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Diskussion um Rasse Kurilen Bobtail: Besitzerin von Katze Puschy bezieht Stellung

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Katze Puschy sollte keine Babys bekommen: Wie die Besitzerin für sie kämpft

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    Marianna Ikkes aus Möttingen wehrte sich gegen ein Zuchtverbot ihrer Katze Puschy vor Gericht – mit Erfolg.
    Marianna Ikkes aus Möttingen wehrte sich gegen ein Zuchtverbot ihrer Katze Puschy vor Gericht – mit Erfolg. Foto: Anna-Lena Schachtner

    Puschy ist keine gewöhnliche Katze – um sie drehten sich zwei Verhandlungen am Verwaltungsgericht in Augsburg. Denn das Landratsamt Donau-Ries wollte verhindern, dass Puschy weiter Babys bekommt. Allerdings wehrte sich die Besitzerin vor Gericht erfolgreich gegen das Verbot (wir berichteten). Gegenüber unserer Redaktion erklärt sie, warum es Puschy aus ihrer Sicht gut geht – und warum sie sie weiter auf Katzenwettbewerben präsentieren möchte.

    Die vierjährige Puschy ist eine Vertreterin der Rasse Kurilen Bobtail, deren Merkmale sind unter anderem ein verkürzter Schwanz. Genau dieser ist für das Veterinäramt ein Problem, wie es auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt: Ein langer Schwanz diene Katzen als „Balancierstange“ unter anderem beim Springen und er sei ein „essenzielles Kommunikationsmittel“. Bei kurzschwänzigen Katzen sei daher die Kommunikationsfähigkeit und das soziale Verhalten eingeschränkt. Ob die Rasse natürlich oder durch den Eingriff von Menschenhand entstanden ist, kann das Veterinäramt nicht belegen. Man halte aber Erklärungsansätze, wonach der kurze Schwanz eben nicht natürlich entstanden sei, für überzeugender.

    „Ich kämpfe bis zum letzten Wort“, sagt Puschys Besitzerin

    Puschys Besitzerin Marianna Ikkes aus Möttingen blickt ganz anders auf die Angelegenheit. Neben Puschy hat sie zwei weitere Kurilen-Bobtail-Katzen. Der kurze Schwanz hindere die Katzen nicht daran zu kommunizieren, sagt Ikkes. Sie könnten sich auch mit ihrem Körper oder mit den Augen ausdrücken. Vor Gericht legte Ikkes ein tierärztliches Attest vor, das belegen sollte, dass Puschy keine Beschwerden hat. Zudem habe eine Tierärztin ihr gegenüber angemerkt, wie gut Puschy springen könne, beteuert Ikkes.

    Ein Schock sei es gewesen, als sie den Bescheid vom Landratsamt vor circa zwei Jahren bekommen hat, erzählt Ikkes. „Ich habe nicht verstanden: Was habe ich falsch gemacht?“, sagt Ikkes. Doch sie habe sich gesagt: „Ich kämpfe bis zum letzten Wort“ – nicht nur für sich, sondern für alle Katzen der Rasse Kurilen Bobtail in Deutschland. Letzten Endes zog das Veterinäramt das Zuchtverbot für Puschy zurück. Das Gericht tat sich mit einer fachlichen Einordnung schwer, nur ein Gutachten eines Bundesministeriums mit Kenntnisstand aus dem Jahr 1999 stand zur Verfügung. In diesem wird Kurilen Bobtail nicht als Qualzucht-Rasse aufgeführt.

    Was die Vorzüge der Rasse Kurilen Bobtail sind

    Nach eigenen Angaben ist Ikkes die einzige Züchterin von Kurilen Bobtail in Bayern, dennoch strebt sie keine Zucht im großen Stil an. „Das ist nur für mein Herz, für meine Seele“, sagt Ikkes. Die Kurilen-Bobtail-Katzen hätten viele Vorzüge: Sie lernten schnell und ihre Puschy sei „sehr menschenbezogen“. Sie zerkratze keine Möbel und fahre auch Menschen gegenüber ihre Krallen nicht aus. Die Katzen seien auch ein Traum für Allergiker, weil sie wenig Haare verlieren, schwärmt Ikkes. Zudem verströmten sie keinen so starken Geruch. Nachdem sie sich ihre erste Kurilen-Bobtail-Katze geholt hatte, sei begeistert von ihrem tollen Charakter gewesen. „Ich war voll verliebt.“ Daraufhin nahm sie Puschy auf, die jetzt ihre Zuchtkatze ist. Damit sie keine Mischlingsbabys bekommt, muss Puschy im Haus bleiben.

    Katze Puschy ist eine Vertreterin der Rasse Kurilen Bobtail, die sich durch einen Stummelschwanz auszeichnet.
    Katze Puschy ist eine Vertreterin der Rasse Kurilen Bobtail, die sich durch einen Stummelschwanz auszeichnet. Foto: Anna-Lena Schachtner

    Das Landratsamt wollte Ikkes auch untersagen, Puschy auf Katzenwettbewerben zu präsentieren. Das Gericht kippte zwar auch dieses Verbot, doch schon seit längerem kritisieren Tierschutzverbände solche Ausstellungen. Die Tiere müssten in kleinen Käfigen ausharren und seien gestresst, lautet ein häufiges Argument. Ikkes weist die Kritik an Katzenwettbewerben zurück. Puschy verbringe solche Schauen in einer Art Käfig, der 140 mal 70 Zentimeter groß und mit Futter, Wasser und einer Toilette ausgestattet sei. Außerdem nehme sie ein kleines Stoffhaus mit, in dem Puschy liegen kann, erklärt Ikkes. Der Käfig sei geschlossen bis auf eine durchsichtige Seite, von der aus die Zuschauer die Katze anschauen könnten. Anfassen könnten die Besucher Puschy aber nicht.

    Puschys Besitzerin wehrt sich gegen Kritik an Katzenwettbewerben

    Einige Tiere machten gerne bei den Wettbewerben mit und stolzierten regelrecht vor den Richtern, versichert Ikkes. Wenn eine Katze zu gestresst sei, sei es die Verantwortung des Besitzers zu entscheiden, dass die Katze nicht mitmachen muss. Bei den Wettbewerben werden die Tiere laut Ikkes danach bewertet, inwiefern ihre Körper dem Rassestandard entsprächen. Puschy habe schon mehrere Preise abgeräumt. „Wissen Sie, wie stolz ich auf meine Katze bin“, sagt Ikkes. Geld bekomme sie für einen Preis nicht, nur einen Pokal. Ohnehin mache sie bei den Ausstellungen deswegen mit, weil sie den Menschen die Rasse Kurilen Bobtail näherbringen möchte. Bis man sich an den Babys von Puschy erfreuen kann, braucht es aber noch Geduld– man müsse noch warten, bis sie rollig wird, sagt Ikkes.

    Um Katze Puschy drehten sich zwei Verhandlungen am Verwaltungsgericht Augsburg.
    Um Katze Puschy drehten sich zwei Verhandlungen am Verwaltungsgericht Augsburg. Foto: Anna-Lena Schachtner
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