Bis Ende der 2020er-Jahre soll die Riesbahn im Abschnitt Wörnitzstein – Möttingen neue digitale Stellwerkstechnik bekommen. Das teilt DB Infrago mit. Im zweiten Schritt werden dann auf der Strecke zwischen Donauwörth und Augsburg im Abschnitt Gersthofen – Mertingen die alten Stellwerke abgelöst, heißt es weiter.
Für die Planungen und die Realisierung hat die DB Infrago die Firma Hitachi Rail beauftragt. Die neue moderne Stellwerkstechnik sorge langfristig für einen zuverlässigeren Bahnverkehr, mehr Pünktlichkeit, weniger Störungen und einfachere Instandhaltung. Die Riesbahn werde zudem fit gemacht, um während der Korridorsanierung zwischen Augsburg und Ulm als Umleitungsstrecke zu dienen, heißt es weiter. Die DB rüstet die Riesbahn auch mit dem Europäischen Zugbeeinflussungssystem (ETCS) aus. Der Baubeginn für die Modernisierung ist 2027 geplant.
Ulrich Lange: Digitalisierung der Schiene vorantreiben
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB Infrago AG sagt: „Erstmals erfolgt ein Auftrag zur Digitalisierung im Rahmen des Volumenvertrags an die Firma Hitachi Rail. Mit diesem Vertrag können wir die Digitalisierung unserer Infrastruktur deutlich schneller umsetzen. Wir modernisieren die Infrastruktur der Riesbahn und treiben so auch die Digitalisierung regionaler Pendlerstrecken voran.“ Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Es ist wichtig, dass wir bei der Digitalisierung der Schiene weiter Fahrt aufnehmen. Ich freue mich, dass wir in Bayern dieses wichtige Vorhaben vorantreiben.“
Damit kommt in Bayern erstmals der Volumenvertrag zwischen DB und der Bahnindustrie zum Einsatz. Der Volumenvertrag sieht einen Leistungsumfang von 6,3 Milliarden Euro bis 2028 bzw. 2032 vor. Mit diesem Vertrag – aufgesetzt Ende 2024 – verpflichtet sich die DB, eine festgelegte Menge an Leistungen und Produkten der digitalen Leit- und Sicherungstechnik abzurufen. Im Gegenzug verpflichten sich die Vertragspartner, diese in einem festgelegten Zeitraum zu liefern. Geschlossen wurde der Volumenvertrag mit vier Geschäftspartnern: Mer Mec Deutschland GmbH, Hitachi Rail GTS Deutschland GmbH, Alstom sowie einer Bietergemeinschaft aus Siemens Mobility und Leonhard Weiss.
Über den Volumenvertrag sollen in den 2030er-Jahren weitere wichtige Streckenabschnitte in Bayern mit moderner und zukunftsfähiger Stellwerkstechnik mit standardisierten Schnittstellen ausgestattet werden. Dazu zählen zum Beispiel die Korridore Treuchtlingen – Augsburg, Augsburg – München sowie der Münchner Nordring. (AZ)
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