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Karl Kolb verlässt Bürgermeisterposten in Megesheim nach 22 Jahren

Megesheim

Wie Karl Kolb nach 22 Jahren als Megesheimer Bürgermeister auf seine Amtszeit zurückblickt

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    Nach 22 Jahren als Bürgermeister hat Karl Kolb Abschied vom Megesheimer Rathaus genommen.
    Nach 22 Jahren als Bürgermeister hat Karl Kolb Abschied vom Megesheimer Rathaus genommen. Foto: Bernd Schied

    Seit gut vier Wochen ist Karl Kolb nun „Bürgermeister a. D“. 22 Jahre lenkte der inzwischen 64-jährige Landwirt aus dem Megesheimer Ortsteil Lerchenbühl als ehrenamtlicher Rathauschef die Geschicke der 850-Einwohner-Gemeinde im Nordries. In dieser Zeit hat er sich mit Witz und Humor, viel Pragmatismus ohne Etikette und gelegentlich auf eine bisweilen recht hemdsärmelige Art viel Ansehen, ja mitunter sogar Zuneigung, bei den Menschen in seiner Kommune und darüber hinaus erworben.

    Kolb war geradezu ein Paradebeispiel für den vielbeschworenen, bürgernahen Kommunalpolitiker und dazu noch ausgestattet mit einem sozialen Gewissen. Seine Tür im Rathaus stand jedem Bürger und jeder Bürgerin offen. Er hörte sich ihre Anliegen an und versuchte so gut es ging zu helfen oder den einen oder anderen Skeptiker von manchen Notwendigkeiten zu überzeugen. Freilich gab es auch Zeitgenossen, die mit ihm als Person nicht viel anfangen konnten. Das wusste er. Große Gedanken darüber hat er sich in all den Jahren allerdings nicht gemacht.

    Karl Kolb bleibt im Donau-Rieser Kreistag

    „Ich kann gut mit den Leuten“, sagt Kolb von sich und wertet diese Eigenschaft als sein wichtigstes Erfolgsgeheimnis. Unvoreingenommen auf alle Menschen zugehen und ihnen zuhören, habe ihm nie Probleme bereitet. Auch nach seiner Bürgermeisterzeit wolle er sich nicht auf seinen Hof zurückziehen, sondern weiter aktiv am Gemeindeleben teilnehmen. Auch kommunalpolitisch geht es für ihn noch einmal sechs Jahre im Donau-Rieser Kreistag weiter. Bei den Wahlen im März ist er von Platz 60 der CSU-Liste auf Platz 16 vorgewählt worden. Diesen Sprung schreibt er seiner Bekanntheit zu.

    Das desaströse Ergebnis der Landratswahl für die Kreis-CSU habe ihn sehr überrascht, räumt er ein. „Ich hätte gedacht, die Stichwahl geht knapp aus“. Aber was soll’s – so sei Demokratie nun einmal. Zu möglichen Gründen für das Scheitern von Claudia Marb als CSU-Kandidatin wolle er sich jedoch nicht öffentlich äußern.

    Kolb war gerne Megesheimer Bürgermeister

    Sehr gespannt sei er, wie sich der neue Landkreischef entwickle. Er habe mit Michael Dinkelmeier in dessen früherer Tätigkeit im Landratsamt das eine oder andere Mal zu tun gehabt. Seine Erfahrungen mit ihm? „Kein Kommentar“, wehrt Kolb eine entsprechende Frage ab.

    Gegenüber unserer Redaktion verschweigt er auch nicht, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit recht wehmütig geworden zu sein. „Eine meiner letzten Amtshandlungen, die standesamtliche Trauung von guten Bekannten, war für mich dann auch ungewohnt emotional“.

    Karl Kolb blickt zufrieden auf seine Zeit als Bürgermeister zurück

    Seine Aufgabe als Bürgermeister hat Karl Kolb nach eigener Aussage bis zum Schluss ausgesprochen gern wahrgenommen. Die Entscheidung, 2026 nicht noch einmal zu kandidieren, sei bereits vor eineinhalb Jahren gefallen - nach reiflicher Überlegung. Zu den näheren Gründen wolle er sich nicht äußern. Sie lägen im privaten Bereich. Dass es letztlich so schwierig werden würde, eine Kandidatin oder einen Kandidaten für seine Nachfolge zu finden, damit hätte er nicht gerechnet, betont Kolb. „Da habe ich fast noch ein schlechtes Gewissen bekommen. Aber jetzt hat Megesheim wieder einen Bürgermeister – und gut ist.“ Bis zur offiziellen Frist hatte sich kein Kandidat für Kolbs Nachfolge gefunden. Erst danach erklärten sich zwei Megesheimer bereit, sozusagen „inoffiziell“ zu kandidieren.

    Insgesamt blickt Kolb mit Zufriedenheit auf seine Zeit als Rathauschef zurück. In all den Jahren sei er kein einziges Mal krank gewesen. In der Gemeinde habe er vieles zusammen mit dem Gemeinderat umsetzen können. Besonders freue ihn, einige Infrastrukturprojekte, wie einen neuen Kindergarten mit Kosten von über vier Millionen Euro oder einen Windpark, noch „angeleiert“ zu haben. Hinzu komme ein großer Solarpark, den ein Energieunternehmen auf Megesheimer Flur plane. „Dies alles ist nur machbar, weil Megesheim finanziell gut aufgestellt ist“, macht Kolb deutlich. Viele Termine, gerade die im gesellschaftlichen Bereich wie beispielsweise runde Geburtstage von Mitbürgerinnen und Mitbürgern oder Generalversammlungen von Vereinen, habe er nicht als Arbeitszeit betrachtet. „Solche Begegnungen bereiteten mir immer Freude und ich habe dabei stets etwas erfahren oder gelernt.“ Seinem Nachfolger Ulrich Lechner will Karl Kolb gerne zur Verfügung stehen, falls dieser von ihm einen Rat benötige. Trotz des doch recht wehmütigen Abschieds aus der Verantwortung für Megesheim freue er sich auf seinen neuen Lebensabschnitt.

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