Dekan in Ruhe Hans Issler, unermüdlich und engagiert bis in die letzten Tage, ist mit 90 Jahren gestorben. Von 1985 bis 2026 hat er gemäß seinen beruflichen Pflichten und weit darüber hinaus Dienste übernommen und Impulse gesetzt, die dauernde Spuren hinterlassen.
Sein Leben war, wie das vieler Menschen seiner Generation, von Unsicherheiten und Wechselfällen persönlicher und familiärer Natur geprägt – von den Nationalsozialisten „umgesiedelt“, den Vater im Krieg verloren, (erst) im 15. Lebensjahr getauft und konfirmiert, fand er schnell seine Berufung, studierte Theologie und wurde mit knapp 30 Jahren in Niederbayern als Pfarrer ordiniert. Ein Studienjahr als Stipendiat des Weltrates der Kirchen lehrte ihn wohl die Offenheit für Neues, die Lust zu Verbesserungsvorschlägen und die Freude an gelingenden Kontakten, die von allen, die mit ihm zu tun hatten, in stetig steigendem Maße geschätzt wurden und in guter Erinnerung behalten werden.
Zuletzt war Dekan Hans Issler in Weißenburg
Sein dienstlicher Werdegang führte ihn von Niederbayern über Kulmbach, wo ihm und seiner Ehefrau drei Kinder geschenkt wurden, ins Ries, wo er von 1976 bis 1985 als „Dekan Issler aus Oettingen“ schnell zu einer wichtigen, überörtlich bekannten Person wurde. Neue Gottesdienstformen, Neugründungen und Strukturierung von Kreisen und Vereinen, unter anderem in den Bereichen Diakonie und Jugendarbeit, zeigten ihre Wirkungen nicht nur in den evangelischen Gemeinden des Dekanats, sondern im gesamten Ries. Das gilt vor allem für seine Tätigkeit als Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks Donau-Ries, das in jüngster Zeit zur „Evangelischen Erwachsenenbildung“ umbenannt wurde und den gesamten Landkreis als Wirkungskreis betreut. Auf der gleichen Linie liegt seine treue Mitgliedschaft und Mitwirkung im Nördlinger Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing. Seine letzten fünfzehn Dienstjahre leistete Hans Issler in Weißenburg ab.
Überregional und von allgemein-gesellschaftlicher Wirkung waren die Aufgaben, denen sich der Verstorbene bei der Eröffnung des „Bibel-Erlebnis-Hauses“ in Nürnberg (1998) und als Vertreter der Bayerischen Landeskirche im Verwaltungsrat der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart widmete. Sein Leben war geprägt von der Dankbarkeit für die Unterstützung seiner Frau und für die von Gott ihm geschenkte Kraft, Gesundheit und Leistungsvermögen. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung findet am Freitag, 8. Mai 2026, um 13 Uhr auf dem Friedhof in Nördlingen statt. (AZ)
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