasse ich konsequent weg,“ erzählt der Nördlinger. Auch seine Kohlenhydratzufuhr will er heuer reduzieren. Für ihn habe die Fastenzeit keine religiöse Bedeutung; Es würden vor allem die Tradition und der gesundheitliche Aspekt zählen: „Ich faste, um mich zu erholen und zur Ruhe zu kommen“, erklärt Behringer.
Für Patrick Behringer aus Nördlingen ist das Fasten Tradition.Foto: Vivien Schilling
Peter Kopp aus Nördlingen hingegen fastet nicht. „Ich hab nie Probleme damit gehabt, mit irgendwas zu übertreiben, religiös bin ich auch nicht,“ erzählt der 27-Jährige im Gespräch. In seiner Familie werde zwar jährlich auf Fleisch und Süßigkeiten verzichtet, doch er selbst habe nie Interesse daran gehabt, sich während der Fastenzeit einzuschränken.
Zur Fastenzeit hat Peter Kopp aus Nördlingen keinen Bezug.Foto: Vivien Schilling
Fastenzeit: Aus religiösen Gründen wird eher nicht gefastet
Eine 68-Jährige aus Wallerstein hält es nicht mit der Fastenzeit - „Mein Lebensstil ist das ganze Jahr über nicht üppig“, beteuert sie. So trinke sie beispielsweise kaum Alkohol und esse wenig Süßes. Früher habe die 68-Jährige öfter gefastet und dabei bewusst an bestimmten Tagen auf Nahrung verzichtet. „Nicht aus religiösen Gründern, sondern fürs Bewusstsein.“ Trotzdem würde die Wallersteinerin es begrüßen, wenn die Fastenzeit als religiöses Ritual wieder einen Aufschwung bekäme: „Es gibt viele Religionen, in denen gefastet wird. Für uns Christen wäre es gut, wenn die Bedeutung des Fastens auch wieder größer wäre.“
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